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Montags ist DLRG-Tag. Rund 150 Kinder und Jugendliche sind bei den Kursen dabei. 

50 Jahre bei der DLRG

"Lebenswerk": Für Marlies Krell-Moder ist Schwimmen eine Herzensangelegenheit  

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Als Marlies Krell-Moder schwimmen gelernt hat, gab es das Usa-Wellenbad noch nicht. Heute verbringt sie viel Zeit dort, gibt Schwimmkurse bei der Ortsgruppe Friedberg-Bad Nauheim der DLRG.

Die ersten Schwimmkurse hat Marlies Krell-Moder noch im Hallenbad in Friedberg gegeben. Zu dieser Zeit war es noch nicht das "Alte Hallenbad" und auch noch kein Theater. Damals, in den 60ern und 70ern, haben unzählige Kinder in der Haagstraße schwimmen gelernt - in der Halle, die ausgefüllt war mit dem Schwimmbecken.

Heute ist das ganz anders. Das Becken ist zwar noch da, aber nicht mehr sichtbar; es ist abgedeckt. Wenn eine Kulturveranstaltung in dem alten Jugendstil-Gebäude ist, dem Theater Altes Hallenbad, sitzen die Zuschauer auf der Fläche.

Marlies Krell-Moder

Oder aber, so wie vergangenen Herbst, Marlies Krell-Moder. An dem Ort, an dem alles angefangen hat, ist sie auch für ihr Engagement geehrt worden. Die Sparkasse hatte zur Verleihung des Bürgerpreises Oberhessen in das alte Hallenbad eingeladen. Eine der Preisträgerinnen: Marlies Krell-Moder. In der Kategorie "Lebenswerk" hat sie den Hauptpreis bekommen für ihr Engagement in den vergangenen 50 Jahren in der DLRG Ortsgruppe Friedberg-Bad Nauheim.

15 Jahre Vorsitzende

1968 ist sie eingetreten - im Alter von 14 Jahren. Durch eine Freundin kam sie in den Verein. Und seitdem gibt sie Schwimmkurse - für Kinder, für Frauen oder für die, die ein Rettungsschwimmer-Abzeichen machen wollen. Sie war als Jugend- und Frauenwartin tätig. 15 Jahre hatte sie zudem den Posten der ersten Vorsitzende übernommen. Heute ist sie technische Leiterin.

Wie vielen Kindern die heute 65-Jährige in all den Jahren das Schwimmen beigebracht hat? Vielen. So vielen, dass es sich längst nicht mehr zählen lässt. Nach wie vor ist sie jeden Montag im Usa-Wellenbad - von 16 bis 21 Uhr. Das Schwimmbad hat an diesem Tag für den normalen Betrieb geschlossen, ist aber für Vereine geöffnet.

Rund 150 Kinder bekommen dann Schwimmunterricht - von den Anfängern bis hin zum Goldabzeichen-Kurs. Zudem, erzählt Marlies Krell-Moder, gibt es an einem anderen Tag in der Woche noch die Rettungsschwimmer-Kurse sowie die Frauenschwimmkurse, die Marlies Krell-Moder schon immer am Herzen gelegen haben.

Herzensangelegenheit Ehrenamt

Überhaupt ist das Ehrenamt für sie eine Herzensangelegenheit. Seit über 50 Jahren ist sie dabei. "Mir macht es total viel Spaß, mit anderen Leuten zu arbeiten." Dazu kommt ihre Überzeugung: "Einem Menschen, der nicht schwimmen kann, fehlt etwas."

Wie sie selbst schwimmen gelernt hat, weiß sie gar nicht mehr. Ihre Eltern, erzählt sie, waren oft schwimmen (auch im Hallenbad in Friedberg). Sie, noch ein Kleinkind, hat währenddessen in einer der Fußwannen neben dem Becken gebadet.

Heutzutage, so hat es Marlies Krell-Moder in all den Jahren beobachtet, komme es immer häufiger vor, dass Kinder nicht schwimmen können. Aufgefallen sei ihr das zum Beispiel, wenn sie Grundschüler unterrichtet hat. "Ein Drittel der Schüler kann in der vierten Klasse noch nicht schwimmen." Das habe viele Gründe. Was sicher mit hineinspiele: Dass es nur vier Hallenschwimmbäder im Wetteraukreis gibt. Bad Nauheim, Butzbach, Karben, Gedern.

Nachfrage nach Kursen groß

Die Kinder und Jugendlichen, die an den Montagen bei den Kursen der DLRG dabei sind, kommen daher aus dem gesamten Kreisgebiet. "Die Nachfrage an Schwimmkursen ist riesig", erzählt Marlies Krell-Moder. "Deswegen ist hier montags jeder Fitzel Wasserfläche belegt" - sogar das beheizte Außenbecken wird für Trainingszwecke genutzt.

Rund 35 Ehrenamtliche der DLRG sind dann im Einsatz. Das 50 Meter lange Becken ist in mehrere Abschnitte geteilt. Auf der einen Bahn schwimmen die Kleinen Brust, daneben kraulen die Älteren. Überall am Beckenrand stehen Frauen und Männer in gelben T-Shirts mit dem roten Schriftzug DLRG. Und immer mittendrin: Marlies Krell-Moder. "Ich mache das unheimlich gerne. Es ist eine tolle Sache, man bekommt auch viel zurück", sagt sie. "Und was kann es besserer geben, als zu sehen, wie sich jemand entwickelt."

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