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Die Welle der Hilfsbereitschaft hat Geschäftsführer Helmuth Weischedel (M. mit Sonnenbrille) beeindruckt: Zum Dank hat er die beteiligten Feuerwehrleute und weiteren Helfer eingeladen.

Eintrittswelle und Einladung

Nach Brand in Bad Nauheim: Firmenchef dankt Feuerwehr auf besondere Weise

  • VonHanna von Prosch
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Nach dem Brand beim Geräteverleih Wetterau in Bad Nauheim und dem stundenlangen Einsatz der Feuerwehrleute hat der Geschäftsführer den Einsatzkräften auf besondere Weise gedankt.

Bad Nauheim – Als in der Nacht zum 29. Mai der Großbrand beim Geräteverleih Wetterau am Taubenbaum wütete, funktionierte Geschäftsführer Helmuth Weischedel wie ein Uhrwerk. Mit mehr als 70 Mann rückten gegen 2 Uhr nachts die gesamten Bad Nauheimer Feuerwehren samt Verstärkungen an und löschten bis in die frühen Morgenstunden. An diesem Tag sprach Weischedel den Einsatzkräften einen tief empfundenen Dank aus und versprach eine Einladung. Diese löste er am Montag ein.

Dankeschön für Rettungseinsatz in Bad Nauheim: Zusage in Sachen Mitgliedsbeiträge

Die Sirenen der heranbrausenden Feuerwehrautos waren diesmal zum Gruß eingeschaltet. Fast alle Feurwehrleute, die an jenem Abend beteiligt gewesen waren, kamen zum »Auflauf mit Musigg«. Mitarbeiter, Brandschutzdezernenten, Helfer und wer sonst mit dem Ereignis zu tun hatte, waren eingeladen. »Nicht nur reden, sondern tun, das passiert gerade zu wenig. Ich will mein Versprechen einlösen.«, sagte Helmuth Weischedel.

Und mehr noch: Er übernimmt für die ersten 100 Mitglieder, die sich aufgrund der Nachwuchswerbung zur Feuerwehr Bad Nauheim melden, für zwei Jahre die Mitgliedsbeiträge. Die ersten Formulare lagen nach zehn Minuten auf dem Tisch. Die Firma selbst meldete alle zwölf Mitarbeiter an, wobei drei schon länger zur Feuerwehr gehören. Stadtbrandinspektor Wolfgang Löffler zeigte sich beeindruckt: »Wir bekommen selten Dank. Das Schönste war mal ein Brief und ein Foto, als wir einen Hund gerettet hatten. Aber eine solche Aktion ist bisher einmalig.«

Für die Feuerwehr war dieser Einsatz mit insgesamt zwölf Stunden plus der Brandnachschau am Abend besonders zeitintensiv. Mehr als 70 Atemschutzgeräte waren im Einsatz, weitere mussten nachgefordert werden. Beruhigend ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist.

Brand in Bad Nauheim: Vermutlich defekter Kompressor Ursache

Wichtig für den Geschäftsführer ist außerdem, dass die Brandermittler keine Brandstiftung festgestellt haben: »Es war ein technischer Defekt vermutlich an einem Luftdruckkompressor.«

Noch während der Löscharbeiten haben die Brüder Helmuth und Bernd Weischedel - letztgenannter leitet die Friedberger Filiale - hoch konzentriert alle nötigen Schritte in die Wege geleitet, um dort weiterarbeiten zu können: vom Besorgen von Büro- und Lagerräumen bis zum Umleiten der Homepage.

Denn der Standort Bad Nauheim wird, wie Helmuth Weischedel schätzt, mindestens noch sechs bis acht Monate nicht nutzbar sein. Zurzeit geht es um die Schadensaufnahme, denn die Versicherungen benötigen Inventarlisten. Eine Hundsarbeit, versichert er: »Es ist im Bürogebäude ja alles verbrannt oder durch das Löschwasser zerstört. Und was gerettet ist, stinkt nach Rauch.«

Doch etwas anderes zählt für die Weischedels viel mehr: »Wir haben eine Welle von Hilfsbereitschaft erlebt von der Familie, den Freunden, Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden, Politikern. Das war die schönste Erfahrung.«

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