Gänsehaut pur: Nils Strassburg und seine Band spielen im Unplugged-Teil des Konzerts frühe Songs von Elvis Presley. FOTOS: LONI SCHUCHARDT
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Gänsehaut pur: Nils Strassburg und seine Band spielen im Unplugged-Teil des Konzerts frühe Songs von Elvis Presley. FOTOS: LONI SCHUCHARDT

Der King im Exil

  • vonHarald Schuchardt
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Bad Nauheim(har). Nur ein kleiner, dafür aber exzellenter Ersatz für das coronabedingt abgesagte Elvis-Wochenende war die "Elvis Celebration 2020", die das Hotel Dolce und die Elvis World Minden gemeinsam veranstalteten. Im Mittelpunkt standen zwei Shows von "Nils Strassburg & The Roll Agents" am Freitag- sowie am Sonntagabend.

"Willkommen in unserem Exil", meinte Veranstalter Rainer Modess von der Elvis World am Freitagabend im Platanenhof des Dolce, wo er zusammen mit Hoteldirektor Harald Hock und Petra Michel, die für die örtliche Durchführung verantwortlich zeichnete, die Elvis-Fans begrüßte.

Fast alle der 200 Plätze waren besetzt. Trotz Corona waren aus ganz Deutschland Fans gekommen, so wie Matthias Konrad aus Essen. "Wir sind zwei Familien und bereits zum vierten Mal hier", sagt der mann mit der auffallenden Elvis-Gesichtsmaske. "Das Foto habe ich in Memphis gemacht und an einen Maskenanbieter geschickt", verrät der Elvis-Fan. "Das Konzept ist gut, und wir passen natürlich auf", so Konrad kurz vor Beginn des zweistündigen Konzerts von Strassburg, der als einer der besten Elvis-Interpreten gilt. Dass dem so ist, stellte der Sänger aus Leonberg-Höfingen mit seiner neunköpfigen Band eindrucksvoll unter Beweis. Sein am Freitagabend gespieltes Konzert mit dem Titel "Elvis 68 Memories", basiert auf dem legendären Comeback-Konzert des King of Rock’n’ Roll von 1968, das von einem amerikanischen TV-Sender produziert wurde.

Mit "Mess around" eröffnete Strassburg die Show, schon beim zweiten Song "Hound Dog" hielt es die ersten weiblichen Fans nicht auf ihren Sitzen. Sie tanzten vor ihren Plätzen - meist mit dem gebührenden Mindestabstand. "Das ist erlaubt, nur nicht gemeinsam", erklärte Strassburg, natürlich auf Englisch, schlüpfte er doch nahezu perfekt in die Rolle des King. Die Ankündigungen der Songs und auch die Arrangements der hervorragenden Begleitband samt den Background-Sängerinnen Gudrun Wagner und Mirjam Hildebrandt kamen dem Original sehr nahe.

Songs kommen dem Original sehr nahe

Und es wurde öfters laut und spitz geschrien - genau wie vor 52 Jahren -, vor allem bei Schmachtfetzen wie "Love me Tender". Strassburg mischte sich mehrmals unter die begeisterten Zuhörer. Da war der Abstand für kurze Momente nicht ganz gewährleistet. Höhepunkt war der halbstündige "Unplugged-Block" zum Auftakt des zweiten Showteils. Ein Quintett auf Stühlen zelebrierte den "frühen Elvis" mit Country- und Blues-Einflüssen.

"Vor diesem Showteil soll Elvis damals einen Riesenbammel gehabt haben", weiß Elvis-Fan Karl-Heinz Hübner aus Garbsen bei Hannover. Strassburg und seine vier Mitstreiter bewältigten diese Herausforderung grandios. Bei "That’s allright Mama" oder "Shake, Rattle and Roll" erreichte die Stimmung Höchstwerte.

Das Finale bestritt wieder die gesamte Band, wobei Gitarrist Roman Spilek mit exzellenten Soli glänzte, während die drei Bläser über den langen Steg nach vorne marschierten. "Das war super", meinte Lucill Meier aus Bergheim bei Köln, die in der Elvis-Szene als "Elvis-Girl" bekannt ist. Und Karl-Heinz Hübner ergänzte: "Es ist so gut, dass hier was gemacht wird."

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