1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Bad Nauheim

E-Ladesäulen: Firmen-Fahrzeugflotten im Blick

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Bernd Klühs

Kommentare

bk_saeule_210122_4c_3
Halb öffentliche Ladestationen wie die auf dem Parkplatz des neuen Tegut-Marktes sind nach Ansicht der Stadtwerke von großer Bedeutung für den Umstieg auf E-Mobilität. © Nicole Merz

Bad Nauheim (bk). Bei einer Diskussion im Bauausschuss über den Ausbau der Lade-Infrastruktur für E-Fahrzeuge in Bad Nauheim hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Thorsten Reichel im September eine interessante Aussage getroffen: Öffentlich zugängliche Stationen seien nicht entscheidend für den Umstieg, wichtiger seien mehr Ladepunkte auf Privatgeländen und Firmengrundstücken, in Parkhäusern oder auf Supermarkt-Parkplätzen.

Diese Aussage hat sich die Kenia-Koalition offenbar zu Herzen genommen. Sie legte für die Parlamentssitzung am Donnerstagabend einen Antrag vor, der die finanzielle Förderung von Lade-Infrastruktur bei Unternehmen und Kommunen zum Inhalt hat. Er wurde einstimmig verabschiedet.

Im Antragstext wird auf ein neues Programm der KfW-Förderbank verwiesen, das speziell auf Firmen-Fahrzeugflotten zugeschnitten ist. Dafür werden 350 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, pro Ladesäule gibt es einen Zuschuss von maximal 900 Euro. »Um den Umstieg auf klimaneutrale Fahrzeuge zu schaffen, ist die Lade-Infrastruktur von essenzieller Bedeutung«, begründete Steffen Mörler (CDU) den Koalitionsvorstoß. Die Stadtverwaltung soll das Angebot nicht nur zum Ausbau ihrer eigenen E-Ladestationen nutzen, sondern auch bei Privatunternehmen für das Förderprogramm werben.

Ladestationen plus Fotovoltaik

Bürgermeister Klaus Kreß verwies auf die bereits laufenden Aktivitäten der Stadtwerke in dieser Sache. Nach Angaben von Reichel hat das kommunale Unternehmen nicht nur die eigene Infrastruktur ausgebaut, sondern arbeitet auch mit Unternehmen in Bad Nauheim zusammen, die eigene Ladesäulen mit einer Fotovoltaik-Anlage kombinieren.

Unklarheit herrschte am Donnerstag darüber, welche Kosten für Ladesäulen anfallen. Wie Kreß meinte, decke das KfW-Programm bei Weitem nicht den Investitionsaufwand, der je nach Ladeleistung zwischen 2000 und 12 000 Euro liege. Diese Angabe bezweifelte CDU-Fraktionschef Manfred Jordis am Rande der Sitzung. Er bezifferte die Kosten auf 500 bis 2000 Euro.

Auch interessant

Kommentare