Sie weihen gemeinsam die Energiezentrale des Kalte-Nahwärme-Projekts in Bad Nauheim ein (v. l.): Prof. Volker Stockinger, der das Projekt von Anfang an begleitet, Klaus Kreß, Lucia Puttrich, Peter Drausnigg und Armin Häuser. FOTO: PM
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Sie weihen gemeinsam die Energiezentrale des Kalte-Nahwärme-Projekts in Bad Nauheim ein (v. l.): Prof. Volker Stockinger, der das Projekt von Anfang an begleitet, Klaus Kreß, Lucia Puttrich, Peter Drausnigg und Armin Häuser. FOTO: PM

Kern für ein smartes Quartier

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim(pm). Die Stadtwerke Bad Nauheim haben am Freitag im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik und Gesellschaft die Energiezentrale des größten Kalte-Nahwärme-Projekts Deutschlands feierlich eingeweiht. "Die Energiezentrale bildet den operativen Kern des Kalte-Nahwärme-Systems. Der bundesweit größte Erdkollektor sorgt dafür, dass mehr als 1000 Menschen ihre Gebäude klimaneutral heizen und kühlen", erläuterte Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Drausnigg. Unter Einhaltung des Corona-Abstands haben er, Schirmherrin Lucia Puttrich, Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bürgermeister Klaus Kreß, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, das rote Band vor der Energiezentrale durchgeschnitten und diese feierlich in Betrieb genommen.

Forschungsprojekt ist angegliedert

"Wir zeigen in Bad Nauheim-Süd beispielhaft, wie Wohnkomfort, Klimaschutz und Digitalisierung ineinandergreifen. Die Einweihung der Energiezentrale ist ein weiterer Meilenstein für das smarte Wohnviertel", sagte Bürgermeister Klaus Kreß. "Je mehr Menschen sich rund um den Globus bemühen, den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen zu reduzieren, umso besser für alle. Denn Klima ist global", betonte Ministerin Puttrich in ihrer Rede.

An der Umsetzung beteiligen sich neben den Stadtwerken auch die enisyst GmbH und die Consolinno Energy GmbH unter der wissenschaftlichen Begleitung der Technischen Hochschule Nürnberg, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie der Technische Universität Dresden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das angegliederte Forschungsprojekt "KNW-opt" mit rund vier Millionen Euro. "Innovationen brauchen Förderung, um ihnen zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen und wichtige Erkenntnisse daraus zu gewinnen. Wir haben mit dem Quartier in Bad Nauheim-Süd ein Leuchtturmprojekt für die innovative Wärme- und Kälteversorgung durch oberflächennahe Geothermie. Die systematische wissenschaftliche Begleitung ist sehr wichtig", sagte Peter Drausnigg.

Dem Boden wird Wärme entzogen

"Das Quartier ist als Smart City gestaltet - also effizienter, grüner, sozial inklusiver und technologisch fortschrittlicher als das, was wir kennen. So sieht nachhaltiges und komfortables Zukunftswohnen aus", freute sich Bürgermeister Kreß. Doch wie funktioniert diese Wärme- und Kälteversorgung in dem Quartier? Mithilfe sogenannter Boden-Klima-Tauscher und einer umweltfreundlichen Trägerflüssigkeit wird dem Erdreich Wärme aus einer Tiefe von eineinhalb und drei Metern entzogen. Anschließend wird die Trägerflüssigkeit über ein mehrere Kilometer langes Netz zu den einzelnen Gebäuden transportiert. Die Stadtwerke installieren und betreiben in den Neubauten hocheffiziente Wärmepumpen, die die Wasservorlauftemperatur von etwa 10 auf 55 Grad für das Trinkwarmwasser sowie auf 35 Grad für die Fußbodenheizung erhöhen. Im Sommer funktioniert dieses System genau umgekehrt. Statt zu heizen, können die Gebäude auf natürliche Weise gekühlt und dadurch auf einen zusätzlichen Einsatz von Klimageräten verzichtet werden.

Alle Gebäude verfügen zudem über einen Anschluss an das Glasfasernetz. Bauherren können daher Smart-Home-Lösungen realisieren, die sich per App steuern lassen.

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