Dolce-Chef Harald Hock und Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß (l.) durchschneiden am Hoteleingang das rote Band - symbolisch für die Wiedereröffnung des Vier-Sterne-Hauses. Mit den beiden freuen sich die Mitarbeiter Jasmin Neuhaus (l.), Nicola Pereira und Niclas Bardo Bayer, der für den offiziellen Termin in das Mr.-Hazel-Kostüm geschlüpft ist.
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Dolce-Chef Harald Hock und Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß (l.) durchschneiden am Hoteleingang das rote Band - symbolisch für die Wiedereröffnung des Vier-Sterne-Hauses. Mit den beiden freuen sich die Mitarbeiter Jasmin Neuhaus (l.), Nicola Pereira und Niclas Bardo Bayer, der für den offiziellen Termin in das Mr.-Hazel-Kostüm geschlüpft ist.

Nach dreimonatiger Schließung

Bad Nauheim: Hotel Dolce wieder geöffnet

Es war ein trauriger Anblick für viele Bad Nauheimer. Das Areal rund um das Hotel Dolce wirkte ungepflegt. Folge der fast dreimonatigen coronabedingten Schließung. Die ist vorbei.

Scheinbar hat das Hotel Dolce einen fast dreimonatigen Dornröschenschlaf hinter sich. Geisterhaus wegen Corona. Keine Hotelgäste, das Restaurant geschlossen, ebenso der Spa-Bereich, das schmucke Jugendstiltheater verrammelt. Doch von außen unbemerkt, ist eine ganze Menge geschehen in dem Vier-Sterne-Haus, das gestern mit einer kleinen Zeremonie in Anwesenheit von Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß wiedereröffnet worden ist.

Ein neuer Chef war gekommen im Februar. Helge Lütters hatte den Posten des General-Managers von Harald Hock übernommen. Ein renommierter Experte mit 25 Jahren Erfahrung in der Branche. Doch der 52-Jährige hat die Probezeit nicht überstanden. Die irischen Besitzer des ehemaligen Kurhauses haben sich nach einem neuen Manager umschauen müssen. Sie sind fündig geworden - bei Harald Hock. Dem alten Manager. »Ich hatte damals beim Abschied gesagt, wenn es Schwierigkeiten gibt, wenn mein Hilfe gebraucht wird, dann bin ich zur Stelle«, sagt Hock. »Ich halte meine Versprechen.« Neben dem alten neuen Chef und seinem engen Mitarbeiterstab liegen harte Wochen. Das kleine Team hat nicht nur die Außenanlagen auf Vordermann gebracht (Hock selbst hat eigenen Angaben zufolge auf dem Rasenmäher-Traktor gesessen), sondern auch im Inneren dafür gesorgt, dass die Gäste sich willkommen und vor allem sicher fühlen können. Desinfektionsmittelspender, Abstände zwischen Tischen und Stühlen in der Lobby und in den Seminar-Räumen und -Sälen, Plexiglasscheiben im Empfang und vieles mehr.

70 Prozent sind in Kurzarbeit

Seit gestern beherbergt das Hotel wieder Gäste. Mit kleiner Belegschaft. 70 Prozent der Kollegen sind in Kurzarbeit. Hock geht davon aus, dass es noch lange dauern wird, bis die Vor-Corona-Belegzahlen erreicht sein werden. Das Dolce hat bislang vor allem vom Tagungsgeschäft gelebt. Das liegt wegen Corona weitgehend brach. Gute Kunden aus der Auto-Branche haben zurzeit andere Sorgen, als Weiterbildungen oder Seminare zu veranstalten. Bei vielen anderen Branchen ist die Situation ähnlich. Die wirtschaftliche Ausgangslage ist alles andere als rosig. Deshalb setzt das Dolce-Team in diesen Zeiten auch auf eine andere Zielgruppe: Touristen. Davon ausgehend, dass viele Menschen den Urlaub in diesem Jahr im eigenen Land verbringen werden, sieht sich das Dolce gut aufgestellt. Spa-Bereich mit Pool, Sauna und Wellness-Angeboten, der großzügige Platanenhof, den Kurpark vor der Tür, die Reize der Kurstadt mit zahlreichen Angeboten und die Nähe zum Taunus. Ein Volleyballfeld soll errichtet werden, zudem ein Boule-Platz. Das Hotel hat E-Mopeds zum Verleihen im Angebot. In nächster Zeit folgen E-Bikes, mit denen die Gäste die Wetterau erkunden können.

Der Anfang stimmt Hock vorsichtig optimistisch. Im Juli liegen die Belegungszahlen bei 25 Prozent. Hock hofft auf 40 bis 45 Prozent, zu denen auch Geschäftsreisende beitragen sollen.

Dennoch wissen die Betreiber, dass die Lage schwierig ist. Fast drei Monate gar keine Einnahmen. Auf der anderen Seite haben Investitionen in die Sicherheit der Gäste im Zusammenhang mit Corona hohe Investitionen erfordert, zumal das Dolce nach Angaben von Hock deutlich mehr Schutz bietet, als vom Bund und Land gefordert.

Einfach wird es nicht für das Dolce-Team in den kommenden Wochen. Aber Hock strahlt Optimismus aus: »Ich habe ein tolles Team, das mit großartigem Engagement dafür arbeitet, dass die Gäste sich bei uns wohlfühlen.«

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