Andy King

Konzert-Streit um einen Elvis-Interpreten in Bad Nauheim

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Alle lieben Elvis. Vielleicht kochten deshalb die Gefühle so hoch, als es jüngst um ein geplantes Event von Andy King im Bad Nauheimer Hotel Dolce ging.

Andreas Stolzenthaler alias »Andy King - Elvis Tribute Artist« hat kürzlich eine wütende Stellungnahme auf Facebook gepostet. Zielscheibe waren das Bad Nauheimer Hotel Dolce by Wyndham und die Elvis-Presley-Gesellschaft (EPG), Grund ein geplantes dreitägiges Event von King im Dolce, dessentwegen sich das Hotel mit der EPG abstimmen wollte. Maria Hesterberg, Vorsitzende der EPG, hatte laut King ein Veto gegen seinen zunächst geplanten Termin am 27./28./29. August eingelegt: Das Datum liege zu dicht am European Elvis Festival, welches die EPG Jahr für Jahr in Kooperation mit der Stadt Bad Nauheim organisiert. Wie Andy King schildert, wollte er daraufhin auf Ende September ausweichen. Doch als das Dolce auch hierfür erst die EPG habe fragen wollen, habe der Sulzfelder abgesagt. Nun steigt sein Event im Best Western Hotel Rosenau.

King: Schon einmal ein Problem

Für ihn sei es nicht das erste Mal, ärgert sich King, dass es in Bad Nauheim im Zusammenhang mit dem Festival gehakt habe. 2014 habe die Stadt ein Veto eingelegt, als er einen Saal im Sportheim von der Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) gemietet habe. Begründung sei stets das Argument, sein Konzert sei eine Konkurrenzveranstaltung, was Andy King nicht versteht: »Es ist kein Vergleich, wenn zu mir 50 Besucher kommen und zum Festival Zehntausende.«

Wie er anmerkt, seien die Organisatoren der EPG »feindselig« gegen Interpreten, die wie er im »Jumpsuit« auftreten, dem Outfit von Elvis aus den 70er Jahren. Er wolle sich die Kleidung aber nicht vorschreiben lassen. »In Bad Nauheim könnten wir so schön was aufziehen, wenn alle an einem Strang zögen«, bedauert King.

Kritik am Outfit

Heiko Jönsson, zweiter Vorsitzender der EPG, erklärt auf Nachfrage: »Wir und die Stadt haben eine Vereinbarung mit dem Dolce, dass sechs Wochen vor und nach unserem Festival keine Elvis-Veranstaltungen dort stattfinden sollen.« Laut dem Hotel sei Andy Kings Konzert als Privatveranstaltung angefragt gewesen. Aufgrund seiner Werbung im Internet habe das Hotel dann aber ebenso wie die EPG gesagt: »Es ist keine Privatveranstaltung, sondern was Größeres.« Das Dolce habe Andy King daraufhin angerufen, um gemeinsam einen neuen Termin zu finden. »Uns ist wichtig, dass es keinen Streit zwischen uns gibt. Das hat auch nichts mit Konkurrenz und Neid zu tun«, sagt der 56-Jährige.

Wie Jönsson betont, erstellen und verteilen EPG und Stadt stets ein Programm zum Festival, das auch Veranstaltungen beinhalte, die außerhalb des Festivalzentrums stattfänden. Ein Beispiel sei das Theater am Park, wo an drei Tagen Konzerte mit Andy King geplant seien. Zum Thema Elvis-Outfit erwidert Jönsson: »Die ›Jumpsuits‹ sind unserer Ansicht nach nur Elvis vorbehalten. Wenn ein Künstler gut singen und performen kann, braucht er das nicht.«

»Sechs-Wochen-Frist ist durchaus branchenüblich«

Jesse Jansen, Assistant Director of Sales & Marketing des Hotels Dolce, erklärt: »Eine derartige Vereinbarung wie die Sechs-Wochen-Frist ist durchaus branchenüblich.« Die Veranstaltungsanfrage kam laut dem 29-Jährigen weder von Andy King noch von seinem Management, sondern zunächst von einer weiblichen Privatperson. »Auf das dann unterbreitete Angebot haben wir bis heute keine Antwort erhalten, ein Vertrag bestand noch gar nicht. Statt wie zwischen Vertragspartnern üblich das Gespräch mit uns zu suchen, wählte Herr King die Kommunikation über Facebook, was uns sehr unpassend erscheint.« Das Dolce habe den Eindruck, als Event-Location ungerechtfertigterweise zwischen die Fronten zu geraten. »Hier werden auf unserem Rücken - und dem unserer Mitarbeiter - in einer weiß Gott wirtschaftlich schwierigen Zeit Unstimmigkeiten zwischen zwei Veranstaltern ausgefochten.« Wie Jansen betont, sind öffentliche Elvis-Veranstaltungen außerhalb der Sechs-Wochen-Regelung jederzeit möglich, sofern die Pandemie-Situation und bereits bestehende Termine anderer Veranstalter dies zuließen.

Zur Frage, ob sein Konzert privat oder öffentlich sein sollte, sagt Andy King: »Es war eine Art geschlossene Gesellschaft.« Trotzdem habe er Werbung gemacht, da noch geringe Kapazitäten frei gewesen seien. Sein Event im Rosenau sei ausgebucht.

Planungen für Elvis Festival

Das European Elvis Festival in diesem Jahr ist für Freitag, 13. August, Samstag, 14. August, und Sonntag, 15. August, geplant. Laut Heiko Jönsson, dem zweiten Vorsitzenden der Elvis-Presley-Gesellschaft, laufen die Planungen für das Festival in diesem Jahr »ganz normal«. Ob die Großveranstaltung letztlich stattfinden werde, sei momentan allerdings nicht vorherzusagen. »Falls nicht, wird es wieder eine abgespeckte Version geben. Wir planen in beide Richtungen.«

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