Auf diesem Ackerland könnte die neue Multifunktionsarena entstehen. Im Hintergrund ist der Sportpark zu sehen, links ein Kran im Neubaugebiet Bad Nauheim Süd.	FOTOS/SKIZZEN: NICI MERZ/ARCHITEKTURBÜRO BLFP
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Auf diesem Ackerland könnte die neue Multifunktionsarena entstehen. Im Hintergrund ist der Sportpark zu sehen, links ein Kran im Neubaugebiet Bad Nauheim Süd. FOTOS/SKIZZEN: NICI MERZ/ARCHITEKTURBÜRO BLFP

Multifunktionsarena

Bad Nauheim: EC-Vision nimmt konkrete Formen an

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Der Startschuss für das Therme-Mammutprojekt ist noch nicht gefallen, da nimmt das nächste gigantische Bauvorhaben in Bad Nauheim bereits konkrete Formen an: die Multifunktionsarena.

Um eines vorwegzunehmen: Die Planung einer Multifunktionsarena in Bad Nauheim steht ganz am Anfang, entschieden ist gar nichts. Die handelnden Akteure - Bürgermeister Klaus Kreß, Erster Stadtrat Peter Krank und EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein - haben auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie der Architekturbüros Glöckner (Nürnberg) und BLFP (Friedberg) aber klare Vorstellungen von der Realisierung des rund 35 Millionen Euro schweren Investitionsvorhabens. Jetzt beginnt die Überzeugungsarbeit in Gremien, bei Investoren, Standort-Nachbarn und in der Bevölkerung.

Die Experten der Firma Glöckner hatten ihr Gutachten bereits im Februar vorgelegt. »Diese Studie sprang aber zu kurz, beleuchtete in erster Linie den Standort und ließ viele Fragen offen«, sagt Bürgermeister Kreß. EC-Chef Ortwein machte sich deshalb zusammen mit dem BLFP-Architekturbüro daran, eine 54-seitige Projekt-Skizze zu entwerfen, die nun abgeschlossen ist.

Standort zwischen VW und Sportpark

Danach soll die 4500 Zuschauer fassende Arena im Bereich der Talaue zwischen Sportpark und VW-Autohaus Marnet entstehen. Der Parkplatz ist direkt neben dem Autohändler vorgesehen. Beide Grundstücke befinden sich in Privatbesitz und sind zusammen rund 3 Hektar groß. Mit den Eigentümern wurde noch nicht gesprochen, Sportpark und Autohaus sind informiert.

Wie Ortwein und Kreß erläutern, gab es zu diesem Standort nur eine Alternative, ein nahe Ford-Kögler gelegenes Areal. Letztlich sprach sich Glöckner eindeutig für Variante A (Talaue) aus. Hauptargument ist die Verkehrsanbindung mit direktem Anschluss an die B 3. Von dort aus sind es nur wenige Meter bis zum Parkplatz, der über eine Abfahrt von der Friedberger Straße zu erreichen sein wird. Weitere Pluspunkte diese Grundstücks sind der fast quadratische Zuschnitt und der Flächennutzungsplan. Dort ist das Gelände bereits für Sport und Freizeit ausgewiesen. Bei der Variante B wäre eine vernünftige Verkehrsanbindung laut Gutachter kaum machbar.

»Wir haben vor allem auf eine hohe wirtschaftliche Attraktivität geachtet. Die Arena soll auch Bürgerbegegnungszentrum mit Platz für Vereine werden und Raum für Firmen bieten, die etwas mit Sport zu tun haben. Diese Unternehmen könnten als Co-Investoren einsteigen«, erklärt Ortwein. Die Arena, die nicht als »quadratischer Kasten« gedacht ist, wird aus zwei Teilen in einem Gebäude bestehen. Eine kleine Trainingshalle soll zweistöckig werden und auch Gastronomie und Büros beinhalten. Das eigentliche Stadion wird drei Geschosse haben.

Investor? EC hält sich bedeckt

Zur Frage des Hauptinvestors hält sich der Geschäftsführer bedeckt. Erst jetzt, mit einem halbwegs konkreten Konzept könne der EC in ernsthafte Verhandlungen mit zwei interessierten Unternehmen einsteigen. Laut Kämmerer Krank ist es verfrüht, über die Finanzierung oder den städtischen Anteil an den Investitionskosten zu reden. Nur so viel: »In den kommenden Jahren müssten mindestens zehn Millionen Euro bereitgestellt werden, um das alte Stadion am Leben zu erhalten.« Ein Betrag in ähnlicher Höhe als städtischer Anteil wäre also vorstellbar. Mehr Klarheit herrscht bei den Betriebskosten. Ortwein geht pro Jahr von Einnahmen und Ausgaben von je rund 1,15 Millionen Euro aus. Wobei die Stadt jährlich 400 000 Euro beisteuern würde, um Kosten für öffentlichen Eislauf und Breitensport der Vereine zu decken.

Als Betreiber würde eine Arena GmbH fungieren, der als Gesellschafter neben Stadt, EC und Investoren eine Event und Catering GmbH angehören soll. Diese Firma würde sich um die Vermarktung kümmern. Ortwein zufolge wären neben Konzerten Kongresse, Unternehmensveranstaltungen, Messen oder Sportveranstaltungen möglich.

Eröffnung im Jahr 2025?

Eine Stange Geld wäre zu erwirtschaften, würde die Stadt das Colonel-Knight-Stadion-Grundstück für Wohnbauzwecke veräußern. Während der Bürgermeister darauf nicht näher eingehen möchte, legt sich der Erste Stadtrat eher fest: »Wenn es für die Arena-Finanzierung nötig wäre, müsste man Farbe bekennen.« Ortwein hätte mit Wohnungen am Kurpark-Rand kein Problem. »Jede andere Nutzung als die bisherige wäre eine optische Aufwertung«, sagt er.

Kreß zufolge sollen die parlamentarischen Gremien im September den Auftrag für eine 190 000 Euro teure Vorentwurfsplanung vergeben. Partner soll BLFP sein. Im ersten Quartal 2021 könnten Ergebnisse vorliegen. Aufgabe des neuen Parlaments - Kommunalwahl ist im März nächsten Jahres - wäre es, eine Grundsatzentscheidung pro Arena-Bau zu fällen. Kreß: »Von heute an benötigen wir wohl vier, fünf Jahre. Die Arena könnte 2025 eröffnet werden.«

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