+
Die Teilnehmer des "Offenen Gartentors" 2019 gemeinsam mit Initiator Rudi Nein (6. v. l.) und Bürgermeister Klaus Kreß (6. v. r.).

Kein "Offenes Gartentor" mehr

  • schließen

Bad Nauheim(cor). Bereits seit 15 Jahren wird in der Kurstadt zweimal im Jahr zum "Offenen Gartentor" eingeladen. Alljährlich bedankt sich die Stadt Bad Nauheim bei den Teilnehmern mit einem besonderen Abend im Sitzungssaal des Rathauses. Bei der jüngsten Abschlussveranstaltung am Mittwoch stand diesmal nicht nur das Gartentor 2019 im Mittelpunkt. "Wir blicken heute auf insgesamt 30 Jahre", sagte der Initiator des "Offenen Gartentors", der Umweltbeauftragte der Stadt Bad Nauheim, Rudi Nein.

Alles begann nämlich bereits 1989 mit einem Wettbewerb, den naturnahen Gärten. 20 Jahre lang, von 1989 bis 2009, wurde der Wettbewerb angeboten. "2005 kam das Offene Gartentor dazu", sagte Nein. Fünf Jahre lang seien beide Veranstaltungen parallel gestemmt worden. Viele Teilnehmer seien seit Jahrzehnten dabei. "Wir sind zusammen alt geworden", sagte der Umweltbeauftragte, der selbst bereits seit 42 Jahren ehrenamtlich in vielen Bereichen aktiv ist und den Teilnehmern für ihre Unterstützung dankte. Nun sei es an der Zeit, ein wenig kürzerzutreten. Nach dem diesjährigen "Offenen Gartentor" sei daher Schluss mit der städtischen Veranstaltung. Vorstellbar sei aber, dass Gartenbesitzer nach Absprache weiterhin privat ihre Pforten öffnen. Unlängst sind unter den Garteninhabern viele Freundschaften entstanden und Kontakte geknüpft worden.

Gedenken an Elinor Bucher

Zwei, die Rudi Nein da stets zur Seite gestanden haben, sind Peter Heumüller und Hans-Martin Herrmann (städtische Grünflächenplanung). Seinen Dank sprach Nein auch ihnen aus. "Für all die vielen Jahre, wir haben ein gutes Verhältnis zueinander." Auch der Abschluss sei wieder durch die beiden Kollegen mitgestaltet worden. So hatte Heumüller wieder den Saal dekoriert und Herrmann die Gestaltung der Geschenkpacks diesmal sogar eigenhändig übernommen, was auch Bürgermeister Klaus Kreß lobte. Auch Kreß dankte allen Mitwirkenden für ihre Unterstützung, allen voran Rudi Nein, den er als Macher, Initiator und Gestalter mit Herzblut besonders hervorhob.

Eigentlich sei die Abschlussveranstaltung stets ein Termin der Freude. In diesem Jahr werde die Freude aber auch durch Trauer überlagert, sagte Kreß. Der plötzliche Tod von Elinor Bucher, Mitinitiatorin und aktive Teilnehmerin des "Offenen Gartentors", habe alle betroffen gemacht. Bucher habe vieles bewirkt, unter anderem auch die Entwicklung Bad Nauheims zur Fairtrade-Stadt mit angestoßen und umgesetzt. "Wir trauern um sie mit ihrer Familie."

Kreß sprach auch das Thema Klimaveränderung und ihre Auswirkungen an, verwies auf den Rückgang an Insekten. Was genau könne jeder einzelne engagierte Gartenbesitzer ebenso wie die Kommune mit der Verantwortung für zahlreiche Grünanlagen und Waldflächen tun, um der Natur zu helfen? "Lassen Sie uns also die Chance des heutigen Rückblicks nutzen, gemeinsam Ideen für die Zukunft zu entwickeln, damit unsere Stadt die Basis für ihre Lebensqualität behalten kann."

Für den kulinarischen Genuss der Abschlussveranstaltung sorgte diesmal Stefanie Knitterscheidt (The Creative Culinary Catering), die nicht nur das heimische Gartentor geöffnet hatte, sondern nun auch ein besonderes Herbstmenü servierte. Das saisonale Speisenangebot reichte von Quiche Lorraine, Kürbissuppe und Blattsalaten mit Lachs und Granatapfel über Burgunderbraten mit Semmelknödeln, Blaukraut und Herbstgemüse bis hin zum "Mousse au Schwarzwald" und Himbeer-Baiser. "Dass ein Teilnehmer für uns kocht, hatten wir noch nie", sagte Rudi Nein, der sich bei der Köchin des Abends bedankte. Knitterscheidt habe nicht nur ein hervorragendes Menü kreiert, sondern auch einen Teil der Kosten übernommen. Mit einem Diavortrag Neins fand die gemütliche Veranstaltung ihren würdigen Abschluss. (Fotos: cor)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare