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Die neue Tafel schauen sich an (v. l.): Schulleiterin Katharina Merkel, Konrektorin Andrea Burkhardt, Lehrerin Johanna Drescher, Landrat Jan Weckler, Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal und Pauline, Jakob, Sofie, Vanessa und Philipp, Klassensprecher der Klassen 3 und 4.

Lernen im Römerlager

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Bad Nauheim-Rödgen (prw). Die Schülerinnen und Schüler der Wettertalschule lernen auf historischem Grund. Dort, wo die Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, stand vor mehr als 2000 Jahren ein Römerlager. Daran erinnern jetzt zwei Erläuterungstafeln, die Landrat Jan Weckler zusammen mit Kreisarchäologen Dr. Jörg Lindenthal, der Schulleitung und den Klassensprecherinnen und Klassensprechern der Klassen 3 und 4 eingeweiht hat.

Damit könne man die Kinder für historische Themen interessieren. Gleichzeitig sollen die Tafeln von den Lehrkräften als Lehrmittel genutzt werden, um die wichtigsten bekannten Fakten zum Römerlager Rödgen zu vermitteln.

Die Wettertalschule steht direkt in einem früheren römischen Versorgungslager, das im Zuge der augusteischen Germanenfeldzüge um 10 v. Chr. errichtet wurde. Es gehört in die Zeit der sogenannten Feldzüge des Drusus und hat eine sehr wichtige Rolle für die von Mainz ausgestatteten Operationen gespielt, die die Römer bis an die Elbe führten«, berichtet Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal. Im Prinzip stand in Rödgen das, was man heute ein Logistikzentrum nennt, veranschaulichte der Kreisarchäologe die Aufgabe des Lagers, das allerdings nur für drei Jahre bestand, danach wurde es nicht mehr gebraucht.

Entdeckt wurde das Lager 1960 beim Bau der Wettertalschule. In den Jahren 1961 bis 1966 wurden die Funde archäologisch untersucht. Zu weiteren Grabungen kam es 1973 beim Straßenbau und zu einer kleineren Untersuchung während der Errichtung des Erweiterungsbaues der Schule ab 2017.

Neben einer farbigen Rekonstruktionszeichnung, die sich auf die Vorlage der Grabungsergebnisse in der Reihe Limesforschungen stützt, fand vor allem das »Wimmelbild« im Zentrum der zweiten Tafel besonderen Anklang bei den Kindern.

Lindenthal freut sich über die gelungene Ausführung und den Detailreichtum des »Wetterauer Römer-Wimmelbildes«. »Die Idee für ein solches Bild hatte ich schon lange. Sie kam beim Betrachten der berühmten Wimmelbilderbücher von Ali Mitgutsch, die meine Kinder besonders geliebt haben.«

Ein Wimmelbild mit »Fehlern«

Ein Glücksfall war die Zusammenarbeit mit dem Illustrator Herbert Druschke, der das Bild zeichnete. Das Design der Tafeln steuerte die Designerin Alex Weiher von Cliffhouse Grafikdesign bei.

Das Wimmelbild zeigt den Alltag des Römerlagers auf vielfältige Weise: Da wird exerziert und strammgestanden. Da wird gekocht und geputzt, gewaschen, Holz gehackt, die Ernte eingebracht, aber auch gegessen, getrunken, Sport gemacht und gespielt. Und auch so mancher Fehler wurde eingebaut, aber diese dürfen die Kinder selber finden.

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