1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Bad Nauheim

Mini-Stars und 10 000-Euro-Burg bei Sammlermesse

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Eine Mischung aus Nostalgie, Kunst und Leidenschaft wird bei der Messe geboten.	(Foto: cor)
Eine Mischung aus Nostalgie, Kunst und Leidenschaft wird bei der Messe geboten. (Foto: cor) © Corinna Weigelt

Bad Nauheim (cor). Ricky Litterscheidt aus Grönbach zeigt auf eine große Auswahl an kleinen Wild-West-Figuren, die er Stück für Stück auf seinem Tisch postiert hat. »Die habe ich alle selbst bemalt«, sagt der Händler.

Manche von ihnen sind nach eigenen Ideen entstanden, andere nach Vorlagen. »Aber es sind alles Unikate.« Das Ergebnis seiner mühevollen Arbeit zeigte Litterscheidt am Samstag auf der Sammlermesse in Bad Nauheim. Traditionell findet sie im Kursaal des Dolce statt. Über 90 Händler und Hobbyverkäufer sind gekommen, von Wild West über Römer, Ritter und Mittelalter bis hin zu Militärfiguren oder Fahrzeugen ist hier alles erhältlich.

Zum 27. Mal trafen sich die internationalen Figurenfans in der Kurstadt. Bereits am Freitag zog es die Sammler zu einer Preview ins Hotel Rosenau. Auf mehreren Etagen wurden die Hotelzimmer geöffnet. Ausgestellte Objekte, Kauf-, Tausch- und Fachgespräche gaben einen Vorgeschmack auf das, was am Samstag im Hotel Dolce während der Hauptveranstaltung zu erwarten war. Eng aneinander gereihte Tische, gefüllt mit Kunststoff- oder Masse-Figuren von Lineol, Hausser/Elastolin, W-Germany-Figuren, die so mancher nur noch aus der Kindheit kennt, haben die Sammlerherzen höher schlagen lassen. »Eigenbedarf und Verkauf«, hieß es da nicht nur bei Ricky Litterscheidt.

»Ich möchte meine Wild-West-Sammlung verkaufen«, sagt Stephan Zoglauer aus Büggeburg bei Hannover. »Bevor die Sachen verstauben, gebe ich sie in liebevolle Hände.« Sein Herz schlage aber weiterhin für die kleinen Figuren, und alles, was dazugehört. »Ich habe Bogenbauer gelernt, interessiere mich daher für alles rund ums Mittelalter.« Die Sammlermesse selbst besuche er bereits seit zehn Jahren. Gefragt seien hier unter Sammlern auch alte Tierfiguren. »Der Zoo aus der Kindheit«, sagt Zoglauer.

Größte Messe dieser Art im Land

Was das Alter der Sammler angehe, liege das so bei 45 Plus, wie Andreas Pietruschka, Mitveranstalter vom Verlag Figuren-Magazin, erklärt. Aber es gebe auch Nachwuchs. Oft finden jüngere Sammler durch ihre Eltern zum Hobby. »Daher kommen jedes Jahr neue Messebesucher hinzu, und das auf der ganzen Welt.« Auch in Bad Nauheim treffe man stets Sammler aus vielen Ländern wie Belgien, Italien, England und den USA an. »Manche von ihnen reisen schon früher an, daher gibt es auch bei den Previews am Freitag schon immer eine große Resonanz.«

Die Sammlermesse in Bad Nauheim sei die größte ihrer Art in Deutschland. Die Händler und Sammler sehen sich aber auf vielen weiteren Figurenbörsen im Jahr. Auch Ricky Litterscheidt und Rainer Schild aus Nidderau kennen sich gut. Schild legt ebenso gerne selbst Hand an die Figuren, hat sich auch schon an Figurenplatten gewagt. Ein Hobby, das übrigens nicht nur Männer fasziniert. »Meine Frau Ursula hilft auch mit, übernimmt beim Bemalen die Feinarbeiten«, verrät Litterscheidt. Mancher Sammler greift auch tief in die Tasche, um sich seine Figuren- oder Modellwünsche zu erfüllen. Nur ein paar Tische weiter beeindruckt eine große Mittelalter-Burg die Besucher. Angefertigt wurde sie von der Firma DiedHoff aus Mannheim, die sogar einen Bemal-Service für Figuren anbietet. »So wie die Burg hier mit der kompletten Ausstattung steht, ist sie ungefähr 10 000 Euro wert«, erklärt Dustin Hoffmann. Aufträge in dieser Größenordnung könnten vorkommen. Die meisten Stammkunden interessieren sich aber für Figuren, und das auch in Brasilien oder den USA. (Fotos: cor)

Auch interessant

Kommentare