bk_jugendstil1_100621_4c
+
Im Badehaus 3 sind einige Jugendstil-Objekte und Exponate aus der Geschichte Bad Nauheims zu sehen. Einen Schub erhält das Jugendstilforum durch die Sammlung Geisler.

Neue Exponate

Wertvolle Jugendstil-Sammlung kommt nach Bad Nauheim – Stadt für Sicherheit verantwortlich

  • Bernd Klühs
    VonBernd Klühs
    schließen

Durch die Schenkung der Sammlung Geisler an die Stadt Bad Nauheim befindet sich der Jugendstilverein im Aufwind. Jetzt muss sich die Stadt um die Sicherheit der wertvollen Ausstellung kümmern.

Bad Nauheim – Der Traum des Jugendstilvereins Bad Nauheim von einem eigenen Zentrum im Sprudelhof geht endlich in Erfüllung. Zwar präsentieren die Ehrenamtlichen im Badehaus 3 seit geraumer Zeit Ausstellungsstücke aus der Geschichte Bad Nauheims, doch von einem Museum mit großer Resonanz kann bislang nicht die Rede sein.

Das wird sich bald grundlegend ändern. Wie Erster Stadtrat Peter Krank vor der Kulturausschuss-Sitzung am Donnerstagabend mitteilte, kann die umfangreiche Sammlung des Kölner Jugendstil-Liebhabers Manfred Geisler nach monatelanger Verzögerung durch die Corona-Pandemie endlich an die Stadt übergeben werden - wann das offiziell geschieht, steht noch nicht fest.

Erste Ausstellung der Jugendstil-Sammlung im Badehaus 3 in Bad Nauheim

Der leidenschaftliche Sammler hält sich zurzeit in der Kurstadt auf, um mit einem Vereinsteam unter Leitung von Hiltrud Hölzinger die erste Ausstellung im Rahmen des Jugendstilforums vorzubereiten, die am 9. Juli im Badehaus 3 eröffnet wird. »Manfred Geisler ist durch einen Freund auf Bad Nauheim aufmerksam geworden und ist von der Stadt begeistert. Er wird Besucher selbst durchs Badehaus 3 führen«, berichtet Krank.

Im Rahmen der ersten Ausstellung, die bis zum 10. April 2022 zu sehen sein wird, kann nur ein kleiner Teil der Sammlung »1900 > modern times« gezeigt werden. Laut Krank etwa 200 Objekte. Insgesamt hat Geisler gut 2500 Stücke aus dem Zeitraum 1900 bis 1940 zusammengetragen. Die Sammlung reicht über den Jugendstil hinaus bis in die Epochen Art déco und Bauhaus.

Neue Jugendstil-Sammlung von Bad Nauheim eine halbe Millionen Euro wert

Hauptaufgabe der Stadt wird es sein, im Zusammenspiel mit der Stiftung Sprudelhof Tausende Objekte, die laut Hiltrud Hölzinger einen Wert von einer halben Million Euro haben dürften, sicher zu lagern. Die Exponate der jeweiligen Ausstellung müssen ebenfalls geschützt werden. Wie der für Kultur zuständige Fachbereichsleiter Jochen Mörler sagte, befinde sich ein großer Teil der Sammlung Geisler schon in Bad Nauheim.

Der Sammler und aktive Vereinsmitglieder arbeiten Krank zufolge bereits an der Vorbereitung der zweiten und dritten Wechselausstellung mit Geisler-Objekten. Der Verein kann das gesamte Badehaus 3 bis mindestens Ende 2023 nutzen. »Wie es danach weitergeht, steht in den Sternen«, sagt Erster Stadtrat Krank. Zum einen muss das Gebäude irgendwann saniert werden, zum anderen ist es nach wie vor Beschlusslage, in diesem Badehaus ein Kulturzentrum unter Einbeziehung der Stadtbücherei zu errichten.

Stadt Bad Nauheim will auch eine virtuelle Ausstellung entwickeln

Das ist alles Zukunftsmusik, der Verein konzentriert sich ganz auf sein Jugendstilforum. Neben den Wechselausstellungen - sieben sind geplant - gibt es eine Dauerausstellung zur Geschichte Bad Nauheims. Dabei sollten auch Stücke aus dem Bestand des ehemaligen Salzmuseums eine Rolle spielen, das vor 25 Jahren geschlossen wurde.

Im Kulturausschuss wurde über einen FW/UWG-Antrag diskutiert, die sich im Besitz des Landes befindlichen Exponate für 1 Euro zu erwerben. Die Kenia-Koalition (CDU, Grüne, SPD) sprach sich dagegen aus. Beschlossen wurde stattdessen ein von Albert Möbs (CDU) vorgetragener Änderungsantrag. Die Stadt soll ein Konzept für eine »virtuelle Ausstellung« entwickeln.

Auch Krank zeigte sich skeptisch bezüglich eines Ankaufs. Die wichtigsten Stücke - etwa aus archäologischen Ausgrabungen - sind ohnehin im Landesmuseum in Darmstadt gelagert und würden wohl nicht in den Besitz der Stadt übergehen. Welchen Wert der im Bauhof gelagerte Rest hat, ist nach wie vor nicht ganz klar. Krank: »Beim Erwerb kulturhistorischer Gegenstände ist Vorsicht angesagt. Der Käufer ist verpflichtet, sich darum zu kümmern, was sehr teuer werden kann.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare