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Kurt Linkenbach

Kurioses Wahlergebnis in Schwalheim

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Bad Nauheim (bk). Nur in zwei von fünf Ortsbeiräten der Stadt Bad Nauheim haben die Kommunalwahlen die Sitzverteilung verändert. Die teils großen Verschiebungen bei den Prozentpunkten für die einzelnen Parteien macht sich bei der Vergabe der Mandate also nur wenig bemerkbar.

Kernstadt : Beim Kernstadt-Ortsbeirat gab es lange einen Dreikampf an der Spitze zwischen CDU, FW/UWG und Grünen. Letztlich hat die Union mit 27,0 Prozent (minus 0,5 Prozent) hauchdünn die Nase vorne. Die Freien Wähler verbuchen 26,6 Prozent (plus 4,0). Die Grünen haben enorm zugelegt und erreichen 21,2 Prozent (plus 9,4). SPD und FDP kommen mit je 12,6 Prozent gleichauf ins Ziel, wobei Sozialdemokraten 8,3 und Liberale 1,5 Prozent verlieren. Obwohl die CDU nur 267 Stimmen mehr als FW/UWG erhalten hat, stellt sie mit drei Mandaten die stärkste Fraktion. Für FW/UWG und Grüne gibt es je zwei Sitze, für SPD und FDP je einen. Aufgrund ihres schwachen Ergebnisses hat die SPD ein Mandat an die Grünen verloren. Ortsvorsteher dürfte der 79-jährige Kurt Linkenbach (CDU) bleiben, der dem Ortsbeirat mit einer Unterbrechung seit 1989 angehört.

Nieder-Mörlen : Im zweitgrößten Stadtteil drücken sich die großen Gewinne der Freien Wähler, die 45,5 Prozent (plus 11,6) erhalten haben, nicht in der Sitzverteilung aus. Die FW/UWG, die mit Matthias Lüder-Weckler weiter den Ortsvorsteher stellen dürfte, verharrt bei zwei Mandaten. Auch ansonsten bleibt alles beim Alten: Die CDU mit ihren 22,6 Prozent (minus 7,5) erhält ebenso einen Sitz wie SPD (11,7 Prozent, minus 12,1) und FDP (11,8, minus 0,3). Die Grünen waren diesmal angetreten, bleiben aber mit 8,5 Prozent ohne Mandat. Die Wahl war eindeutig geprägt vom Streit um die Zukunft des »Friedhofparks«, was die dominierende Position der Freien Wähler (contra) und die extremen Verluste der SPD (pro) zeigen.

Steinfurth : Zu den Wahlen im Rosendorf gibt es nicht viel zu sagen. Die Freien Wähler haben ihre herausragende Position noch einmal verbessert. Mit einem Zuwachs von 3,1 Prozent erreichen sie sage und schreibe 68,3 Prozent. Mehr als drei Sitze gibt es dafür trotzdem nicht. Eine weitere Amtszeit von Ortsvorsteher Markus Philippi ist zu erwarten Wie gehabt ziehen CDU (17,8 Prozent, minus 5,0) und SPD (10,5 Prozent, minus 1,4) mit jeweils einem Vertreter in den Ortsbeirat ein. Die FDP (3,4 Prozent) war chancenlos.

Schwalheim : Ein kurioses Resultat ist in Schwalheim zustande gekommen, wobei auch hier der Streit um ein geplantes Baugebiet, eine entscheidende Rolle gespielt hat. Die FW/UWG bleibt zwar stärkste Kraft, hat mit 29,9 Prozent aber Riesenverluste (minus 17,4 Prozent) eingefahren. Eindeutige Gewinner sind die Grünen, die sich um 14,8 auf 25,1 Prozent gesteigert haben, und die FDP (16,8 Prozent, plus 12,4). Die weiteren Ergebnisse: CDU 17,5 Prozent (minus 1,7), SPD 10,7 Prozent (minus 8,1). Im Vergleich zur bisherigen Besetzung des Ortsbeirats gibt die FW/UWG einen Sitz an die FDP ab. Somit kommt es zur merkwürdigen Konstellation, dass trotz der großen Abstände bei der Prozentverteilung jede der fünf Parteien ein Mandat erhält. Im Vorfeld hatten sich einige Kandidaten eindeutig gegen die Fortsetzung der Tätigkeit von Ortsvorsteher Klaus Englert (FW/UWG) ausgesprochen. Die Freien Wähler haben zwar die meisten Prozentpunkt, sind aber nicht stärkste Fraktion. Bleibt abzuwarten, auf welchen Ortsvorsteher sich eine Mehrheit einigen wird.

Rödgen/Wisselsheim : Über die Lage in den beiden kleinsten Stadtteilen hatte die WZ bereits in ihrer gestrigen Ausgabe berichtet. An der Sitzverteilung hat sich nichts geändert: CDU 2, FW/UWG, SPD und FDP je 1. Ortsvorsteherin dürfte Gisela Babitz-Koch (CDU) bleiben. ARCHIVFOTO: NIC

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