Yannick Hollstein ist während seines Freiwilligen Sozialen Jahres oft in Sachen Hausnotruf im Einsatz.	FOTO: HARALD SCHUCHARDT
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Yannick Hollstein ist während seines Freiwilligen Sozialen Jahres oft in Sachen Hausnotruf im Einsatz. FOTO: HARALD SCHUCHARDT

Freiwilliges Soziales Jahr

FSJ bei den Johannitern in Bad Nauheim: Unterwegs, um zu helfen

  • vonHarald Schuchardt
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Nach dem Abitur nehmen sich viele junge Menschen eine Auszeit. Yannick Hollstein absolviert seit elf Monaten ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Johanniter-Unfallhilfe in Bad Nauheim.

Ich wollte nicht direkt mit dem Studium anfangen, diese Zeit allerdings auch sinnvoll nutzen«, sagt Yannick Hollstein. Der 20-Jährige aus Hüttenberg-Rechtenbach (Lahn-Dill-Kreis) macht derzeit sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in Bad Nauheim.

Was er genau machen wollte, wusste er kurz vor dem Abi an der Gießener Liebig-Schule - Schnitt von 1,4 - noch nicht. Eine Anzeige der JUH Rhein-Main brachte ihn auf die Idee, ein FSJ zu absolvieren. »Ich hatte noch nie etwas in diesem Bereich gemacht und keinen Bezug zu den Johannitern«, sagt Hollstein. »Nur meine Mutter ist Mitglied in der Johanniter-Unfallhilfe.« Obwohl er sich relativ spät bewarb, wurde er angenommen.

Zunächst ging es in die Geschäftsstelle des Regionalverbands Rhein-Main in Frankfurt, wo der junge Mann eine Ausbildung zum Sanitätshelfer absolvierte. Diese war Voraussetzung für Hollsteins Einsatz beim Haus-Notruf, einem von zwei Einsatzschwerpunkten in den vergangenen elf Monaten.

Oft nachts vor dunkler Wohnung

»Das war sehr interessant und abwechslungsreich«, bilanziert der 20-Jährige - auch wenn ältere Menschen oft Fehlalarme ausgelöst hätten. Bei jedem Notruf-Eingang muss der Bereitschaftshabende losfahren und in der Wohnung nachsehen, was los ist. Oft stand Hollstein spät abends oder nachts vor einer dunklen Wohnung oder einem Haus. Vorsichtig öffnete er die Wohnungs- oder Haustür mit dem Schlüssel, der am JUH-Standort deponiert ist, um zu sehen, was geschehen ist. »Oft schliefen die Menschen, die ich dann vorsichtig weckte. Ich habe mich gewundert, dass die meisten sich gar nicht so erschreckten.« Ging es einem Patienten nicht gut, dann wurde ein Arzt oder Rettungswagen verständigt.

Der Bereitschaftsdienst war jedoch nur ein Teil im Bereich Haus-Notruf. Viel Freude haben dem jungen Mann die Beratungsgespräche mit Interessenten für das Haus-Notruf-System bereitet. Das Erklären der Funktionen der Funk-Hand-Sender und das Einrichten des Anschlusses nach dem Vertragsabschluss gehörten ebenso zu den Aufgaben des FSJlers wie der Abbau eines Systems, nachdem die Nutzer in Pflege- oder Altersheim gegangen waren.

Er will Medizin studieren

Immer wieder wurde Hollstein auch bei »Essen auf Rädern« eingesetzt. Einmal pro Woche erhalten die Senioren sieben tiefgefrorene Speisen, die sie selbst auftauen und erhitzen. »Ein kleines Gespräch gehört oft dazu«, sagt Hollstein. Mitte August endet für den 20-Jährigen seine Zeit bei der Johanniter-Unfallhilfe. »Ich würde es wieder machen. Ich bin an der Aufgabe gewachsen, insbesondere bei den oft intensiven Beratungsgesprächen rund um das Haus-Notruf-System. Ich habe viel Dankbarkeit erhalten«, zieht Hollstein eine Bilanz. »Ich hatte immer ein gutes Gefühl, weil ich Menschen helfen konnte.« Das will er auch in Zukunft tun, strebt er doch ein Medizin-Studium an. »Leider wird das FSJ-Jahr nur von wenigen Unis anerkannt«, bedauert der Hüttenberger, der hofft, dass er schon im kommenden Semester mit dem Studium beginnen kann.

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