Noch ist die Bühne leer. Aber am Sonntag um 16 Uhr legen Joachim Kunze und seine Jazzband hier einen Neustart der Neuen Kurkonzerte hin. 	FOTO: HMS
+
Noch ist die Bühne leer. Aber am Sonntag um 16 Uhr legen Joachim Kunze und seine Jazzband hier einen Neustart der Neuen Kurkonzerte hin. FOTO: HMS

Musik liegt in der Luft

  • vonHanna von Prosch
    schließen

Bad Nauheim (hms). Sie sind wieder da, sie dürfen wieder spielen: die Musikerinnen und Musiker der neuen Kurkonzerte mit ihrem lebendigen, die Lebensgeister weckenden Programm. Weil weder der kleine noch der große Konzertsaal in der Trinkkuranlage geeignet ist, alle Hygienevorschriften mit ausreichend Publikum zu vereinen, haben sie die Auftritte in die Konzertmuschel verlegt. Den Beginn macht am Sonntag, 7. Juni, 16 Uhr, Joachim Kunze mit seiner Jazzband.

»Corona macht erfinderisch«, meint Musikschulleiter Ulrich Nagel. Er ist sichtlich erfreut, den wieder zahlreicher werdenden Kurgästen sowie dem Stammpublikum die beliebte Musikreihe der Neuen Kurkonzerte bieten zu können. Die Stadt ist ebenfalls dankbar, dass die Kultur in der Kurstadt wieder auflebt und zeigte sich sehr kooperativ. »Wir können etwa 90 Stühle rings um die Konzertmuschel stellen. Allerdings dürfen nur zusammengehörende Personen auch zusammensitzen. Sonst müssen wir den Abstand einhalten.«

Adressen per Fischköcher

Die strengen Auflagen sehen vor, dass selbst im Freien Name und Telefonnummer der Gäste abgegeben und vier Wochen für die Behörden aufbewahrt werden müssen, um mögliche Infektionsketten schnell nachzuverfolgen. Auf jedem Stuhl liegt ein Zettel, in den man diese Angaben eintragen kann. »Um selbst Abstand zu wahren, werden wir die Zettel wahrscheinlich mit einem Fischköcher einsammeln«, sagt Nagel schmunzelnd. Man kann auch eine Visitenkarte abgeben oder sich das Formular aus dem Internet herunterladen und vorab ausfüllen. Wer durch die Trinkkuranlage wandeln oder die Anlage passieren möchte, muss sich nicht registrieren. Bei kühlem Wetter oder Regen fallen die Veranstaltungen aus oder werden abgebrochen. Die Freiluftkonzerte sind kostenlos.

Die Bühne selbst hat etwa 75 Quadratmeter, sodass für bis zu zwölf Musikerinnen und Musiker mit Abstand genug Platz ist. Inzwischen liegt auch eine wissenschaftliche Einschätzung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe des Freiburger Instituts für Musikermedizin mit dem Universitätsklinikum und der Hochschule für Musik Freiburg vor, die, bei Beachtung aller anderen Maßnahmen, selbst für Blasinstrumente einen Abstand von zwei Metern für ausreichend hält.

Das ist die Alternative

Zur Verbreitung der Aerosole im geschlossenen Raum, insbesondere bei großen Gruppen, gibt es allerdings noch keine ausreichenden Untersuchungen und auch keine Empfehlung der Experten.

Da ist das Musizieren im Freien eine unproblematische Alternative. Jedenfalls sind die Musiker schon ganz heiß darauf, wieder für ihr Publikum zu spielen. Im Juni treten sie eine musikalische Reise durch die Welt, durch die Jahrhunderte und alle Höhen und Tiefen menschlicher Gefühle an.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare