Müllsäcke und Container können auf diesem geschotterten Streifen stehen bleiben. Die Stadt wird das Gelände nicht erwerben, um dort Parkplätze anzulegen. FOTO: NIC
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Müllsäcke und Container können auf diesem geschotterten Streifen stehen bleiben. Die Stadt wird das Gelände nicht erwerben, um dort Parkplätze anzulegen. FOTO: NIC

Grundstück zu teuer

Keine Besucherparkplätze am Bad Nauheimer Kaiserberg

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Seit Jahren wünschen sich die Bewohner der neun Mehrfamilienhäuser am Bad Nauheiemr Kaiserberg Besucherparkplätze. Ein Gelände ist vorhanden, trotzdem wird daraus nichts.

Die Planung war wohl von Anfang an nicht ideal. Während die Bewohner der neuen Mehrfamilienhäuser am Kaiserberg ihre Autos in Tiefgaragen abstellen können, gibt es in der näheren Umgebung keinerlei öffentlichen Parkraum. Lediglich die benachbarten Kliniken verfügen über Stellplätze, die aber nicht frei zugänglich sind. Magistrat und Stadtverwaltung unternahmen in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses einen Versuch, Abhilfe zu schaffen, fanden in dem Gremium aber keine Unterstützung.

Unterhalb der Park-Klinik zieht sich entlang der gerade ausgebauten Zufahrtsstraße ein Stück geschotterte Fläche, die der Stadt zum Erwerb angeboten worden ist. "Die Bewohner der dortigen Mehrfamilienhäuser wünschen sich seit Jahren Besucherparkplätze, weil es dort nichts gibt", sagte Jürgen Patscha, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung. Nach Angaben von Bürgermeister Klaus Kreß könnte das Gelände für 220 000 Euro erworben werden, das entspreche dem Bodenrichtwert in diesem Gebiet. 37 gebührenpflichtige Stellplätze könnten entstehen. "Je nach Belegung hätte sich der Kaufpreis in sieben bis acht Jahren amortisiert", erklärte der Bürgermeister.

Ausschuss nicht zu überzeugen

Der Ausschuss war mit dieser Argumentation nicht zu überzeugen. Vor allem die Preisangabe wurde angezweifelt. "Das Angebot entspräche einem Quadratmeterpreis von 150 Euro. Der Richtwert bezieht sich aber auf Gelände, auf dem Klinikgebäude errichtet werden können. Für Parkplätze ist der Preis völlig überzogen", sagte CDU-Stadtverordnete Gisela Babitz-Koch. In vergleichbaren Fällen habe die Stadt höchstens 20 Euro pro Quadratmeter bezahlt.

Die Vorstellungen des Eigentümers sind auch nach Ansicht von Sebastian Schmitt (CDU) realitätsfern. Die Stadt verkaufe wertvolle Gewerbefläche wie jetzt an der Frankfurter Landstraße für 120 Euro an Unternehmen, ein Preis von 150 Euro, um Stellplätze zu errichten, sei in keiner Weise gerechtfertigt.

Somit werden die Anwohner auch in Zukunft auf Besucherparkplätze verzichten müssen. Der Kaufpreis von 220 000 Euro ist nach Angaben von Patscha nämlich bereits ausverhandelt. "Der Eigentümer hatte ursprünglich 300 000 Euro verlangt."

Der Ausschuss lehnte die Beschlussvorlage daraufhin einstimmig ab.

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