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Ein Fall für Steinfurth? Über den Einsatz eines Blitzers wird erst später entschieden. 

Vertagt

Unfallschwerpunkt Steinfurth: Vorerst kommt kein Blitzer  

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Blitzer? Nein, danke. Das ist die Linie der Bad Nauheimer Straßenverkehrsbehörde, wenn es um den Kampf gegen Temposünder geht.

Als sich die Steinfurther Ortseinfahrt 2019 zum Unfallschwerpunkt entwickelte, schien es zur Ausnahme von der Regel zu kommen. Diskutiert wurde darüber im Bauausschuss.

Grundlage war ein CDU-Antrag. Die Union hatte bereits im September gefordert, stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen, an den Ortseinfahrten Steinfurth und Nieder-Mörlen (aus Richtung A 5), zu installieren. CDU-Fraktionschef Manfred Jordis erklärte allerdings die Hälfte des Antrags für obsolet. Laut aktuellen Zahlen von Messungen in Nieder-Mörlen wird das zulässige Tempo von 50 km/h nur von wenigen Fahrern überschritten. In Steinfurth müsse beobachtet werden, wie sich Unfallzahlen und Geschwindigkeitsverstößen nach Sanierung von Teilen der Bad Nauheimer Straße entwickelten.

Blitzer Bad Nauheim: Blitzer in sensiblen Bereichen

Diese Instandsetzung war im Dezember erfolgt. Seitdem hat sich dort nach Angaben des Ersten Stadtrats Peter Krank kein Unfall mehr ereignet, 2019 waren es 20. Der Verkehrsdezernent wandte sich gegen einen Schnellschuss und verwies auf laufende Messungen. Den Vorschriften des Landes zufolge seien stationäre Blitzer in sensiblen Bereichen erlaubt, etwa vor Schulen oder Kitas. Auch bei einer Unfallhäufung könnten die 160 000 Euro teuren Geräte installiert werden.

"Wir gehen sehr, sehr verantwortungsvoll mit dem Thema um. Wenn es so viele Geschwindigkeitsüberschreitungen wie zuletzt gibt, müssen wir handeln", betonte Krank. Er will sich mit Friedberg kurzschließen, wo ein Blitzer-Anhänger angeschafft wird, der an verschiedenen Orten für längere Zeit rund um die Uhr eingesetzt werden kann.

Blitzer Bad Nauheim: Fakten kontra subjektive Gefühle

Markus Philipp (UWG) ging auf die Situation in Nieder-Mörlen ein, wo zu schnelles Fahren ein "heißes Thema" sei. Aufgrund von Anwohnerbeschwerden habe sich der Ortsbeirat damit befasst. "Offenbar täuscht das subjektive Gefühl. Es hat sich deutlich gezeigt, dass sich die allermeisten Verkehrsteilnehmer an die 50 km/h halten. Auch die Zunahme von Lkw-Verkehr hat sich nicht bestätigt", sagte Philipp.

Sein Fraktionskollege Sascha Pfeiffer empfahl fürs Rosendorf längerfristige Messungen. Zurzeit fehlten auf sanierten Abschnitten die Fahrbahnmarkierungen, zudem liege viel Rollsplit rum. Beides veranlasse Fahrer automatisch, das Tempo zu reduzieren. Geld dürfe bei der Entscheidung für oder gegen Blitzer keine Rolle spielen. Pfeiffer: "Bei manchen Unfällen im vergangenen Jahr sind die Autos über den Rad- und Fußweg gefahren. Wäre dort gerade jemand unterwegs gewesen, wäre er mausetot."

Während es in Steinfurth Fakten gibt, spielt in Rödgen/Wisselsheim Anwohnern ebenfalls das subjektive Gefühl einen Streich. Laut Ortsvorsteherin Gisela Babitz-Koch wird zu schnell gefahren, gefährlich vor allem für Schüler. Diesem Eindruck widersprach der Erste Stadtrat. "Wir haben längst gemessen, es gibt keine Auffälligkeiten. Ein Blitzer wäre nicht zu begründen."

Am Ende der Debatte wurde die Vertagung der Beratung beschlossen, bis neue Zahlen aus Steinfurth vorliegen.

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