Jordis: Verwaltung hat sich Zeit gelassen

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
    schließen

Bad Nauheim (jw). Die Stadtverwaltung muss sich sputen: Möglichst schnell soll ein alternativer Standort für die geplante Not-Kita des Baugebiets Bad Nauheim-Süd gefunden werden. Das hatte der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig beschlossen (die WZ berichtete). Dass die Verwaltung deshalb unter Zeitdruck gerät, sei aber nicht Schuld der Parlamentarier, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Jordis gegenüber der WZ.

Die Zeit eilt tatsächlich. Jordis, der mit seiner Frau als einer der ersten ins neue Baugebiet zog, hat beobachtet, dass immer mehr Familien ihre Häuser beziehen. Familien mit kleinen Kindern, wie Jordis sagte: »Da entwickelt sich ein immenser Bedarf.«

Jordis hatte in der Ausschusssitzung kritisiert, dass die Verwaltung jahrelang Zeit gehabt hätte, sich Gedanken über ein Grundstück für die Kita zu machen. »Jetzt brennt die Sache, und wir brauchen eine Notlösung.«

Jordis unterstrich noch einmal die einstimmige Ablehnung des Vorschlags der Verwaltung. Die wollte die Container der Not-Kita auf einem Grundstück im Gewerbegebiet an der Frankfurter Straße aufstellen. »Dieser Standort ist absolut suboptimal. Sollen die Kinder im Außenbereich unweit der B 3 und der Frankfurter Straße spielen?«

Er frage sich auch, warum die Stadt das Grundstück neben der »Gourmet-Werkstatt« vor ein paar Monaten verkauft habe, wo der Bedarf nach Ausweichplätzen doch bekannt gewesen sei. Jetzt müsse man es vom Käufer pachten. Das Grundstück sei schlecht erreichbar, 700 000 Euro Kosten für ein zweijähriges Provisorium seien auch nicht ohne.

Zwar hätten Kita-Dezernent Peter Krank und Bürgermeister Klaus Kreß als Dezernent für Stadtentwicklung im Ausschuss betont, man habe alle Alternativen geprüft. Der HuF forderte dennoch eine erneute Untersuchung. Jordis: »Die Bauaufsicht war bei Übergangslösungen in der Vergangenheit stets sehr kulant.« So sei der ehemalige Kinderhort im Sprudelhof als Standort vorgeschlagen worden. Jordis: »Ob das geprüft wurde, konnte man uns nicht sagen.« Das sei auch kein idealer Standort, »aber er wäre nicht so teuer«. Komme bei der Prüfung nichts heraus, müsse man wohl zurück zum »suboptimalen« Standort Frankfurter Straße. Jordis: »Der Vorwurf bleibt bestehen: Die Verwaltung hat sich in dieser Frage sehr viel Zeit genommen.«

Die Not-Kita soll die Zeit überbrücken, bis die ehemalige Röntgenbildschirmstelle in der Schwalheimer Straße Ende 2021 geräumt ist. Dann soll dieses Haus zur Kita für das direkt angrenzende Baugebiet umgebaut werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare