Kräuterspezialistin Christine Burk (l). erläutert den Teilnehmern der Wanderung die Heilkraft der Natur. FOTO: PM
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Kräuterspezialistin Christine Burk (l). erläutert den Teilnehmern der Wanderung die Heilkraft der Natur. FOTO: PM

Wo Medizin am Wegesrand wächst

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim-Steinfurth(pm). Auch der Heimat- und Geschichtsverein "Die Rosisten" aus dem Rosendorf Steinfurth musste seine Aktivitäten aufgrund des Coronavirus in jüngster Zeit absagen. Der Vorstand verfolgte die Entwicklung genau, vom Lockdown und dann den wöchentlichen Änderungen und dem langsamen Öffnen. "Immer im Hinterkopf war die Hoffnung, dass unsere vor Corona vereinbarte Kräuterwanderung stattfinden kann. Und tatsächlich, endlich war es wieder möglich, natürlich unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln", meldet der Verein.

Am 21. Juni traf sich eine kleine Gruppe am Parkplatz an der Wetter mit Kräuterfee Christine Burk vom Naturheilverein Bad Nauheim/Bad Vilbel. Nicht nur Frauen, wie man vermuten könnte, sondern auch fünf Männer nahmen an der Exkursion teil.

Die Vorsitzende Birgit Philippi wies anfangs auf die Abstandsregeln hin, dann ging es Richtung Wisselsheim an der Wetter entlang. Noch auf dem Parkplatz erfuhren die Teilnehmer, dass aus den Lindenblüten der dortigen Bäume ein hervorragender Tee gemacht werden könne.

Ein weiterer Hinweis: Um den Säure-Basen-Haushalt im Körper ins Gleichgewicht zu bringen und überschüssige Säuren abzuleiten, eigneten sich Kräuter bestens. Während der Exkursion verriet Burk, welche Kräuter sich gut für Salate eignen oder zu Tee verarbeitet werden können. Oder dass Rainfarn nicht essbar ist, sich aber gut zur Mottenbekämpfung eignet.

Das Fünffingerkraut, das in fast jedem Rasen zu finden ist, hat eine antibakterielle, entzündungshemmende, antivirale und immunisierende Wirkung. Das Klettenlabkraut hält das Lymphsystem im Fluss und sollte vor der Blüte geerntet werden, da mit und nach der Blüte die Wirkung nachlässt. Aus Löwenzahn kann Marmelade hergestellt werden, Heilpflanzen wie Kamille und Spitzwegerich wirken gut bei bestimmten Krankheiten. Auch können Wildkräuter zu Smoothies verarbeitet werden.

Worauf Christine Burk immer wieder hinwies: Alle verwendeten Blätter der Kräuter sollten keine Löcher und/oder Krankheiten aufweisen. "Also nur gesunde Teile verwenden, denn nur gesund macht gesund." Wichtig zu wissen ist auch, dass Wildkräuter mit rot-lila-farbenen Stielen nicht verwendet werden sollten; die meisten von ihnen sind giftig.

"Es gab viel zu zeigen und zu erklären. Vieles, was wir im heimischen Garten als Unkraut bezeichnen und entfernen, stellte sich bei unserer Wanderung als Heilkraut heraus", berichtet Philippi. Ihr Fazit: "Es war eine lehrreiche und unterhaltsame Exkursion. Wir erfuhren, dass Wildkräuter nicht nur heilen, sondern auch sättigen und mehr Vitamine und Mineralien enthalten als Gemüse."

Aber Achtung: Man sollte keine Kräuter verwenden, wenn in der näheren Umgebung Pflanzenschutzmittel verwendet wurden oder Hunde ihr Geschäft verrichten.

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