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Der Ausschankbrunnen ist ein wichtiger Bestandteil des Jugendstil-Ensembles Trinkkuranlage.

Juwel wird saniert

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Bad Nauheim (pm). Sanierung und Restaurierung des Ausschankbrunnens in der Bad Nauheimer Trinkkuranlage haben begonnen. Jetzt stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie Erlösen aus der Lotterie Glücksspirale weitere 55 571 Euro für das Projekt zur Verfügung.

Die vom Darmstädter Architekten Wilhelm Jost 1910/1911 entworfene hufeisenförmig angelegte Trinkkuranlage mit Wandelhallen und einer eigenen Trinkkurhalle ist für den Jugendstil in Bad Nauheim von großer Bedeutung. Der Ausschankbrunnen gehört zu den über 230 Projekten, die die spendensammelnde DSD in Hessen fördert.

Der achteckige Brunnen, laut DSD ein jugendstil-Juwel, befindet sich im Zentrum der Trinkkurhalle. Die drei hier ausgeschenkten Heilwasser werden direkt von ihren Quellen über ein unterirdisches Rohrsystem zum Zapfbereich der Anlage geleitet. Die acht Becken auf achteckigem Grundriss umschließt eine halbhohe Mauer aus künstlerisch gestalteten Fliesen. Geflammte grau-braune und grün-braune Scharvogel-Fliesen verkleiden die Mauer und die Zapfanlage. Eine verglaste Metallkuppel bekrönt sie.

Viele historische Fliesen zerstört

Quadratische Schmuckfelder und vertikale Ornamente betonen den symmetrischen Aufbau der Anlage. Alle Varianten der seit 1907 entwickelten und in den Badehäusern verwendeten Scharvogel-Keramiken finden hier Verwendung. Kombiniert wurden damit die in der Darmstädter großherzoglichen Keramischen Manufaktur entwickelten Formstücke von Bildhauern wie Karl Huber, Wilhelm Ohly und Johann Belz.

Der Ausschankbrunnen wies starke Beschädigungen und Fehlstellen auf. Ein früherer Wasserschaden führte ebenfalls zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Bausubstanz. So ist eine Vielzahl von historischen Scharvogel-Fliesen zerstört, von den acht keramischen Auffangbecken fehlen drei. Die verbleibenden weisen Schäden auf.

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