Bewohner des Bad Nauheimer Stadtzentrums - das Bild zeigt die Kurstraße - können ab Februar an Wochenenden ihre Autos abstellen, ohne den Parkscheinautomaten füttern zu müssen.	FOTO: NICI MERZ
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Bewohner des Bad Nauheimer Stadtzentrums - das Bild zeigt die Kurstraße - können ab Februar an Wochenenden ihre Autos abstellen, ohne den Parkscheinautomaten füttern zu müssen. FOTO: NICI MERZ

Wichtige Neuerung

Bad Nauheim: Kostenloses Bewohnerparken und Erhöhung der Parkgebühren kommt 2021

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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2021 kommt es in Bad Nauheim zu Änderungen beim motorisierten Verkehr. Stichworte: Parkgebühren und Bewohnerparken. Wer im Zentrum lebt, kann mit einer erfreulichen Neuerung rechnen.

  • Einige Änderungen kommen Anfang 2021 auf die Verkehrsteilnehmer in Bad Nauheim zu.
  • Bewohner dürfen mit Parkausweis am Wochenende kostenlos in der Innenstadt parken.
  • Auch die Parkgebühren sollen 2021 erhöht werden um Besucher auf die Parkplätze am Stadtrand zu lotsen.

Der Mann aus der Bad Nauheimer Stresemannstraße hat die Wetterauer Zeitung ganz genau gelesen. Wie dort schon vor Monaten zu lesen war, soll Anfang 2021 Bewohnerparken an Wochenenden für das Stadtzentrum eingeführt werden. Der City-Bewohner möchte diese erfreuliche Neuerung gerne in Anspruch nehmen, rief an seinem Computer die städtische Internetseite auf und druckte das Antragsformular für den Parkausweis aus. Das Blatt gab er ausgefüllt im Rathaus ab. Über die Antwort konnte er sich nur wundern: »Eine Angestellte teilte mir mit, es gäbe kein solches Bewohnerparken. Mein Antrag wurde abgelehnt.«

Offenbar war der gute Mann an die falsche Ansprechpartnerin geraten, die über die neue Entwicklung noch nicht informiert war. Tatsächlich wird das Wochenend-Bewohnerparken für Bürger aus der Innenstadt eingeführt, allerdings nicht direkt ab 1. Januar.

Bwohnerparken: Antrag stellen, wenn Schilder hängen

»Diese und andere Veränderungen befinden sich in der Umsetzungsphase. Ende Januar oder Anfang Februar wird die neue Beschilderung installiert. Dann können Anträge gestellt werden«, erläutert Erster Stadtrat und Verkehrsdezernent Peter Krank. Er empfiehlt Interessenten, alles online zu erledigen: Antrag ausfüllen, Jahresgebühr von 30 Euro zahlen und Parkausweis ausdrucken - fertig. Wer möchte, kann mit dem ausgefüllten Antrag natürlich auch im Rathaus vorbeischauen.

Mitte des Jahres hatte das Parlament eine neue Parkgebührenordnung und zahlreiche weitere Veränderungen beschlossen (siehe Zusatzartikel). Das »normale« Anwohnerparken kommt Anfang 2021 im Goldstein-Gebiet und im sogenannten Dichterviertel, wo die Parkscheinautomaten schon seit geraumer Zeit stehen und die Anlieger sehnsüchtig auf ihr Parkausweise warten.

Bad Nauheim: Kostenloses Bewohnerparken am Wochenende

Außerdem hatten die Stadtverordneten eine recht ungewöhnliche Entscheidung getroffen: Bewohnerparken im Zentrum, das nur an den Wochenenden gilt. Samstags und sonntags können die Bürger, die in der Zone 1 (Alexej-Maltzew-Gässchen, Burgpforte, Alice-, Friedrich-, Reinhard- und Ritterstraße sowie Teile von Ernst-Ludwig-Ring, Haupt-, Kur-, Karl- und Parkstraße) leben, ihr Auto auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz abstellen, ohne etwas zahlen zu müssen. Damit wird die unerfreuliche Situation für diese Bürger zumindest ein Stück weit verbessert. An Werktagen bleibt es dagegen bei der Gebührenpflicht zwischen 9 und 19 Uhr für alle Verkehrsteilnehmer.

Erster Stadtrat Krank ist gespannt, wie sich die Änderung auswirken wird. »Die Menschen werden sich daran erst mal gewöhnen müssen. Aber mittelfristig hoffen wir, die Wochenend-Besucher von der City fernhalten und auf die großen Parkplätze am Rand der Innenstadt umleiten zu können.« Platzieren nämlich alle Anwohner ihre Fahrzeuge auf einem Stellplatz im Zentrum, bleibt für die zahlreichen Gäste, die bei schönem Wetter Bad Nauheim aufsuchen, kaum noch Parkraum.

Bad Nauheim: Stadtbus-Fahrplan wird angepasst

Sie müssen dann den Parkplatz am großen Teich (Frankfurter Straße), das Parkdeck Schwalheimer Straße oder die P + R-Plätze am Bahnhof ansteuern. Krank hat den Test gemacht: »Vom Parkdeck Schwalheimer Straße, das am Wochenende meist komplett leer ist, bis in die Innenstadt habe ich in gemütlichem Tempo zu Fuß acht Minuten gebraucht. Das ist zumutbar.« Die Entfernung von den anderen Großparkplätzen bis in die City sei vergleichbar. Für die Nutzer dieser Angebote ergibt sich ein Vorteil: Für 3 Euro kann dort den ganzen Tag über geparkt werden, während in der Zone 1 (Innenstadt) künftig 4 Euro für die Höchstparkdauer von zwei Stunden fällig werden.

Langfristig möchte die Politik Parkplatzsuchende auch an Werktagen an den Rand der Innenstadt abdrängen. Dazu ist Krank zufolge aber auch eine Anpassung des Stadtbus-Fahrplans erforderlich. »Das wird von Bürgern zu Recht immer wieder gefordert. Wir arbeiten daran«, sagt der Erste Stadtrat. Doch diese Optimierung werde einige Zeit in Anspruch nehmen. An Änderungen im Öffentlichen Nahverkehr seien stets mehrere Institutionen beteiligt, der Abstimmungsprozess könne dauern.

Bezüglich des Bewohnerparkens in der Innenstadt gab es laut Krank bislang nur wenige Anfragen. Einige Bürger hätten wissen wollen, wann es damit losgehe.

Bad Nauheim: Statt sieben nur noch vier Parkzonen

Aus bislang sieben Parkzonen in der Kernstadt werden Anfang 2021 vier. In der City (Zone 1) sollten die Parkgebühren ab 1. Januar eigentlich von 35 auf 50 Cent pro 15 Minuten (Höchstparkdauer: zwei Stunden) steigen. Aufgrund der Corona-Krise hat der Finanzausschuss kürzlich allerdings entschieden, diese deutliche Anhebung erst ab 1. Juli gelten zu lassen. Gebührenpflicht besteht montags bis sonntags zwischen 9 und 19 Uhr.

In der Zone 2 (rund um Frankfurter Straße), zu der auch das »Dichterviertel« gehört, muss für einen Stellplatz ebenfalls an allen Wochentagen von 9 bis 19 Uhr gezahlt werden (70 Cent pro halbe Stunde). Tagestickets gibt es nicht mehr, es darf höchstens drei Stunden geparkt werden. Zur Zone 3 gehören die Großparkplätze in der Innenstadt. Das Tagesticket kostet dort 3 Euro. Die Zone 4 bilden die P + R-Plätze am Bahnhof. (k)

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