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Lebensbaum steht für Verbundenheit

  • VonGeorgia Lori
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Bad Nauheim (geo). Im Frühjahr wurde der Ausländerbeirat neu gewählt. Als erste Aktion, berichtete der Vorsitzende Sinan Sert am Samstag in der Trinkkuranlage, schlug Ernesto Filippelli die Kunstaktion »Bad Nauheim ist bunt« vor. Zum Team zählten auch Emine Antolic, Mahnaz Jafari und Lara Tomasoni. Mit viel Leidenschaft und Engagement bereiteten sie den Kindern ein unvergessliches Erlebnis.

»Es ist eine tolle, verbindende Idee, dass die Kinder frei malen und ihre Ideen auf Papier bringen. Ihre Kunst findet auf dem Lebensbaum Platz«, sagte Ali Bulut, im Magistrat zuständiger Dezernent für den Ausländerbeirat. Emine Antolic schrieb das Konzept zum Projekt. »Wegen der Corona-Pandemie gab es für die Kinder keine Angebote. Sie konnten weder Freunde treffen noch an Aktionen teilnehmen. Wir wollten etwas bewegen«, sagte Antolic. Im Sommer seien Open-Air-Aktionen wegen sinkender Inzidenzwerte optimal. Antolic betonte, der Lebensbaum werde bewusst gemeinsam gestaltet. Die Wurzeln und der Stamm stünden für den Halt, den Migranten brauchten, um sich entwickeln zu können. Das Projekt sei ein Symbol für Vielfalt und Verbundenheit der Menschen miteinander.

Filippelli, freischaffender Künstler und Kunsttherapeut, betont, die Kinder sollten sich auch nach zehn Jahren noch daran erinnern, dass sie den Lebensbaum gemeinsam gestaltet haben.

Der Lebensbaum wurde auf einer 2 mal 2,40 Meter großen Leinwand vorab gemalt. 100 runde Leinwände der Kinder werden an den Ästen befestigt. 30 Leinwände wurden von Drittklässlern der Stadtschule mit Acrylfarben bemalt, 70 stammen von der Aktion in der Trinkkuranlage. Motive wie Autos oder Regenbögen entstanden. Am 22. August wird das Werk in der Trinkkuranlage präsentiert und ist danach im Rathaus zu sehen.

Der Lebensbaum präsentiere in jeder Religion und Kultur das Leben, erklärte Filippelli. »Die Arbeit mit den Kindern macht viel Spaß. Sie kennen keine Grenzen«, sagte er. Mahnaz Jafari sagte: »Es ist ein guter pädagogischer Ansatz, schon mit Kindern das friedliche Miteinander zu leben.«

Die Kinder kommen aus Syrien, Afghanistan, Tschetschenien, Deutschland, Iran, Irak und Polen. Riza Orfali aus Syrien arbeitet in der Flüchtlingshilfe. »Die Kinder sind sehr glücklich. Mithilfe des Malens können sie Emotionen verarbeiten«, sagte sie. Tomasoni, die beim Stadtmarketing Bad Nauheim arbeitet, hilft beim Verteilen der Farben und freut sich über die große Resonanz. Die Aktion wird gefördert vom Bundesfamilienministerium und dem Projekt »Demokratie leben!« des Wetteraukreises.

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