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Bad Nauheim: So ist die Corona-Lage an der Kerckhoff-Klinik vor den Lockerungen

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Von: Christoph Agel

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Der Haupteingang der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim.
Covid-19-Patienten gibt es auf der Intensivstation der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim aktuell kaum welche. Dennoch sieht man dort den geplanten Lockerungen alles andere als entspannt entgegen. (Archivfoto) © Nicole Merz

Die Corona-Regeln werden in Hessen ab dem 3. April gelockert. Wie bewertet man dies an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim und wie ist die Lage dort?

Bad Nauheim – Klar ist: Auch nach dem 2. April muss in Krankenhäusern Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Aber hinsichtlich der Corona-Regeln macht sich Hessen ab dem 3. April locker. Was die Einen gut finden, treibt den Anderen Sorgenfalten auf die Stirn. Diese Zeitung hat sich bei der Bad Nauheimer Kerckhoff-Klinik danach erkundigt, wie man dort die aktuelle Corona-Lage bewertet und wie man in die Zukunft blickt.

Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim: Wenige Corona-Patienten auf Intensivstation

Aktuelle Belegung - Glücklicherweise sei die Belegung auf der Intensivstation mit Covid-19-Erkrankten, bedingt durch den relativ hohen Impfschutz der Bevölkerung, gering, teilt die Kerckhoff-Klinik mit. Die Belastung auf der Normalstation variiere. Sie sei in dieser Welle teilweise sogar höher als in den vorherigen Wellen. Das Wichtigste: Dank des Impfschutzes erkranken weniger Patienten schwer oder sterben gar.

Long- oder Post-Covid - Auch in der Kerckhoff-Klinik werden - in den pneumologischen, kardiologischen und rheumatologischen Ambulanzen - zunehmend Patienten mit entsprechendem Leiden behandelt, obwohl es mittlerweile auch Spezialambulanzen für Long- und Post-Covid gibt, etwa am Uniklinikum in Gießen. Die Symptome sind vielfältig wie beispielsweise Luftnot, Geruchsstörungen, Abgeschlagenheit, aber auch neurologische Störungen und unspezifische Symptome. Neben der Therapie ist die Diagnostik ein zentraler Baustein, um andere Erkrankungen abgrenzen zu können.

Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim: Corona-Lockerungen kommen verfrüht

Personalausfälle - Bei den aktuellen Rekordinzidenzen in Deutschland wird auch die Bad Nauheimer Kerckhoff-Klinik nicht verschont. Dennoch seien die Personalausfälle noch überschaubar und kompensierbar, teilt die Klinik auf Nachfrage mit. Schutz und Gesundheit der Patienten und Mitarbeiter stünden an oberster Stelle. »Wir sehen hier, dass wir mit unserem hauseigenen Schutzkonzept sehr gut aufgestellt sind und sich die gesamte Belegschaft konsequent an alle Hygieneregeln hält. Die wesentlichen Infektionsquellen unserer Mitarbeitenden befinden sich im privaten Umfeld.«

Blick auf Lockerungen - Man müsse natürlich wieder zur Normalität zurückkehren, der Zeitpunkt sei aber verfrüht, kritisiert die Kerckhoff-Klinik. »Denn die derzeit dominante Omikron-Variante stellt für die vulnerablen Gruppen ein weiterhin nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Daher gehen wir davon aus, dass die Hospitalisierungsinzidenz zeitverzögert ansteigen wird. Zudem werden wir uns darauf einstellen müssen, dass wir ggf. durch Kriegs-Flüchtlinge aus der Ukraine weitere nicht geimpfte Menschen aufnehmen werden.«

Maskenpflicht, kein Besuch und keine Begleitpersonen – hohe Corona-Inzidenz bereitet weiter Sorge

Masken - Gerade das Tragen einer medizinischen Maske in geschlossenen Räumen habe wissenschaftlich belegt gezeigt, dass es ein sehr guter Schutz sei, heißt es in der Antwort der Klinik zu diesem Thema. »Die Maßnahme ist einfach und wenig belastend, so dass aus unserer Sicht ein großer Nutzen-Risiko-Effekt entsteht. Wir empfehlen bei der hohen Inzidenz weiterhin in geschlossenen Räumlichkeiten und bei großen Menschenansammlungen, die Maske zu tragen.«

Strenge Regeln - Die Kliniken müssten die gesetzlich vorgegebenen Lockerungen noch nicht vollständig umsetzen, so dass beispielsweise das Tragen einer Maske in den Kliniken erhalten bleibe, teilt die Kerckhoff-Klinik mit. »Ergänzend werden wir nach aktueller regionaler Situation unsere Maßnahmen ausrichten. Gemeinsam mit dem Gesundheitszentrum Wetterau haben wir uns entschieden, das Besuchsverbot in der Klinik bis zum 2. April aufrechtzuerhalten, um sowohl unsere Patient:innen, als auch unsere Mitarbeitenden bestmöglich zu schützen.

Wir sind uns bewusst, dass die Besuche sowohl für Angehörige als auch Patient:innen sehr wichtig sind, trotzdem haben wir uns aufgrund der besorgniserregenden Zahlen dazu entschieden, Besuche und Begleitpersonen weiterhin noch nicht wieder zuzulassen, und bitten hierfür um Verständnis.« (Christoph Agel)

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