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Der »Junimond« blüht

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Bad Nauheim-Steinfurth (lk). Sekunden zuvor hatten noch Gläser geklirrt und Stimmen gesurrt. Plötzlich senkte sich Stille über den Rosengarten der Steinfurther Rosenschule Ruf. Drei Dutzend Menschen blickten gespannt zu Isabella von der Recke, die im Flüsterton sagte: »Noch eine Minute und 20 Sekunden.«

Als die Minute vorbei war, streckte die HR 4-Moderatorin das Mikrofon Rosenkönigin Anna I. entgegen. Langsam schüttete die junge Frau ein Glas Sekt über ein Rosenstöckchen, taufte die Schöne auf den Namen »HR 4-Rose-Junimond«. Auf Kommando klirrten die Gläser, stießen die 30 Gäste der Rosentaufe mit Sekt an und applaudierten – alles live zu hören am Samstagnachmittag im Radio.

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HR 4 und Wetterauer Zeitung hatten im Vorfeld der Taufe gemeinsam dazu aufgerufen, Namensvorschläge für die von Biorosengärtner Werner Ruf selektierte Rose einzureichen. Weit über 100 Hörer und Leser beteiligten sich, zwei Jurys trafen eine Vorauswahl. »Junimond« und »Hessen-Röslein« gingen in die finale Abstimmung, an der sich jedermann beteiligen konnte.

WZ-Leserin Helga Bayer hatte »Hessen-Röslein« vorgeschlagen. »Als Goethe-Fan kam mir natürlich sein Gedicht vom Heideröslein in den Sinn. Da dachte ich mir: ›Das passt»«, schilderte sie am Samstag. Unter allen, die Namensvorschläge eingereicht hatten, verlosten HR 4 und WZ Rosenstöckchen und Teilnahmen an der Rosentaufe. Helga Bayer war als Teilnehmerin an der Taufe selbstredend gesetzt. Sie sagte: »Es wäre schön, wenn mein Namensvorschlag das Rennen macht.« Aus ihrem Wunsch wurde nichts. »Junimond« holte bis Samstagmittag 55,4 Prozent der Stimmen.

Allzu traurig war Helga Bayer deswegen nicht. Vielmehr genoss sie – wie die anderen Gäste auch – das schöne Ambiente im Garten der Rosenschule, kostete Rosen-Marmelade, Rosen-Sekt und Rosen-Limonade. Für letztere »haben wir 500 Kilogramm Rosenblüten geerntet«, sagte Werner Ruf, der die Rosenschule zusammen mit seiner Ehefrau Sabine in dritter Generation leitet.

Ruf unterhielt die Gäste mit Gedichten rund um die Rose von Christian Morgenstern und Berthold Brecht, berichtete vom biologischen Rosenanbau und den Vorzügen des Täuflings: »Absolut frosthart, immun gegen die Krankheit Sternrußtau.«

Nach der Taufe überreichte er Helga Bayer noch ein Stöckchen der frisch getauften Schönen. »Hessen-Mädchen, das wäre doch auch ein guter Vorschlag gewesen«, befand Ruf. Denn: »Hessen-Mädchen sind schön und anmutig, können aber auch ganz schön kratzbürstig sein«, sagte er und grinste breit.

Der Zufall wollte es, dass Bayer, die in Begleitung ihres Mannes Bardo zur Taufe gekommen war, selbst nicht unbedarft in Sachen Rosenanbau ist. Sie stammt aus Steinfurth, ihr Großvater Valentin Rosenbecker war Rosenzüchter. Bayers Mutter half den Eltern noch im Betrieb, Bayer selbst als Kind auch. Trotzdem war’s am Samstag die erste Rosentaufe der Steinfurtherin. Sie sagte: »Es war mir eine Ehre.«

Name für Rugosa-Rose gesucht

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