Nicht nur die Aussichtsterrasse am Restaurant ist gesperrt, auch die Parkplätze können nicht genutzt werden. Bislang haben die Gespräche der Stadt mit dem Eigentümer daran nichts geändert.
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Nicht nur die Aussichtsterrasse am Restaurant ist gesperrt, auch die Parkplätze können nicht genutzt werden. Bislang haben die Gespräche der Stadt mit dem Eigentümer daran nichts geändert.

Einigung scheint möglich

Johannisberg Bad Nauheim: Stadt will Sperrung aufheben

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Seit Monaten ist die Aussichtsterrasse auf dem Bad Nauheimer Johannisberg für Bürger gesperrt. Die Stadt will diesen Zustand nicht länger hinnehmen.

Die Situation auf dem Johannisberg bleibt für Bürger und Besucher Bad Nauheims ein Ärgernis. Die Terrasse, die eine grandiose Aussicht über die Wetterau und ins Rhein-Main-Gebiet bietet, kann weiterhin nicht betreten werden.

Café-Restaurant-Eigentümer Dr. Johannes Peil hatte den Zugang im Frühjahr mit einem von Stacheldraht gekrönten Bauzaun gesperrt, um Vandalismus-Schäden am Gebäude des geschlossenen Gastronomiebetriebs zu verhindern. Was allerdings nur bedingt erfolgreich ist, denn Mitte Juli hatte ein Randalierer eine Terrassentür beschädigt. Auch die Parkplätze direkt am Restaurant können derzeit nicht genutzt werden.

Bürgermeister Klaus Kreß führt seit geraumer Zeit »konstruktive Gespräche« mit dem Eigentümer, die bislang allerdings nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben. Ein weiterer Termin in der vergangenen Woche war abgesagt worden. »Wir wollen die Terrasse wieder für die Bürger nutzbar machen. Das kann nicht anders sein, denn das Gelände darf der Bevölkerung nicht vorenthalten werden«, sagt der Rathauschef.

Johannisberg Bad Nauheim: Landesregierung ist eingeschaltet

Kreß beruft sich auf den Kaufvertrag von 1998 zwischen dem damaligen Hessischen Staatsbad Bad Nauheim und Peil, speziell auf den Paragrafen 6. Darin verpflichtet sich der Käufer, den Gastronomiebetrieb auf dem Johannisberg dauerhaft aufrechtzuerhalten. Außerdem ist von einer »kurortverträglichen Nutzung« die Rede. Nach Ansicht des Bürgermeisters lässt sich die Formulierung »kurortverträglich« nicht mit der aktuellen Situation in Einklang bringen. Auch die Sperrung der Parkplätze sollte aufgehoben werden.

Kreß geht von einer baldigen Einigung aus, obwohl die Stadt eigentlich kein Mitspracherecht hat. Vertragspartner Peils ist nämlich das Land, der Bürgermeister hat sich deshalb auch mit dem zuständigen Ministerium in Verbindung gesetzt und um Unterstützung gebeten. Die Stadt hat vorgeschlagen, den Bauzaun anders zu platzieren und direkt vor die Restaurant-Terrasse zu stellen. Bis 22 Uhr könnte der Öffentlichkeit ein Zugang zu dem Aussichtspunkt gewährt werden. Auf dieser Basis hält der Bürgermeister eine Einigung mit dem Eigentümer für möglich.

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