Tochter Elenya (l.) und Mutter Iris Noll-Frodl sind aufgeregt, kurz bevor sie ihre langen Haare verlieren. In Hofmanns Friseursalon in Steinfurth lassen sie ihre Haare abschneiden und schicken sie dann an www.haare-spenden.de. Der Anbieter macht daraus Perücken für Krebskranke.
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Tochter Elenya (l.) und Mutter Iris Noll-Frodl sind aufgeregt, kurz bevor sie ihre langen Haare verlieren. In Hofmanns Friseursalon in Steinfurth lassen sie ihre Haare abschneiden und schicken sie dann an www.haare-spenden.de. Der Anbieter macht daraus Perücken für Krebskranke.

Haarspende

Für den guten Zweck: Zwei Feuerwehrfrauen spenden ihre Haare für Krebskranke

  • vonSebastian Schmidt
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Die Chemotherapie hat viele Nebenwirkungen, mit denen Krebskranke zu kämpfen haben. Haarausfall stellt eine zusätzliche psychische Belastung dar. Zwei Feuerwehrfrauen aus Langenhain spenden ihre Haare.

Für viele Menschen wäre es eine Tragödie. Aber zwei Langenhainer Feuerwehrfrauen haben am Freitag ihr langes Haar mit einem Lächeln im Gesicht verloren. Im Friseursalon Hofmann in Steinfurth haben sich Iris und Elenya Noll-Frodl, Mutter und Tochter, die Haare abschneiden lassen, um sie für krebskranke Kinder zu spenden.

»Die Idee kam mir, als ich eine Dokumentation darüber gesehen hatte«, erzählte die Schülerin. Sie habe mit ihrer Frisur etwas Neues ausprobieren wollen, und da habe es ihr gefallen, dass man die Haare für Krebskranke spenden könne. »Die haben schon genug mit der Krankheit zu kämpfen. Mit den Echthaarperücken kann man ihnen ein bisschen helfen.«

Haarspende für Krebskranke: Mutter ließ sich auch dafür begeistern

Ein Schlüsselereignis habe ihren Entschluss bestärkt, die langen Haare abzuschneiden. Sie habe sich die Haare in der Autotür eingeklemmt. »Da habe ich mir gesagt: So, ihr kommt ab!«

Dann ging sie zum Friseursalon - das war im November. Inhaberin Ina Möckel kannte die beiden Frauen schon. »Das sind Freundinnen von mir.« Tochter und Friseurin seien zum Entschluss gekommen, noch bis Januar zu warten. Die Schülerin erklärte: »Damit sie noch ein Stück länger sind.«

Ina Möckel (l.), die Inhaberin des Friseursalons, misst mit Kollegin Nina Treusch das Haar von Elenya Noll-Frodl. Wenn das abgeschnittene Haar länger als 35 Zentimeter ist, geht eine extra Spende an krebskranke Kinder.

In der Zeit habe sich auch ihre Mutter dafür begeistern können. Sie habe da leicht über schulterlanges Haar gehabt, aber das würde bei ihr schnell wachsen, und es sei ja für eine gute Sache, erzählte Iris Noll-Frodl. »Da habe ich zu Elenya gesagt: Weißte was? Dann machen wir ein Mutter-Tochter-Ding daraus!«

Während die beiden von ihren Beweggründen erzählen, bereiten die Salon-Inhaberin und ihre Mitarbeiterin Nina Treusch bereits den Schnitt vor. Mit einem Zollstock messen sie die richtige Länge aus. »Wir wollen mindestens 35 Zentimeter haben«, sagt Ina Möckel. Sie markieren die Schnitthöhe mit einem Haarband. Ein weiteres Haarband wird am unteren Ende des Zopfes befestigt, um die Haare zu fixieren.

Haarspende für Krebskranke: »Mein Freund ist davon nicht so erfreut.«

»Mein Freund ist davon nicht so erfreut, aber da muss er durch«, sagt Elenya Noll-Frodl. Sie habe ihr Umfeld die letzten Wochen andauernd mit dem Thema genervt. In der Schule haben die Leute gesagt: »Die macht das eh nicht.« Mutter Iris Noll-Frodl lacht: »So etwas darf man zu uns nicht sagen. Das spornt uns nur noch mehr an.« Die meisten im Umfeld der Tochter hätten gefragt, warum sie ihr langes Haar abschneiden wolle. »Aber wenn ich ihnen erklärt habe, wofür ich das mache, waren alle begeistert.«

Mitarbeiterin Treusch findet die Aktion auch super. »Wir haben viele Krebspatienten unter unseren Kunden. Ich selbst habe zwei Omas an Krebs verloren. Ich unterstütze das voll.« Die Mutter hat aus dem besonderen Friseurbesuch ein kleines Geheimnis gemacht. »Auf der Arbeit weiß bis jetzt nur eine Kollegin Bescheid.«

Haarspende für Krebskranke: Aufregung vor dem großen Schnitt

Als die Friseurin die Schere bei Elenya Noll-Frodl ansetzt, wird die Schülerin kurz ruhig. Aufgeregt sei sie schon. Sie habe die Haare zwei Jahre wachsen lassen, sagt sie. Dann kommt der Schnitt, und der Zopf ist ab. Ein Lächeln tritt ins Gesicht der Tochter. Auch bei der Mutter ist nach einem kurzen Schnitt der Zopf ab.

Sie und ihre Tochter fassen sich durchs Haar und betrachten sich mit den jetzt nur noch schulterlangen Haaren. »Gefällt mir«, sagt die Tochter. »Kann eigentlich genauso bleiben«, lacht sie. Dann diskutieren sie die Vorteile der neuen Haarlänge. Jetzt passe der Feuerwehrhelm besser. »Es wird auch leichter, das Atemschutzgerät anzulegen.«

Die abgeschnittenen Haarzöpfe von Tochter (o.) und Mutter - jetzt haben beide schulterlanges Haar

Die Haare gehen an www.haare-spenden.de, sagte die Tochter. »Ich habe einfach bei Google ›Haare spenden‹ eingegeben. Da gibt es mehrere Anbieter. Aber der hat mich am meisten überzeugt.« Die Haare schicke man dort hin. Die würden dann kontrolliert und zu Perücken verarbeitet. »Wenn das Haar mindestens 35 Zentimeter lang ist, spenden die noch eine Summe an eine Organisation deiner Wahl. Da habe ich mich auch zu Gunsten von krebskranken Kindern entschieden.«

Mutter Iris Noll-Frodl freute sich über ihre Aktion: »Es ist schön, wenn man mit so einer simplen Sache Menschen glücklich machen kann.«

Tochter Elenya (l.) und Mutter Iris Noll-Frodl sind aufgeregt, kurz bevor sie ihre langen Haare verlieren. In Hofmanns Friseursalon in Steinfurth lassen sie ihre Haare abschneiden und schicken sie dann an www.haare-spenden.de. Der Anbieter macht daraus Perücken für Krebskranke. Ina Möckel (l.), die Inhaberin des Friseursalons, misst mit Kollegin Nina Treusch das Haar von Elenya Noll-Frodl. Wenn das abgeschnittene Haar länger als 35 Zentimeter ist, geht eine extra Spende an krebskranke Kinder. Die abgeschnittenen Haarzöpfe von Tochter (o.) und Mutter - jetzt haben beide schulterlanges Haar.

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