Friedbergs Erste Stadträtin Marion Götz sieht im Handeln der Privat- und Geschäftsleute ein großartiges Zeichen der Solidarität für die gesamte Stadtgesellschaft.
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Friedbergs Erste Stadträtin Marion Götz sieht im Handeln der Privat- und Geschäftsleute ein großartiges Zeichen der Solidarität für die gesamte Stadtgesellschaft.

Kaum Verstöße

Kaum Verstöße in der Wetterau: Kompliment an 99,9 Prozent der Bürger

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Durch die Corona-Krise haben die Mitarbeiter der Ordnungsämter in Bad Nauheim und Friedberg eine Menge zu tun. Die Ordnungsdezernenten sind vom Verständnis der Bevölkerung angetan.

Ich bin sehr dankbar und froh, dass die Bevölkerung so mitgeht«, betont Bad Nauheims Erster Stadtrat Peter Krank (parteilos) in der Corona-Krise. Damit ist er auf einer Linie mit seiner Friedberger Kollegin Marion Götz (SPD), die im Mitziehen der Bürger und Geschäftsleute ein »ganz tolles Zeichen der Solidarität für unsere gesamte Stadtgesellschaft« sieht.

Zu Ostern hat Krank eine Botschaft: »Wir stehen vor tollen Feiertagen mit schönem Wetter. Es wird die Menschen in die Parks und ins Grüne ziehen. Ich möchte daran erinnern, zueinander Abstand zu halten.« Die Stadt wolle niemandem untersagen, in den Park zu gehen - es sei aber weiterhin sinnvoll, nicht in Gruppen zusammenzustehen. »Es ist wichtig, damit wir bei der Bekämpfung dieser Pandemie weiterkommen und möglichst bald wieder normale Verhältnisse haben.«

Ein großes Kompliment spricht Krank an »99,9 Prozent aller Bürger« aus, die in Bad Nauheim unterwegs seien und sich an die Vorschriften hielten. Nur in Ausnahmefällen müsse die Ordnungspolizei an den Abstand erinnern. »Wir bekommen immer mal wieder die Meldung von Leuten, dass Personen auf öffentlichen Plätzen enger zusammenstehen und keinen ausreichenden Abstand halten. Aber das sind absolute Ausnahmen«, sagt er. In den Geschäften seien 1,50 Meter Abstand erbeten, landläufig spreche man von zwei Metern. »Und wenn man das einhält, ist man auf der sicheren Seite.«

Anfangs habe es durchaus Situationen gegeben, in denen die Behörde einschreiten musste, etwa, als eine Gruppe auf den Erbwiesen grillte. »Aber insgesamt ist bei den Menschen angekommen, dass es zum Schutz nötig ist.« Mittlerweile sei den meisten Bürgern klar, dass auch Jüngere schwer am Covid-19-Virus erkranken könnten.

Was ist bei Umzügen erlaubt?

Drei städtische Streifen seien im Einsatz. Einzelne Hilfspolizisten befänden sich aufgrund von Einschränkungen aktuell im heimischen Büro. Stattdessen gingen andere Mitarbeiter mit, die am eigentlichen Arbeitsplatz momentan weniger zu tun hätten. »Es ist hervorragend, wie sie mitmachen und schauen, dass das Leben geordnet weitergehen kann«, betont Krank.

Momentan betrage das Bußgeld 200 Euro pro Kopf, wenn mehr als zwei Personen in einer Gruppe öffentlich unterwegs seien. »Bis dato hatten wir aber nicht die Notwendigkeit. In der Regel reagieren die Menschen verständnisvoll und gehen auseinander.« Auch seitens der Geschäfte und Restaurants laufe es sehr gut, es habe sich eingespielt. »Ein ganz großes Lob«, unterstreicht Krank. Das gelte vor allem vor dem Hintergrund der gravierenden Einbußen, die die Geschäftsleute hätten. Auch die Abiturienten lobt er, weil die Abi-Feiern verschoben worden seien.

In Friedberg sind laut Erster Stadträtin Götz vier Ordnungspolizisten und ein bis zwei Mitarbeiter der Gewerbeabteilung zwecks Kontrolle unterwegs. Zudem seien im Hintergrund weitere Mitarbeiter der Ordnungsbehörde im Büro. »Über die Regelungen, auch inhaltliche Änderungen, die sich im Lauf der letzten Wochen ergeben haben, erhalten wir regelmäßig neue Informationen von Kreis, Regierungspräsidium und Ministerium«, schildert die Sozialdemokratin.

»Zum Beispiel ist seit dieser Woche die Abholung von Waren durch den Kunden beim stationären Handel verboten. Bis letzte Woche war es noch erlaubt.« Zahlreiche Auskünfte erteile die Behörde auch per Telefon und E-Mail. »Es gab unter anderem zahlreiche Anfragen bezüglich der Regelungen bei Umzügen - wer und wie viele Helfer erlaubt sind.« Nach vier Wochen Einschränkungen durch die Corona-Krise lasse sich für Friedberg feststellen: Bevölkerung und Geschäftsleute hätten viel Verständnis und zögen mit.

Götz: »Der ganz überwiegende Teil unserer Bürgerinnen und Bürger erkennt die Bedeutung, die das Verhalten jedes und jeder Einzelnen für das Gelingen des großen Ganzen hat, und handelt dementsprechend.«

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