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Kliniken warnen: »Nicht kaputtsparen«

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Von: red Redaktion

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Ziel der Reformen müsse eine bessere Qualität der Patientenversorgung sein, fordert Matthias Müller. © pv

Bad Nauheim (pm). Die Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim nimmt - gemeinsam mit dem Herz- und Gefäßzentrum (HGZ) Bad Bevensen und der Schüchtermann-Klinik in Bad Rothenfelde - Stellung zur geplanten Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. »Qualitativ hochwertige Medizin, anspruchsvolle Eingriffe in den Händen ausgewiesener Spezialisten für eine bestmögliche Patientenversorgung, die sich nicht an wirtschaftlichen Kriterien orientiert, sondern an Qualität.

Diese und weitere Ziele sollen mit der geplanten Klinik-Reform erreicht werden«, heißt es in dem Schreiben. In den drei Kliniken stoßen die Reformvorschläge zur Krankenhausfinanzierung aus Berlin auf grundsätzliche Zustimmung. Denn in den drei Spezialzentren für Herzmedizin werde eben diese Fokussierung auf Qualität und Expertise schon seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert.

Von Akut-Medizin bis zur Reha

»Ziel der nunmehr geplanten Reformen muss die Verbesserung der Qualität der Patientenversorgung sein. Dabei sollten spezifische und komplexere Behandlungen bei den entsprechenden Fachkliniken gebündelt verortet werden«, sagt Matthias Müller, kaufmännischer Geschäftsführer der Kerckhoff-Klinik, und verweist auf die international ausgezeichnete Leistung des Bad Nauheimer Schwerpunktzentrums für Herz-, Lunge-, Gefäß- und Rheumaerkrankungen. »Wir können die Verantwortlichen in Berlin nur eindringlich davor warnen, diese herausragende Versorgungsqualität durch die angekündigten Reformen kaputtzusparen«, betonen die Klinikleitungen. Alle drei Kliniken verfolgen, wie es weiter heißt, ganzheitliche und sektorenübergreifende Versorgungskonzepte, die die Patienten von Anbeginn der Erkrankung betreuen - von der Akut-Medizin bis hin zur Rehabilitation. Ambulant, stationär und rehabilitativ. »Solche Konstellationen halten deutschlandweit nur wenige Häuser vor. Darüber hinaus beteiligen sich die Kliniken an der Ausbildung von Medizinstudenten und Fachärzten«, ist in der Pressemitteilung zu lesen. »Dass also bereits etablierte Strukturen, die den Patienten/innen eine integrative und umfassende medizinische Versorgung bieten, nun auch bundesweit umgesetzt werden sollen, wird von den Klinikleitungen in Bad Bevensen, Bad Nauheim und Bad Rothenfelde grundsätzlich begrüßt.«

Die enge Verzahnung von Kliniken und anderen Gesundheitseinrichtungen sei unabdingbar - zum Beispiel für gemeinsame interdisziplinäre Fallkonferenzen und die frühzeitige Identifikation von Risikopatienten zur Verlegung in qualifizierte Zentren, betonen sie. Die Spezialisierung auf sich ergänzende Fachgebiete, das Vorhalten von High-End-Medizin - alle drei genannten Herzzentren verfügen unter anderem über die apparative und personelle Ausstattung für die anspruchsvolle ECMO-Therapie - oder auch die Einbindung in regionale Notfallstrukturen sorgen letztlich für eine hochwertige und sichere Versorgung der Patienten schreibt die Kerckhoff-Klinik. »Vor diesem Hintergrund stoßen die vom Bundesgesundheitsministerium angestrebten Qualitätsvorgaben im Hinblick auf Mindestfallzahlen sowie eine genauere Definition von Leistungsgruppen (z. B. »Kardiologie« statt »Innere Medizin«) und dazugehörigen Strukturvoraussetzungen bei den drei Klinikleitungen prinzipiell auf Zustimmung. Klar müsse laut der drei Klinikleitungen aber auch sein: »Um derartige Strukturen im Sinne einer hohen Behandlungsqualität verlässlich und dauerhaft vorhalten zu können, bedarf es einer angemessenen und nachhaltigen Finanzierung. Denn Qualität und Innovation haben ihren Preis.«

Bürokratie abbauen

Zudem sollte mit der Reform »die ausufernde Bürokratie« durch die gesetzlichen Vorgaben zu Qualitätssicherung und -management in Kliniken deutlich reduziert werden, um mehr Zeit und Ressourcen für die eigentlichen Kerntätigkeiten der medizinischen Berufe zu generieren, fordern die drei Klinikleitungen.

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