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Für Körper, Geist und Seele

  • vonCorinna Weigelt
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Bad Nauheim (cor). Wer sich gesund ernährt, sich viel bewegt, sich auch mal entspannt und auf schädliche Laster verzichtet, bleibt bekanntlich eher gesund. Gesundheit erhalten und Lebensqualität verbessern - das sind nur zwei der Ziele, die der »Verein für gesunde Lebensstile und Primärprävention - besser leben« verfolgt. Zweimal im Jahr bietet er das Fastenwandern an. Zum 50. Mal organisierte Vorsitzende Siegrid Bourdin nun im Frühjahr die beliebte Gesundheitsvorsorge. Zwei Gruppen reisten im März auf die Insel Rügen. Am Ende bescherte eine Verordnung den Teilnehmern eine verfrühte Heimreise.

Etwa 60 Menschen aus sechs Bundesländern nahmen das Angebot wahr und freuten sich auf einen angenehmen Aufenthalt im Wellness-Waldhotel in Göhren. Unter der fachkundigen Begleitung von Siegrid Bourdin war auch die Bad Nauheimerin Christel Theurer dabei.

Seit 28 Jahren organisiert Bourdin die Fahrten, die die Teilnehmer unter anderem bereits nach Westerland, Usedom, in den Spreewald oder nach Kärnten geführt haben. »Fasten ist ein traditioneller Weg, um sich körperlich, seelisch und geistig zu reinigen«, sagt die Organisatorin.

»Für den Körper ist das immer erst eine Umstellung«, weiß Theurer. Gefastet werde während des Aufenthalts mit Säften, Tee und Wasser, 7 bis 14 Tage lang. »Schon nach zwei Tagen spürt man eine Steigerung der Vitalität«, beschreibt Theurer. Das gemeinsame Programm bereitete aber auch Spaß. Unter Anleitung qualifizierter Sporttherapeuten starteten die Teilnehmer mit Gymnastik (Muskelaufbautraining) in den Tag. Nach einem vitaminreichen Morgentrunk folgten mehrstündige Wanderungen.

Schneller Aufbruch wegen Corona

Die 50. Fastenwochen endeten dann aber anders als erhofft, nämlich zwei Tage vor der geplanten Abreise. »Um 5.15 Uhr früh klingelte mein Handy«, erinnert sich Bourdin. Seitens der Hotelleitung sei ihr mitgeteilt worden, dass alle bis um 18 Uhr die Insel verlassen müssten. »Eine Anordnung des Ministerpräsidenten.« Zeit bis um 18 Uhr blieb den Teilnehmern aber nicht. Bereits um 8 Uhr standen die Taxis vor der Tür. »Wir alle haben die Corona-Situation ja genau beobachtet«, sagt Bourdin. Trotzdem habe man gehofft, die Fastenwochen bis zum Ende durchführen zu können. Auf zwei Tage und zwei Wanderungen zu verzichten, sei allen schwerer gefallen als der Verzicht auf feste Nahrung, sagt Bourdin. Jeder habe aber für die Pandemie-Maßnahmen Verständnis gezeigt.

Zu den positiven Effekten des Fastens zählen die Stärkung des Immunsystems, die Normalisierung des Stoffwechsels und eine Entsäuerung des Körpers. Wichtige Entgiftungsorgane wie zum Beispiel die Leber werden entlastet. Das Fasten wirkt entzündungshemmend, vor allem im Verdauungstrakt und im Bewegungsapparat. Weitere positive Effekte: vitaleres Aussehen und klare Augen, intensivierte Sinneswahrnehmungen. Darüber hinaus kann das Fasten ein Impulsgeber für Veränderungen im Leben sein, zur Verbesserung der Schlafqualität und zum Abnehmen verhelfen. »Ich selbst habe 1987 das erste Mal auf eigene Faust zu Hause gefastet, nach der Lektüre des Buches ›Wie Neugeboren durch Fasten‹ von Helmut Lützner«, erinnert sich Bourdin. Sechs Jahre lang fastete sie regelmäßig zu Hause. Ein zweites Buch des Autoren Andreas Michalsen - der Titel: (»Heilen mit der Kraft der Natur - habe ihre Überzeugung zum Fasten bestätigt. »Die positiven Erfahrungen daraus haben mich motiviert, das Fasten für eine Gruppe zu organisieren, damals als Vorsitzende des Naturheilvereins, ab 1993 unter dem Dach des Vereins.«

Mediziner mit Erfahrung in Naturheilkunde würden das Fasten aufgrund von Forschungsergebnissen sogar Kranken als ein hochwirksames Mittel gegen viele Leiden der übersättigten Gesellschaft empfehlen, sagt Bourdin.

Christel Theurer hat bereits eine schwere Krankheit durchlebt. Jahrelang musste sie zu wöchentlichen Blutkontrollen. Achtmal hat sie bereits an den Fastenwochen teilgenommen. »Meine Entzündungswerte haben sich total gebessert«, sagt sie. Mittlerweile seien keine wöchentlichen Kontrollen mehr notwendig. Für einen gesunden Lebensstil starte sie zu Hause täglich mit einem Budwig-Frühstück in den Tag. Aber auch ein Stück Schokolade dürfe natürlich mal sein.

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