Über die Eröffnung des öffentlichen Bücherschranks freuen sich (v. l.) Stadträtin Kerstin Eisenreich, FWZ-Vorsitzende Ingrid Schmidt-Schwabe sowie die Initiatorinnen Angela Schreiner, Irmgard Crass, Stephanie Amend und Ulrike Müller.	FOTO: LONI SCHUCHARDT
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Über die Eröffnung des öffentlichen Bücherschranks freuen sich (v. l.) Stadträtin Kerstin Eisenreich, FWZ-Vorsitzende Ingrid Schmidt-Schwabe sowie die Initiatorinnen Angela Schreiner, Irmgard Crass, Stephanie Amend und Ulrike Müller. FOTO: LONI SCHUCHARDT

Bücherschrank

Bad Nauheim: Vandalismusschaden blitzschnell beseitigt

  • VonHarald Schuchardt
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Das ging ganz schnell: Der öffentliche Bücherschrank in Bad Nauheim, am Donnerstag von Randalierern beschädigt, war am Samstag bei seiner Einweihung bereits neu lackiert.

Damit hatte niemand gerechnet: In voller Pracht und mit neuer Lackierung präsentierte sich der öffentliche Bücherschrank vor der Bad Nauheimer Tourist-Info bei seiner offiziellen Einweihung am Samstagnachmittag. In der Nacht zum Donnerstag hatten unbekannte Täter den Lack der kurz zuvor aufgestellten Vitrine zerkratzt (die WZ berichtete).

Dass der von vier Engagement-Lotsinnen des Freiwilligenzentrums (FWZ) Bad Nauheim initiierte erste Bücherschrank in der Kurstadt am Samstag repariert dastand, war Hans-Jürgen Greve, dem Inhaber der ausführenden Firma Urbanlife in Köln zu verdanken. »Herr Greve konnte es nicht ertragen, dass ein verkratzter Bücherschrank eröffnet wird. Er hat extra zwei seiner Mitarbeiter aus Köln geschickt, die den Schrank am Freitag komplett abgeschliffen und neu lackiert haben«, erläuterte FWZ-Vorsitzende Ingrid Schmidt-Schwabe.

Dafür gab es bei der Einweihung viel Beifall der gut 30 Gäste, zumal Greve die Kosten für dieses spontane Aktion übernommen hat. In ihrer Rede erläuterte Schmidt-Schwabe die Initiative von Stephanie Amend, Irmgard Crass, Ulrike Müller und Angela Schreiner.

Viel Futter für Lesehungrige

Sie hatten 2019 ihre Ausbildung zur Engagement-Lotsin - eine Initiative des Landes Hessen - absolviert. »Ausbildungsschwerpunkte sind Ideenfindung und Projektarbeit. Bei diesen Damen war es die Aufstellung eines öffentlichen Bücherschranks«, sagte Schmidt-Schwabe. In Kurzinterviews erläuterte das Quartett, was es zu dieser Initiative bewogen hat und warum die Ausbildung zur Engagement-Lotsin absolviert wurde.

Ursprünglich wollten die vier Damen eine Telefonzelle aufstellen und als Bücherschrank nutzen, ähnlich der englischen Telefonzelle am Europa-Platz in Friedberg. Doch wegen Bedenken, unter anderem vom Denkmalschutz, und mangels alter nutzbarer Telefonzellen entschied man sich für die Anschaffung der Vitrine.

Deutlich wurde, dass die vier Frauen den Bücherschrank als Nachhaltigkeitsprojekt verstehen. Schmidt-Schwabe: »Ich freue mich, dass Bücher dort an interessierte Bürger abgegeben werden können und nicht ins Altpapier wandern.« In ihrer Rede erinnerte die Vorsitzende an weitere Angebote des Freiwilligenzentrums, die ebenfalls als Projekte von Engagement-Lotsinnen entstanden sind. Dazu gehören »Bewegung bis 100«, das Lesecafé, die Leselernhelfer oder die Etablierung des Demenzcafés.

Auch Desinfektionsmittel im Schrank

Die ehrenamtliche Stadträtin Kerstin Eisenreich gratulierte dem Freiwilligenzentrum Bad Nauheim zu der »Einrichtung für alle Bildungshungrige und Lesewütige«. Kurz und knapp beschrieb sie die Vorteile des Bücherschranks: »Immer geöffnet, bei jedem Wetter und kostenlos für Groß und Klein. Bücher holen, behalten, zurückbringen oder ein anderes einstellen. Alles ist möglich.«

Nachdem die rote Schleife um die Vitrine entfernt worden war, formierten sich alle Beteiligten für ein Gruppenbild kurzzeitig ohne Maske und Abstandsregel. »Alle halten jetzt kurz die Luft an«, meinte Schmidt-Schwabe. Wie sie erklärte, befänden sich in Corona-Zeiten auch Desinfektionsmittel und Tücher im ersten öffentlichen Bücherschrank Bad Nauheims.

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