Die moderne Ausstattung des Kino-Saals könnte einem neuen Betreiber den Einstieg deutlich erleichtern.
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Die moderne Ausstattung des Kino-Saals könnte einem neuen Betreiber den Einstieg deutlich erleichtern.

Neuer Betreiber in Sicht

Kino Bad Nauheim: Chancen für Kino-Renaissance?

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Seit 16 Monaten ist das Fantasia-Kino in der Bad Nauheimer Kurstraße geschlossen. Jetzt bestehen gute Chancen für eine Wiederbelebung, auch wenn noch kein Mietvertrag unterzeichnet ist.

»Es gibt einen ernsthaften Bewerber, der mit allen Beteiligten Gespräche führt. An der Eigentümerin des Gebäudes wird die Rückkehr des Kinos nicht scheitern«, sagt der Bad Nauheimer Rechtsanwalt Michael Georg, der die Verhandlungen im Auftrag der Hausbesitzerin führt. Heißt auf Deutsch: Beide Seiten sind sich offenbar über die Höhe der Miete einig. Laut Georg hat die Eigentümerin auch in der Vergangenheit einen vergleichsweise »moderaten Preis« verlangt, der vom Betreiber eines kleinen Kinos mit nur einem Saal zu stemmen sei. Doch die Kosten eines solchen Unternehmens bestehen nicht nur aus der Miete, auch die Nebenkosten spielen eine wichtige Rolle. »Ein Kino ist keine Zwei-Zimmer-Wohnung. Für Heizung und Belüftung muss einiges an Geld aufgebracht werden«, sagt Georg. Über einen passenden Tarif verhandele der Interessent, der nach Angaben des Rechtsanwalts kein anderes Lichtspielhaus betreibt, derzeit mit den Stadtwerken. »Diese Gespräche scheinen nicht ganz einfach zu sein.«

Vertreter der Stadtverwaltung hätten sich ebenfalls bereits mit dem möglichen neuen Betreiber getroffen und ihn über die Nutzungsmodalitäten informiert. Im Rathaus werde die Entwicklung mit Wohlwollen verfolgt. Eine Prognose, wann es zu einem Vertragsabschluss kommen könnte, wagt Michael Georg nicht.

Kino Bad Nauheim: Kino-Ausstattung fast neuwertig

Die Ausstattung des Kinos, das bei den Besuchern nicht zuletzt wegen seiner familiären Atmosphäre beliebt war, ist fast neuwertig, größere Investitionen sind nicht erforderlich. Der letzte Betreiber hatte die Räume 2014/15 umfangreich saniert, Technik und Möblierung erneuert. 370 000 Euro wurden investiert, 100 000 Euro hatte die Stadt beigesteuert. Die hohe Investitionssumme und ein enormer Verdienstausfall durch die 18-monatige Bauzeit waren der Anfang vom Ende: Wegen Mietrückständen kündigte die Hauseigentümerin den Vertrag, Ende Oktober 2018 musste das »Fantasia« schließen.

Der Standort in der Kurstraße kann auf eine lange Kino-Tradition zurückblicken. Schon 1920 hatte im Hinterhof des Gebäudes ein Lichtspieltheater existiert, das »Terminus«.

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