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Auch wenn dieser Beifahrer beim Fototermin noch so freundlich winkt: Andere Autofahrer treten auf der K 11 zwischen den Verkehrskreiseln ordentlich aufs Gaspedal. Schulkinder, die über die Straße wollen, müssen die Augen offen halten.

Mutter besorgt um Verkehrssicherheit der Kinder

Kein Zebrastreifen für die K11: Querungshilfe muss genügen

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Die K 11 zwischen Bad Nauheim und Friedberg ist eine viel befahrene Straße. Neuerdings müssen viele Kinder die Straße queren. Eine Mutter regt einen Zebrastreifen an. Die Stadt lehnt das ab.

Der Abschnitt vom einen zum anderen Kreisel sei »eine Rennstrecke«, sagt die Frau am Telefon. Sie ist Mutter zweier schulpflichtiger Kinder, wohnt selbst nicht im neuen Baugebiet Bad Nauheim-Süd. Beim Weg zum Lebensmittelmarkt aber sind ihr viele Kinder aufgefallen, die morgens die Kreisstraße 11, die Lindenallee zwischen Friedberg und Bad Nauheim, überqueren. Dazu nutzen sie die Querungshilfe in Höhe des Deutergrabens. Und das, meint die Mutter, sei sehr gefährlich.

Je mehr Häuser im neuen Baugebiet bezogen werden, desto mehr Kinder machen sich von dort auf den Weg zu einer der Schulen im Stadtgebiet oder zur nahegelegenen neuen Kita auf dem Parkplatz des Usa-Wellenbads. »Jetzt sind bald Ferien. Aber nach sechs Wochen geht der Schul- und Kita-Alltag wieder los«, sagt die Mutter. Und die Gefahren im Straßenverkehr nähmen wieder zu. Zumal dort viele Autos mit hohem Tempo unterwegs sind. Das kann man jeden Tag beobachten: Zwischen den Kreiseln wird ordentlich Gas gegeben. »Mit einem stationären Blitzer kriegt man das nicht in den Griff«, sagt die Bad Nauheimerin und schlägt vor, dort einen Zebrastreifen anzulegen.

Stadt: Verkehr an dieser Stelle gut einsehbar

Die Stadt lehnt das ab. Wie Erster Stadtrat Peter Krank und Stefan Reichert, Fachdienstleiter für Ordnung, Sicherheit und Brandschutz, gegenüber dieser Zeitung erklärten, sei ein Zebrastreifen dort nicht vorgesehen. Krank und Reichert verweisen auf die Querungshilfe, die am Deutergraben als Fahrbahnteiler fungiert und bewirkt, dass Fußgänger jeweils nur eine Fahrspur überqueren müssen - und nicht beide auf einmal. »Der Verkehr ist an dieser Stelle aufgrund der geradlinigen Straßenführung mehrere hundert Meter stadteinwärts und auf der anderen Seite bis zum Kreisverkehr einsehbar.«

Nur 100 Meter weiter, direkt im Anschluss an den Kreisverkehr, befinde sich zudem bereits ein Fußgängerüberweg in Form eines Zebrastreifens. »Hier hat der Fußgänger Vorrang und die Autos fahren entsprechend noch niedrigere Geschwindigkeiten, so dass eine Querung an dieser Stelle sogar noch vorzuziehen wäre.« Für die dortigen Bewohner trifft das zu. Wer weiter vorne in einem der Häuser wohnt, dürfte aber wohl kaum einen Umweg machen - und wenn’s nur 200 Meter sind.

Ein weiterer Fußgängerüberweg an der Stelle, wo bereits die Querungshilfe errichtet ist, sei nicht geplant. »Auch wenn die Fußgänger geschützt werden müssen, ist dies eine Straße mit erheblicher Verkehrsbedeutung«, hebt Krank hervor. »Es ist schon außergewöhnlich, dass sich zwei Querungseinrichtungen im Abstand von nur 100 Meter befinden.« Die Anlage von zwei Zebrastreifen innerhalb eines derart kurzen Abstandes sei nicht genehmigungsfähig.

Rathaus erinnert an Bürgerbefragung zum Verkehr

Die Stadtverwaltung macht auf ihre aktuell laufende Bürgerumfrage zur Mobilität in Bad Nauheim aufmerksam. Diese läuft noch bis zum 1. August unter www.bad-nauheim.de/mobil. Die Bürger können hier ihre Ideen zur Zukunft des Verkehrs in Bad Nauheim kundtun bzw. ihre Anregungen oder Vorschläge abgeben. Die Ideen werden je nach Anzahl der Rückmeldungen bei der Auswertung entsprechend berücksichtigt und kommen in die Diskussion. Zudem können die Bürger auf der Internetseite auch andere Beiträge bewerten und über die Kommentarfunktion die getätigten Ideen miteinander diskutieren.

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