Markus Philippi (UWG)
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Markus Philippi (UWG)

"Kein Provisorium, sondern endgültige Lösung"

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Bad Nauheim(bk/pm). Städtische Spielstätte und Theater Alte Feuerwache (TAF) sollen ihr neues Domizil in der Trinkkuranlage bekommen. Nach Ansicht von Erstem Stadtrat Peter Krank handelt es sich dabei um eine Übergangslösung, die Freien Wähler als stärkste Fraktion im Parlament sind anderer Ansicht. Die FW/UWG möchte daraus ein dauerhaftes Projekt machen.

Da die Nutzung des Bahnhofs als Theater- und Kleinkunst-Standort nicht mehr in Betracht komme, weil dort eine Firma die Flächen der ehemaligen Gaststätte angemietet habe, sei diese Chance für den Jugendstilbahnhof vertan. Der bevorstehende Einzug der Werbeagentur zeigt aber nach Ansicht der FW/UWG-Fraktion, dass eine kulturelle Nutzung der Räume sehr wohl in Betracht gekommen wäre, wenn man es ernsthaft gewollt und geprüft hätte. "Wenn man dort acht oder mehr Stunden arbeiten kann, scheint es mit dem Lärm von der Bahn nicht so schlimm zu sein", erklärt Fraktionsvorsitzender Markus Theis.

Absage an Sprudelhof-Pläne

Weil das Restaurant seit Monaten verwaist sei, bestehe nun in der Trinkkuranlage zum Glück die Möglichkeit, das Kulturangebot im Herzen von Bad Nauheim zu beheimaten. Sowohl vom Platz als auch von der Verfügbarkeit her sei es in der Trinkkuranlage möglich, alle Veranstaltungen von TAF und städtischer Kleinkunstreihe zu organisieren. "Das bietet dem Rathaus auch die Chance, sich aus der Sackgasse herauszubewegen, in die es sich selbst gebracht hat", betont Theis.

Von der Idee eines Kulturzentrums im Sprudelhof müsse sich die Stadt wohl verabschieden, seit über 20 Monaten habe man davon nichts mehr gehört. Magistrat und Verwaltung hätten offenbar erkannt, dass es keinerlei Chance gebe, dieses Projekt in absehbarer Zeit verwirklichen zu können. Dies habe schon vor den neuen Erkenntnissen zur radioaktiven Belastung der Badehaus-Keller gegolten. Bei den Planungen des Umbaus von Badehaus 2 zum Sauna- und Therapiebereich der neuen Therme zeige sich, wie aufwendig und kostspielig die Nutzung eines solchen Jugenstilgebäudes sei.

Einen Neubau für TAF und Spielstätte anstelle des Behälterraums zwischen den Badehäusern 3 und 4 zu errichten, wie es vom Parlament einst beschlossen worden war, wäre nach Auffassung der Freien Wähler für die Stadt mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden. Der ebenfalls einst vorgesehene Umzug der Stadtbücherei ins Badehaus 3 werde von den Nutzern überhaupt nicht gewollt. Das Platzproblem am jetzigen Standort der Bücherei könne und müsse im Haus gelöst werden. "Die dazu gemachten Vorschläge müssen vom Rathaus endlich angegangen werden", sagt der FW/UWG-Fraktionschef.

Aus Sicht von Markus Philippi (Vorsitzender Haupt- und Finanzausschuss) ist die künftige Nutzung der Trinkkuranlage für kulturelle Zwecke kein Provisorium, sondern die endgültige Lösung. Ansonsten mache es keinen Sinn, in das Projekt fast 500 000 Euro zu investieren Das Geld für einen Neubau im Sprudelhof könne die Stadt nicht aufbringen. Zudem gebe es dafür auch nach Corona keinen Bedarf. Philippi: "Das kulturelle Zentrum der Stadt gehört in eine Immobilie mit städtischem Zugriff, anstatt sich auf noch ein Abenteuer im Sprudelhof und mit dem Land einzulassen." FOTO: PV

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