Das Tanzbein wird nicht geschwungen - hier der Auftritt von Lara Fleißner im Dezember 2019 - und die Bütt bleibt verwaist: Die Hiesbach-Kampagne entfällt. ARCHIVBILD: COR
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Das Tanzbein wird nicht geschwungen - hier der Auftritt von Lara Fleißner im Dezember 2019 - und die Bütt bleibt verwaist: Die Hiesbach-Kampagne entfällt. ARCHIVBILD: COR

Wegen Corona

Bad Nauheimer Hiesbach-Karnevalisten sagen Kampagne ab

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Die Entscheidung fällt frühzeitig, war aber absehbar: Die kommende Kampagne der Bad Nauheimer Hiesbach-Karnevalisten fällt der Corona-Pandemie zum Opfer.

Hiesbach-Vereinsvorsitzender Harald Ströhle verweist auf einen einstimmigen Vorstandbeschluss, auf Faschingssitzungen und alle anderen Veranstaltungen zu verzichten. Nicht zuletzt wirtschaftliche Überlegungen haben dabei eine Rolle gespielt.

Nach Auskunft von Ströhle gibt es zwar Empfehlungen des Bundes Deutscher Karneval und der Bezirksorganisation der Narren, wie in Corona-Zeiten gefeiert werden kann, dieses Konzept könne in Bad Nauheim aber nicht umgesetzt werden. "Das ist hier nicht machbar. Wir müssten auf das Zusammensein in der Bar und an der Theke verzichten. Im Konzertsaal der Trinkkuranlage dürften bei Sitzungen nur etwa 60 statt 180 Besucher Platz nehmen", sagt Ströhle. Unter Beachtung der gültigen Regeln, die auch den Verzicht aufs Schunkeln, Singen und den Elferrat mit sich brächten, mache Fasching keinen Sinn.

Eine weitere Verschiebung der Entscheidung wäre nach Ansicht des Hiesbach-Vorsitzenden vor allem aus wirtschaftlicher Sicht nicht zu verantworten gewesen. So hätte der Verein in der vagen Hoffnung auf eine Besserung der Infektionslage Orden und andere Auszeichnungen für rund 3000 Euro bestellen und Räume anmieten müssen. Mehrere kleinere Veranstaltungen seien auch deshalb keine Alternative, weil die Gema-Gebühren dann zu einer enormen finanziellen Belastung führen würden. "Durch die frühzeitige Absage fallen keine Kosten an, wir machen quasi keinen Verlust", erklärt Ströhle.

Vereinsleben kommt nicht zum Erliegen

Mit einer baldigen Abschwächung der Pandemie rechnet er ohnehin nicht - eher mit dem Gegenteil. Deshalb hätten die Faschingsvereine im Gießener Raum ihre Programme bereits gestrichen. Selbst in den Faschingshochburgen im Rheinland sei mit einer deutlichen Reduzierung der Aktivitäten zu rechnen.

Das Training der Hiesbach-Aktiven ist in manchen Fällen bereits angelaufen, aber noch nicht allzu weit fortgeschritten. "Manche Gruppen treffen sich trotz Corona, damit das Vereinsleben nicht völlig zum Erliegen kommt", erläutert Ströhle. Alle Mitglieder können jetzt nur auf eine Kampagne 2021/22 offen, die nach dem gewohnten närrischen Muster über die Bühne gehen kann.

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