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Kleine Ursache, lange Wartezeit: Ein Internet-Problem in Bad Nauheim

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Von: Bernd Klühs

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Zweieinhalb Wochen mussten Bewohner des Hauses Homburger Straße 67 ohne Internet und Festnetz-Telefon auskommen. Zwei vertauschte Glasfaserleitungen waren wohl die Ursache. SYMBOLFOTO:DPA © DPA Deutsche Presseagentur

Ein Internet-Ausfall in Bad Nauheim hat für Verärgerung gesorgt. Nach Veröffenlichung eines Artikels in der WZ kam allerdings Schwung in die Sache.

Kleine Ursache, große Wirkung: Zweieinhalb Wochen mussten die Mieter des Hauses Homburger Straße 67 in Bad Nauheim ohne funktionierenden Internet- und Telefonanschluss auskommen, dabei wäre die Störung mit etwas gutem Willen in Windeseile zu beheben gewesen. Betroffen waren Karim Schäfer, der in dem Gebäude wohnt und eine PR-Agentur betreibt, sowie eine Tierklinik, die ohne intakte Kommunikationstechnik ebenfalls vor gehörigen Problemen stand (WZ vom 7. Dezember).

Karim Schäfer hatte bereits rund 20 Telefonate mit seinem Provider 1 & 1 geführt, ehe er sich hilfesuchend an die Redaktion unserer Zeitung wandte. Dieses Telekommunikationsunternehmen hatte anfangs von einer Großraumstörung gesprochen und den Netzbetreiber Telekom als Verantwortlichen ausgemacht. Der Bonner Konzern sah das offenbar anders.

Zwei Leitungen vertauscht

Wie auf WZ-Anfrage erklärt wurde, sei von größeren Problemen nichts bekannt. Weitere Antworten gab es von der Telekom nicht, weil die Firma 1 & 1 zuständig sei. Die Aussage von deren Junior-PR-Managerin Jessica Gietz war noch verblüffender: Wie eine Prüfung ergeben habe, liege in Bad Nauheim keine Störung vor. Für Verärgerung ihres Kunden Karim Schäfer sorgte 1 & 1 aber auch durch eine andere »Serviceleistung«. Zwar stellte das Unternehmen einen Datenstick zur Verfügung, mit dem das Internet zum Laufen gebracht wurde, berechnete dafür aber 69,90 Euro pro Monat.

Nach den WZ-Anfragen kam schnell Bewegung in die Angelegenheit. Bereits einen Tag nach Erscheinen des Artikels tauchte ein Techniker der Telekom bei Schäfer auf. Plötzlich erwies sich der Konzern doch als zuständig, auch wenn keine Großraumstörung vorlag. »Ein Techniker hatte zuvor in der ›Schaltzentrale‹ in unserer Straße zwei Leitungen vertauscht, und so war unser Haus vom Internet abgeschnitten. Reparaturzeit: eine Minute«, berichtet der betroffene Anwohner jetzt.

Am Tag darauf meldete sich der 1 & 1-Kundendienst bei Schäfer, um sich zu entschuldigen. Wie die Firma einräumte, sei diese Reparatur nach dem Erscheinen des WZ-Beitrags »neu priorisiert« worden. Dadurch sei eine »neue Dynamik« aufgekommen. Wobei das Wort »Dynamik« nach der langen Wartezeit wohl etwas fehl am Platz ist.

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