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Über die Charity-CD freuen sich (v. l.) Jürgen Kammer, Heike Reininghaus, Produzent Andy Ludyk und Dieter Sautier.

Kulturschaffende unterstützen

  • VonHarald Schuchardt
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Bad Nauheim (har). Aus einem hessenweiten Charity-Projekt für Kulturschaffende ist »fast ein Wetterauer Projekt« geworden, sagt Produzent Andy Ludyk. Vor vier Wochen erschien die Charity-CD »Kulturgesichter 069 Allstars«. Mit deren Erlös sollten Kulturschaffende - vom Bühnenbauer und Fahrer über Techniker bis hin zu den Künstlern selbst - unterstützt werden, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders hart getroffen sind.

Die Idee dazu hatte der bekannte Frankfurter Produzent Ludyk, der unter anderem für den Soundtrack von »Das Wunder von Bern« oder »Lammbock« verantwortlich zeichnete, mit internationalen Künstlern wie Motörhead, Mother’s finest oder Melissa Etheridge zusammenarbeitete.

Für die CD holte er hessische Formationen wie Flatsch, Crackers, Badesalz oder Musiker der Rodgau Monotones ins Boot. Mit der Bad Nauheimer Formation »Reininghaus«, der Friedberger Band »Elfmorgen« und der »Tom-Stryder-Band« aus Nidda findet der Musikfan gleich drei einheimische Formationen.

Im Studio in Ober-Widdersheim

Doch das ist noch nicht alles. Produziert wurde die CD in Stryders Tonstudio »Wellenmanufaktur« in Ober-Widdersheim. »Das ist fast ein Wetterauer Projekt«, witzelt Andy Ludyk im WZ-Gespräch zusammen mit Sängerin Heike Reininghaus in deren Bad Nauheimer Wohnung.

Mit dabei sind deren Ehemann Jürgen Kammer, zugleich Keyboarder der Reininghaus-Band, und deren Schlagzeuger Dieter Sautier. Per Livestream aus Ober-Widdersheim zugeschaltet war Tom Stryder.

»Wir sind unglaublich stolz, dass wir auf dieser CD dabei sind«, freuen sich Heike Reininghaus und ihre Bandmitglieder. Mit ihrem in diesem Jahr veröffentlichten Song »Nora« ist die Band zu hören.

Elfmorgen ist mit »Bei aller Liebe« vertreten, die Tom-Stryder-Band mit »It’s alright«.

Ludyks Ziel es war, eine stil- und generationsübergreifende CD zu produzieren. Insgesamt 18 Lieder befinden sich darauf, darunter auch eine Neuaufnahme des Flatsch-Klassikers »Gute alte Zeit« im Stil von »We are the World«. Wie es zu dem hessischen Allstar-Song kam, erzählt Ludyk: »Ich wollte unbedingt ein gemeinsames Lied haben. Die Gute alte Zeit ist hessisches Kulturgut, so wie ›Erbarme, zu spät, die Hesse komme.‹«

Er fragte bei den Ex-Flatsch-Mitgliedern Olaf Mill und Gerd Knebel an. Die gaben sofort ihr Okay, ihren Klassiker mit vielen hessischen »Superstars« noch einmal neu aufzunehmen - unter einer Bedingung: Es musste der Originaltext gesungen werden.

Im tiefsten Lockdown begann die Produktion, die Stryder übernommen hatte. Der erstellte zunächst eine Klavierspur, die er an die Musiker schickte. Nach und nach kamen deren Aufnahmen zurück, doch die Hälfte aller Beteiligten kam direkt in sein Studio nach Ober-Widdersheim, so auch Heike Reininghaus, die dort ihren Solopart einsang und auch Teil des Background-Chores wurde.

»Viele Künstler waren froh, dass sie raus kamen und was machen konnte. Mit Masken und viel Desinfektionsmittel hat das alles bestens geklappt«, erzählt Stryder, der schließlich aus weit über 100 Tonspuren den Allstar-Song produzierte. Alles in allem dauerte die Produktion etwa zwei Monate. Stryder: »Durch den Chor haben wir einen ›We-are-the-world-Effekt‹ erzielt.«

Der CD-Titel leitet sich von der bundesweiten Fotoaktion »Kulturgesichter« während der Pandemiezeit ab, wobei die Telefonvorwahl 069 für die Region Frankfurt steht.

In Osnabrück hatte zuerst Saxofonist Tommy Schneller die Idee, eine CD mit regionalen Künstlern herauszubringen. Produziert wurde diese von Thomas Schenk, bekannt geworden als Produzent der »Bravo-Hits«.

»Da dachte ich, das müssen wir auch machen«, sagt Ludyk, der Schneller schon viele Jahre kennt. So erhielt auch Schneller die Klavierspur und spielte den Saxofonpart ein.

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