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Keine Spur mehr von Mutlosigkeit: Da sind sie wieder, die Akrobaten vom Circus Rondel. Dieses Mal kommen sie direkt vom Zirkuszelt auf das Ostersofa.

Manege frei für Home-Zirkus-Show

  • vonHanna von Prosch
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Bad Nauheim (hms). »Lieber kopfüber am Trapez als den Kopf in den Sand«: Das Motto riss die traditionsreiche Zirkusfamilie Ortmann während der Pandemie aus der Mutlosigkeit. Geradezu gedrängt, etwas Neues zu wagen hatten sie Freunde aus Bad Nauheim. Nun kann man am 5., 11. und 17. April eine 90-minütige Home-Circus-Show erleben.

Das eine ist die Spendenaktion, das andere die Zirkusshow. Diese wäre wahrscheinlich gar nicht zustande gekommen, wenn nicht Anja Metzger, Claudia Schulze-Rauschelbach, Meikel Kammer und Christian Kopp Ende November vergangenen Jahres die bundesweite Spendenaktion für den beliebten »Circus for Kids« gestartet hätten. Seit 14 Jahren bringt die Familie Ortmann mit ihrem fünftägigen Ferienprojekt in Bad Nauheim Kinder- und Elternaugen zum Leuchten. Nach zwei Auftritten im Herbst 2020 und dem folgenden Lockdown war die Familie verzweifelt. Zwölf Monate im Jahr waren sie bisher in Deutschland unterwegs gewesen. Jetzt saßen sie mit ihren Cousins vom Zirkus Jonny Casselli in ihren Wohnwägen in Langgöns fest. »In dieser Zeit waren unsere Familien sehr verbunden. Nur so haben wir das überstanden. Es ging ja auch darum, die Tradition seit acht Generationen zu erhalten«, sagt Zirkusdirektor René Ortmann.

Eltern tun sich zusammen

»Als wir im Oktober im Goldsteinpark zusammensaßen, war uns klar, dass wir etwas tun mussten«, erzählt Anja Metzger, deren Tochter stets mit Begeisterung bei dem Zirkus-Workshop dabei gewesen war. Am Ende erstellten die vier Eltern ehrenamtlich einen Flyer, machten unter dem Motto »Ein Platz am Trapez« Werbung auf Social-Media-Kanälen, Fundraising-Plattformen und in den Medien. Ortmann selbst trug das Anliegen in die Schulen, was ihm, dessen Unternehmen immer auf sicheren Beinen stand, zunächst sehr schwerfiel.

Ende Januar waren 20 000 Euro zusammengekommen - Schenkungen zum Überleben, wie sie es bezeichnen. »Wir haben herzzerreißende Kommentare aus ganz Deutschland bekommen, denn der Zirkus ist ja überall bekannt und sehr beliebt,« erzählt Metzger.

Ortmann und seine Truppe bekam durch das große Engagement wieder Mut.

Zusammen mit den Verwandten produzierten sie vor einer Woche eine große Show mit ihren Künstlerinnen und Künstlern und 15 ehemaligen Projektkindern. In Langgöns wurde das Zirkuszelt aufgebaut, Clowns, Akrobaten, Jongleure und Zauberer, die Ziegen und Tauben sind auch dabei. Ortmann macht es spannend: »Das Besondere ist, dass die Zuschauer nicht nur ein aufregendes Programm erleben, sondern wir laden sie auch hinter die Kulissen und in unser Privatleben ein. Das gab es noch nie!«

Wer einen Platz beim Home-Zirkus ergattern möchte, kann sich ein Ticket auf der Homepage www.circus-for-kids.de sichern. Man erhält dann einen Code, mit dem man sich für die Show im Internet einloggen kann.

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