Schon seit mehreren Jahren pflanzen die städtischen Gärtner Blühstreifen an, um eine biologische Vielfalt herzustellen. Zum Beispiel vor dem Kurhaus. 
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Schon seit mehreren Jahren pflanzen die städtischen Gärtner Blühstreifen an, um eine biologische Vielfalt herzustellen. Zum Beispiel vor dem Kurhaus. 

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Bad Nauheim: Naturnaher Kurpark kommt gut an

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Das neue Parkpflegewerk sieht eine stärkere extensive Bewirtschaftung des Bad Nauheimer Kurparks vor. Es soll weniger gemäht werden. Was halten Parkbesucher von dieser Neuerung?

Michael und Ilona Dulok aus Wölfersheim sitzen auf einer Bank im Bad Nauheimer Kurpark. Das Gras hinter ihnen wächst höher als der sonstige kurze Rasen. "Naturnähe finden wir gut", sagen sie. Im neuen Parkpflegewerk soll dieser Faktor stärker als bisher einfließen, um die biologische Vielfalt zu erhöhen. Allerdings nicht auf allen Flächen, um die Interessen sämtlicher Bürger in Einklang zu bringen. "Wir haben auch einen großen Garten, da ist nicht alles gemäht", erzählt Michael Dulok. Für die Insektenwelt sei das wichtig.

Das "Kraut- und Rübenfeld", an dem das Paar im Kurpark sitzt, gefällt Dulok allerdings optisch nicht. "Man müsste es rund oder eckig machen, dass ein System drin ist, dann wirkt es schöner. So sieht es aus, als habe man vergessen zu mähen." Ansprechend seien dagegen die Lilienstreifen, die noch nicht blühen. "Das sieht gut und ordentlich aus, das wird eine Augenweide." Der Kurpark sei sehr schön, fügt er hinzu.

Kurpark Bad Nauheim: Labyrinth für Kinder

In puncto Naturnähe lasse sich aber mit kreativen Ideen einiges mehr tun, beispielsweise einem Labyrinth für Kinder im hohen Gras. "Und was die Mahd angeht, müsste man mit Landwirten reden, ob sie kostenlos mähen und dafür das Heu bekommen", schlägt der Wölfersheimer vor.

Sigrid Büschken aus Butzbach ist mit ihrem Nachwuchs unterwegs, auch sie findet naturnahe Flächen schön. "Gerade in der Stadt, denn versiegelte Flächen haben wir genug." Wenn im Außenbereich von Kommunen Gras gezielt wachse, um das Mahdgut an Bauern abzugeben, sei dies auch im Kurpark möglich. Eine komplett extensiv gestaltete Anlage brauche sie aber nicht, es müsse auch gemähte Inseln für Kinder oder Picknicks geben. Hohes Gras am Minigolfplatz etwa sei unpraktisch. "Aber es könnte ruhig mehr an naturnahen Flächen sein", sagt sie. Schaue sie sich am Eingang des Parks nahe dem Schwyzer Hüsli um, sehe sie nur kurzen Rasen: "Hier wäre noch viel Potenzial."

Ein Trio aus Wiesbaden und Bad Nauheim spaziert am Kurhaus vorbei. "Schaut euch das an", zeigt der Wiesbadener auf Beete vor den Terrassen. "Das war früher so schön hier - und wie sieht es jetzt aus! Durch das Unkraut wirkt es sehr ungepflegt." Was dem 67-Jährigen gefällt, sind die Blumenstreifen am Rande der Kurparkwiese, mit denen die Stadt seit einigen Jahren Blühaspekte schafft. "Das ist abgegrenzt und beigeschnitten, das sieht sehr edel aus. Dass nur hohes Grasland und Blumen da sind, würde ich nicht wollen, aber ein paar Naturstreifen mehr dürften es sein."

Kurpark Bad Nauheim: Betretungsverbot soll zurückkehren

Klaus und Renate Holländer aus Butzbach sind mit dem Park vollauf zufrieden, dessen Pflege sich die Stadt jährlich einen mittleren sechsstelligen Betrag kosten lässt. "Noch mehr Blühstreifen und naturnahe Flächen müssen nicht sein, es ist gut so", sagen sie. Denn naturnah sei der Park sowieso. "In der Blütezeit ist es eine Pracht. Die alten Bäume, es ist toll, auch die Seerosen auf dem Teich." Das Paar ist aus Butzbach, kommt einmal pro Woche in den Kurpark und genießt die "Erholung pur". Auch im Winter sei es schön, fügen die beiden hinzu.

Gabriele Siegert und Rainer Schmidt bewegen andere Fragen als Naturnähe. "Uns wundert, dass früher niemand auf die Wiese durfte, heute aber schon. Das passt nicht in den Kurpark, es gibt Bänke und andere Sitzgelegenheiten, etwa am Steg. Da ist so viel Platz", sagt Siegert. Die naturnahen Flächen seien ansprechend. "Blumenwiesen sind schön. Es ist aber mehr Arbeit als nur mit dem Rasenmäher drüber zu gehen", weiß sie. Auch die bunten Tulpen im Frühjahr seien prachtvoll gewesen. "Es ist eine kultivierte Anlage, das Markenzeichen von Bad Nauheim, so was hat nicht jeder. So, wie es ist, kann es bleiben", sagt Rainer Schmidt.

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