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Fachbereichsleiter Steffen Schneider und Bürgermeister Klaus Kreß - hier im Sprudelhof vor dem Heilmittel, der Bad Nauheimer Sole - hoffen auf eine erfolgreiche Prüfung im Jahre 2023. FOTO: PM

Nächste Stufe: Kneipp-Heilbad

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Bad Nauheim(pm). Kneipp-Kurort und Mineral-Thermal-Heilbad ist Bad Nauheim bereits. Letztere Auszeichnung hat die Gesundheitsstadt seit 1869 inne - 2011 wurde sie zuletzt reprädikatisiert. Im gleichen Jahr wurde die Stadt außerdem erstmals Kneipp-Kurort. "Nach zehn Jahren müssen diese Prädikate erneuert werden. Dabei prüft ein Gremium aus Vertretern des Regierungspräsidiums Kassel als zuständige Überwachungsbehörde und des Hessischen Heilbäderverbandes die Erfüllung der Kriterien. Wir streben neben der Reprädikatisierung als Mineral-Thermal-Heilbad zudem die Höherprädikatisierung als Kneipp-Heilbad an", erläutert Bürgermeister Klaus Kreß.

Grünes Licht aus dem Ministerium

"Eine entsprechende Überprüfung ist jedoch ohne eine Therme nicht zielführend. Da unsere derzeit in der Planungs- und Realisierungsphase befindliche Therme frühestens 2022 fertig wird, haben wir bereits 2019 bei den Aufsichtsbehörden um eine Verschiebung dieses Termins gebeten."

Vor einigen Tagen habe der hessische Wirtschaftsminister Tarek al-Wazir der Stadt grünes Licht gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Der Minister habe offiziell mitgeteilt, dass sowohl das Prädikat Mineral-Thermal-Heilbad, als auch die Erfüllung der Kriterien eines Kneipp-Heilbades, nach Fertigstellung der Therme im Jahr 2023 überprüft würden. Bis dahin behalte die Gesundheitsstadt ihren Status.

Bei der Überprüfung steht laut Stadt das örtliche Heilmittel, die einzigartige Bad Nauheimer Sole aus dem Sprudelhof und den fünf städtischen Heilquellen, besonders im Fokus. Es werde geprüft, ob sie zur Anwendung gebracht werde und ob kurörtliche Einrichtungen wie Kurparks, Fachkliniken, Kurhotels, ein Haus des Gastes, Tourist-Info oder beispielsweise Kurmusik vorhanden seien.

Im Falle des Kneipp-Kurortes und der Kneipp’schen Lehre werde geprüft, ob es Angebote zu allen fünf Säulen dieser ganzheitlichen Lebensweise gebe: Wasseranwendungen, Kräuter, Bewegung, gesunde Ernährung und Lebensordnung.

Steffen Schneider, Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb, erklärt: "Mit der neuen Therme beginnt für die Kurstadt eine neue Epoche. Viele wesentliche Punkte, die es im Zuge einer Prädikatisierung zu prüfen gilt, werden Teil unserer Therme sein. Das beginnt bei Angeboten mit der Sole, etwa Intensiv-Solebecken mit hohem Anteil an gelöstem Salz oder Sole-Wannenbäder, aber auch Warm- und Kaltbecken zur Stimulation der Gefäße und des Kreislaufs bis hin zu Kneipp’schen Anwendungen wie Arm- und Fußbäder oder Güsse. Ein Sauna- und Wellnessbereich, Bewegungsangebote - von der Wassergymnastik bis hin zum Fitnessstudio - oder ein Therapiebereich mit Angeboten zur Durchführung einer ambulanten Badekur erfüllen weitere Anforderungen."

Volkmar Dörn, Fachdienstleiter Kureinrichtungen und Therme: "Neben der Reprädikatisierung als Mineral-Thermal-Heilbad haben wir uns das Ziel gesetzt, vom Kneipp-Kurort zum Kneipp-Heilbad höhergestuft zu werden. Dabei sind die Anforderungen natürlich höher, Kurgäste erfahren aber auch ein vielfältigeres Angebot und eine höhere Kompetenz in der Anwendung der Kneipp’schen Philosophie." Dies wird insbesondere konkret durch die geplante Therapieabteilung im Badehaus 2, durch Einrichtungen wie den Gesundheitsgarten sowie durch zertifizierte Übernachtungsmöglichkeiten in "Kneipp-Häusern" wie dem Hotel Arabella und der Median-Klinik am Südpark und durch zusätzlich ausgebildete Fachkräfte. Nicht zuletzt füllt der Kneipp-Verein Bad Nauheim-Friedberg-Bad Salzhausen dieses Prädikat mit Leben.

Kreß spricht den Nutzen für die Stadt an: "Bad Nauheim kann mit einem doppelten Heilbad-Prädikat seine außerordentliche medizinisch-therapeutische Kompetenz unter Beweis stellen. Mit den beiden Prädikaten, der angestrebten Höherprädikatisierung und dem Neubau der Therme wird die Gesundheitsstadt ihr Profil als hoch attraktiver Ort der Erholung und der gesundheitlichen Prävention stärken und wird von potenziellen Zielgruppen deutlich besser wahrgenommen."

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