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Klar gibt’s den Weltspartag noch

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Unter den kritischen Blicken von Bruder und Großeltern leert Florian vorsichtig den Inhalt seiner Spardose in die von Daniela Will vorbereitete Plastiktüte.
Unter den kritischen Blicken von Bruder und Großeltern leert Florian vorsichtig den Inhalt seiner Spardose in die von Daniela Will vorbereitete Plastiktüte. © Hedwig Rohde

Bad Nauheim (doe). Ende Oktober – seit 90 Jahren ist dann Weltspartag. Erinnerungen werden wach an Kindheitstage, an den feierlichen Gang zur Bank, das Sparschwein fest an die Brust gedrückt, an die Spannung beim Entleeren und Zählen. Doch wie ist das im Herbst 2016, angesichts von Niedrigzinsen und Onlinebanking?

Wann zuletzt, so die Frage an die zwei lang gedienten Sparkassen-Mitarbeiterinnen Anke Jehner und Cornelia Lontke, war am Weltspartag in der Bank so richtig die Hölle los?

»Letztes Jahr«, antworten beide lachend und wie aus der Pistole geschossen. Hunderte von Kindern mit Eltern und Großeltern standen am Weltspartag 2015 Schlange am Zählautomaten, verspeisten nebenbei das Endprodukt aus 40 Kilogramm Waffelteig und freuten sich über kleine Geschenke. »Wir haben Stammkunden, die jedes Jahr kommen, da sehen wir die Kinder aufwachsen, das macht schon Spa?, erzählt Jehner. Dieser Spaß ist es auch, der alljährlich die Innendienstmitarbeiter veranlasst, sich frühzeitig zu melden, um den Filialmitarbeitern bei der Bewältigung des Ansturms zu helfen.

Auch am morgigen Freitag wird dieser Ansturm wohl kommen, interpretiert man den Stand der Vorbereitungen. Auf der Facebook-Seite der Sparkasse Oberhessen läuft seit letzter Woche die Verlosung von »Hugo«, einem stattlichen Plüsch-Nashorn, dem diesjährigen Kampagnen-Maskottchen. Geschätzt werden soll das Gewicht des Riesenkuscheltiers. »Nach nur einer Woche haben wir schon 600 Teilnehmer«, freut sich Bernd Kunzelmann, als Bereichsdirektor Kommunikation zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens.

Insgesamt wird die Sparkasse an unterschiedlichen Standorten weitere fünf »Hugos« verlosen, kleine Exemplare des niedlichen Nashorns erhalten die Kinder im Gegenzug für ihr Erspartes. Erwachsene gehen an diesem Tag leer aus, das ist wohl die einzige Veränderung zu früheren Jahren. Kunzelmann: »Für sie spielt der Weltspartag heute eher keine Rolle mehr!«

Ebenso wie Jehner und Lontke bewertet er neben dem angesagten »Kinder-Event« den »pädagogischen Effekt« des Weltspartages trotz Niedrigzins als unverändert hoch. Zumal Deutsche nach wie vor die Sicherheit ihrer Geldanlage schätzten. Man merke, wo Eltern ihre Kinder zum verantwortungsvollen Umgang mit Geld erzögen, sagt Kunzelmann. Er betont zudem die Wirkung nach innen: »Der Weltspartag ist Sparkassen-Feiertag, viele Belegschaften lassen den Tag gemeinsam ausklingen.« Jehner und Lontke freuen sich schon darauf: »Wir 35 Mitarbeiter aus dem Beratungscenter Bad Nauheim gehen alle am Abend gemeinsam essen!«

In der Volksbank Mittelhessen verteilt sich der Ansturm auf die gesamte (Weltspar-)Woche. Gerade stehen Philipp und Florian mit ihren Großeltern Uschi und Dieter Jehner bei Daniela Will. Sie notiert Namen und Kontonummern der beiden Jung-Sparer auf große Plastiktüten, bevor nacheinander die beiden Spardosen geöffnet, erst die Scheine entnommen und dann die Münzen umgeschüttet werden. Die gut verschlossenen Plastiktüten werden verwahrt und gesammelt, dann zum Zählen in die Zentrale geschickt.

Daniela nutzt die Gelegenheit nach dem Leeren der Spardose gerne, um Kunden auf spezielle Angebote aufmerksam zu machen. So offeriert die Volksbank den jungen Sparern zum Weltspartag ein Sparbuch mit Drei-Prozent-Verzinsung.

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