Stephanie Amend vom Kneipp-Vorstand und der Kneippverein-Vorsitzende Dr. Lutz Ehnert berichten über die aktuelle Situation und über Planungen des Vereins. FOTOS: CORINNA WEIGELT
+
Stephanie Amend vom Kneipp-Vorstand und der Kneippverein-Vorsitzende Dr. Lutz Ehnert berichten über die aktuelle Situation und über Planungen des Vereins. FOTOS: CORINNA WEIGELT

Klare Ziele auch in schwerer Zeit

  • vonCorinna Weigelt
    schließen

Bad Nauheim/Friedberg(cor). Gerade erst ist der Shuttle-Bus des Kneipp-Vereins Bad Nauheim/Friedberg/Bad Salzhausen wieder nach Bad Salzhausen gefahren, damit Bad Nauheimer nicht auf einen Therme-Besuch verzichten müssen, schon muss wieder Verzicht geübt werden. Denn diese Fahrten finden 2020 nicht mehr statt. Durch den erneuten Lockdown müssen auch alle Funktions- und Rehasport-Angebote bis zum Monatsende pausieren. Wie bereits beim ersten Lockdown geht es nun vorerst mit Tele-Sportkursen weiter, wie Vorsitzender Dr. Lutz Ehnert erläutert.

Künftig Angebote online und vor Ort

Was als Zwischenlösung gedacht war, hat sich zur Coronazeit bestens etabliert. Die Online-Kurse werden angenommen, auch wenn sie nicht die Präsenz, den sozialen Austausch in der Gemeinschaft ersetzen können. "Wir werden später einige Angebote online beibehalten, wenn alle anderen Kurse wieder wie gewohnt durchgeführt werden können", sagt Ehnert.

Seit dem 2. November sollen hessenweit alle Präsenz-Kurs-Aktivitäten und Reha-Sportgruppen pausieren. Der örtliche Kneipp-Verein ist mit 80 Kursangeboten in der Umstrukturierung betroffen.

"Die Wandergruppe war noch einmal unterwegs", teilt Ehnert mit, der seit Oktober auch den Kneipp-Landesverband anführt. Am letzten Samstag im Oktober durfte auch Heilpflanzen-Expertin Barbara Skarupke noch einmal zu einem Seminar unter den "AHA-L Maßnahmen" einladen. Einen Lichtblick gab es im September: Das Bad Nauheimer Kneipp-Seminar war deutschlandweit d a s Event, mussten anderorts doch Veranstaltungen abgesagt werden.

Betroffen sind auch Feste. "Die alljährliche Adventsfeier wird natürlich nicht stattfinden können", erklärt Stephanie Amend vom Kneipp-Vorstand. Schon die große Jubiläumsveranstaltung, die für Mai geplant war, fiel aus. Eine geplante Südafrika-Reise, die zum Jubiläum anstand, wird nun sogar erst im April 2022 nachgeholt.

Im Grunde durchlebe man derzeit die Kneipp-Säule Lebensordnung, entschleunige und komme zur Ruhe. "Die bürokratischen Tätigkeiten und Pläne im Verein pausieren dadurch aber nicht", wie Amend erläutert. Das geplante Drei-Bäder-Dreieck Wetterau mit Bad Nauheim, Bad Vilbel und Bad Salzhausen bleibe ein aktuelles Thema, das weiter nach vorne gebracht werde. Ebenso stehe man mit der Stadt Butzbach in Kontakt, um das Thema Kneipp vor Ort weiterzuentwickeln.

Auch Kurse für Kinder geplant

Im nächsten Jahr möchte der Kneipp-Verein Kurse im Rehabereich für Kinder anbieten. Diese sollen schon im Januar 2021 in der Wetterauhalle in Wölfersheim starten. Auch ist ein Kurs im Bereich Kinder-Yoga mit Übungsleiterin Ingrid Waschkowitz in Butzbach geplant. "Wir wollen uns zukünftig weiter für Kinder öffnen", erklärt Ehnert. Das Thema "Kneipp-Kitas" bleibe weiter aktuell. Kitas, die eine Zertifizierung zur Kneipp-Kita anstreben, dürfen sich gerne beim Kneipp-Verein melden.

Ab sofort wird Bad Nauheim vor Ort auch durch den Kneipp-Landesverband mit der dazugehörigen Geschäftsstelle gestärkt: Das Büro zieht von Schlüchtern aus in den Sprudelhof, und von dort aus wird die Organisation zentral übernommen. "Gut für die Region", stellt Ehnert fest, der darauf hinweist, wie wichtig die Stärkung im Rahmen von stabilen und steigenden Mitgliederzahlen für den der Verein in Krisenzeiten sei. "Da die Funktions- und Breitensportangebote nicht wie gewohnt stattfinden konnten, gab es leider Vereinsaustritte", bedauert er. "Was die weitere Entwicklung der Gesundheitsstadt Bad Nauheim angeht, so darf man nicht vergessen, dass wir die Triebfeder sind." Als Badearzt und Kneipp-Vorsitzender spricht er dazu gezielt die Thermeplanungen und den verzögerten Umbau des Badehauses 2 an. Es gehe doch um mehr als die Sauna, nämlich auch um ein benötigtes Kurmittelhaus und um eine Re-Zertifizierung zum Mineral- und Thermal-Heilbad sowie eine Statuserhöhung der Stadt Bad Nauheim zum Kneipp-Heilbad.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare