Auf dem Stoll-Gelände geht es zurzeit darum, eine Gashochdruckleitung und eine Trafostation zu verlegen. Im April soll mit den Rohbauarbeiten für das Fachmarkt-Gebäude begonnen werden. Klinik-Investor Salus muss noch länger auf den Startschuss warten. Frühestens im dritten Quartal dieses Jahres, eher wohl im kommenden Jahr wird es so weit sein.
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Auf dem Stoll-Gelände geht es zurzeit darum, eine Gashochdruckleitung und eine Trafostation zu verlegen. Im April soll mit den Rohbauarbeiten für das Fachmarkt-Gebäude begonnen werden. Klinik-Investor Salus muss noch länger auf den Startschuss warten. Frühestens im dritten Quartal dieses Jahres, eher wohl im kommenden Jahr wird es so weit sein.

Klinik und Fachmarkt

Salus-Klinik: Baubeginn auf dem Stoll-Gelände verzögert sich

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Salus-Klinik-Gründer Alfons Domma amüsiert sich der derzeit beim Karneval, vergisst den Ärger, den Investitionsprojekte wie das in Bad Nauheim mit sich bringen. Der Baubeginn verzögert sich weiter.

Die Bad Nauheimer Gerüchteküche wurde zuletzt - quasi passend zum Fasching - um eine weitere Zutat angereichert. Weil weder auf dem Stoll- noch auf dem benachbarten Kissel-Gelände Hochbau-Aktivitäten zu verzeichnen sind, wurde wild spekuliert. Kann die von Bürgermeister Klaus Kreß und dem EC Bad Nauheim anvisierte Multifunktionsarena nicht doch auf diesem Areal an der Schwalheimer Straße entstehen? Alle Beteiligten entziehen solchen Überlegungen glaubhaft die Grundlage, an der neuen Salus-Klinik soll ebenso festgehalten werden wie an den Fachmarkt-Plänen.

Salus-Klinik-Gründer Alfons Domma, der in der Zentrale in Hürth bei Köln residiert, ist als Rheinländer eine Frohnatur und Berufsoptimist. »Eigentlich wollte ich die Einweihung unserer neuen Klinik zusammen mit meinem 70. Geburtstag feiern.« Das war vor vier Jahren. Seit Salus das Kissel-Gelände in Bad Nauheim erworben hat, wurde der Baubeginn mehrfach angekündigt, zuletzt für Anfang 2020. Doch der Bauboom machte Domma einen Strich durch die Rechnung. »Ich bin seit 30 Jahren selbstständig, aber solch verrückte Zeiten habe ich noch nie erlebt«, sagt der Klinik-Unternehmer. Im Bausektor herrsche keine Ordnung mehr. Die Folge: Salus musste ewig nach einem Generalunternehmer suchen. Zudem stiegen die geschätzten Kosten von 40 auf 50 Millionen Euro.

Bürgermeister bremst Zuversicht

Die neuste Prognose Dommas geht von einem Baubeginn im dritten Quartal dieses Jahres aus. Nach einem Gespräch, das er kürzlich mit Bürgermeister Kreß geführt hat, sieht er das Projekt »auf einem guten Weg«. In zehn Wochen könne der Bebauungsplan-Entwurf vorliegen, die Baugenehmigung sei kein Problem, da die Planung für die Klinik fertig und mit den Behörden abgestimmt sei.

Eine Zuversicht, die der Rathauschef bremst. »Wir wollen das B-Plan-Verfahren in diesem Jahr abschließen. Parallel kann an der Baugenehmigung gearbeitet werden«, sagt Kreß. Allerdings fehle das Schallschutz-Gutachten, das sehr wichtig ist. In dem Gebäude werden Reha-Patienten untergebracht, die vor dem Verkehrslärm durch die nahe B 3 bewahrt werden müssen. Der Bürgermeister glaubt eher an einen Baubeginn 2021.

Unangenehme Überraschung

Für Domma gab es zuletzt eine unangenehme Überraschung. Der Firmengründer bestätigt WZ-Informationen, wonach nicht nur das Stoll-, sondern auch das Kissel-Gelände kontaminiert ist. »Uns wurde beim Kauf gesagt, das Areal sei frei von Schadstoffen. Erst durch ein entsprechendes Gutachten haben wir von der Belastung erfahren«, erklärt Domma. Für die Beseitigung der kontaminierten Erde wird Salus den Vorbesitzer wohl nicht mehr zur Kasse bitten können. So stark wie auf dem Stoll-Gelände, wo Stadt und Investor einen siebenstelligen Euro-Betrag für die Sanierung bereitstellen mussten, scheint die Kontaminierung nicht zu sein. Domma spricht von einer »leichten Belastung«.

Deutlich vor dem Klinik-Betreiber möchte die Werner-Gruppe mit dem Bau des Fachmarkt-Gebäudes loslegen. Auch dieses Projekt hatte sich mehrfach verzögert, unter anderem deshalb, weil niemand den ursprünglich vorgesehenen Elektronikmarkt betreiben wollte. Schließlich schwenkte Werner auf einen Küchenmarkt um, Partner Sommerlad sprang aber ebenfalls ab. Die WZ-Frage, ob eine Alternative zu Sommerlad gefunden wurde, lässt Klaus Diegelmann, Geschäftsführer der Werner Projektentwicklung GmbH, unbeantwortet.

Werner-Ansage: Baubeginn im April

Was das Bauvorhaben angeht, werden zurzeit wohl, wie von Diegelmann angekündigt, eine auf dem Baufeld befindliche Gashochdruckleitung sowie eine Trafostation verlegt. »Diese Arbeiten sind notwendig, damit wir mit dem Rohbau im April beginnen können«, erläutert der Geschäftsführer.

Die Werner-Gruppe hat sich im städtebaulichen Vertrag auch verpflichtet, für eine vernünftige Erschließung des Geländes zu sorgen. Dafür muss in der Schwalheimer Straße ein weiterer Kreisel errichtet werden. Laut Diegelmann sind diese Arbeiten aber nicht vordringlich, da der Kreisel für die Versorgung der Baustelle nicht erforderlich sei. »Wir planen die Fertigstellung des Kreisels im ersten Quartal 2021, so dass dieser rechtzeitig vor Eröffnung des Tegut-Markts zur Verfügung steht.«

Die Planungsdetails

Seit 25 Jahren liegt das Stoll-Gelände an der Schwalheimer Straße brach. Im April will die Werner-Gruppe auf dem 2,3 Hektar großen Grundstück mit dem Bau eines Fachmarkt-Gebäudes beginnen. Zuletzt sah das Konzept Tegut-Markt, Küchenfachmarkt, Fitness-Studio, Café und Büroräume vor. Was aus dem Küchenmarkt wird, ist nach der Absage des Unternehmens Sommerlad, das als Betreiber fungieren sollte, wieder offen. Außerdem sollen 155 Stellplätze entstehen. In der Schwalheimer Straße wird ein neuer Kreisel die Zufahrt zum Gelände steuern.

Die Salus-Kliniken betreiben seit geraumer Zeit ein Haus in Friedberg. Gar nicht weit entfernt davon, auf dem Bad Nauheimer Kissel-Gelände, wird auf einer Fläche von 2,6 Hektar eine weitere Rehaklinik entstehen, die für Patienten mit verschiedenen Formen von Suchtproblemen und psychosomatischen Erkrankungen gedacht ist. Diese Klinik zieht von Friedrichsdorf nach Bad Nauheim um. Am bisherigen Standort gab es keine Erweiterungsmöglichkeit. Die Salus-Klinik wird 290 Betten haben und 160 Mitarbeiter beschäftigen.

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