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Mülleimer werden schlau

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Bad Nauheim (pm). Das Home Office lässt die privaten Müllberge wachsen. Aber auch im öffentlichen Bereich steigt das Abfall-Aufkommen. Das schöne Wetter habe die Menschen in den vergangenen Tagen nach draußen gelockt, sagt Steffen Schneider, Leiter des Bad Nauheimer Kur- und Servicebetriebs. »Leider sind viele öffentliche Abfalleimer regelrecht übergelaufen.

Unser Reinigungsteam hat dabei Unmengen von Coffee-to-go-Bechern, Pizzakartons und andere Take-away-Verpackungen registriert. Das Problem besteht hauptsächlich im Kurpark und im Innenstadtbereich und war in den letzten Wochen bereits verstärkt zu beobachten.«

Sensor zeigt an, ob Behälter voll ist

Die Stadt hat auf diese Situation reagiert. »Um unseren Bürgerinnen und Bürgern das saubere und gepflegte Erscheinungsbild Bad Nauheims weiterhin garantieren zu können, setzen wir auf verschiedene Maßnahmen«, erklärt Bürgermeister Klaus Kreß in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. »Wir setzen deutlich mehr Personal ein, um auch an den Wochenenden durchgehend Leerungstouren zu fahren. Am Wochenende sind bereits seit dem ersten Lockdown konstant mehr Mitarbeiter unterwegs. Wir sind in der Lage, hier kurzfristig und flexibel nachzusteuern.«

Vor drei Jahren wurden die Eingänge des Kurparks mit zusätzlichen, großen Abfallbehältern ausgestattet. »Weitere können nicht uneingeschränkt aufgestellt werden, da der Bereich des Parks denkmalgeschützt ist und Mobiliar immer auch eine Angriffsfläche für Vandalismus bietet. Die Behälter im Kurpark und weitere im gesamten Stadtgebiet, die stark frequentiert sind, bekommen nun aber ein ›Upgrade‹. Sie werden in den kommenden Wochen in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bad Nauheim mit einem Sensor ausgestattet, der unserem Bauhof meldet, wenn sie voll sind. So können wir smarte Touren planen, indem wir unsere Ressourcen zielgerichtet einsetzen. Für ein nachhaltig sauberes Bad Nauheim«, erläutert Schneider.

Die aktuelle Situation sei der Pandemie geschuldet, macht Bürgermeister Kreß deutlich. »Durch den derzeit existenziell unverzichtbaren Take-Away-Service unserer Gastronomie entsteht zwangsläufig mehr Müll. Pfandsysteme können aus hygienischen Gründen nicht mehr so einfach angeboten werden. Dennoch bitte ich jeden, zu überlegen, welcher Abfall eingespart werden kann, und ob der, der anfällt, auch zu Hause entsorgt werden kann. Jedes Teil zählt, um unsere Umwelt zu schützen«, appelliert Kreß an die Eigenverantwortung.

Immer wieder landet Abfall auf dem Boden oder wird »im Grünen« entsorgt. Wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, kontrolliert die städtische Ordnungsbehörde, unterstützt durch einen privaten Sicherheitsdienst, daher verstärkt an »Abfallbrennpunkten« und unterbindet Zusammenkünfte mit Partycharakter stringent. Insbesondere auf außenliegenden Wald- und Parkflächen soll hierdurch wilder Flaschen- und Verpackungsmüll vermieden werden. Die Kräfte werden insbesondere in den Abendstunden auch in den Parkanlagen vermehrt Präsenz zeigen, um Abfallsünder aufzuklären.

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