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Mit der Kunstinstallation »Denim for Life« möchte Patrizia Zewe ihre zentralen Themen Mode, Kunst und Nachhaltigkeit zum Ausdruck bringen. Die Schau soll zur Kommunikationsplattform werden. Wer möchte, kann seine Meinung und Eindrücke sowie seine persönliche Geschichten zum Thema Jeans dokumentieren und veröffentlichen lassen.

Jeans werden zur Kunst

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Bad Nauheim. Gebrauchte Jeans werden zur Kunst. »Denim for Life« hat Patrizia Zewes ihre Ausstellung und das dahinterstehende Projekt genannt. Die Künstlerin verwandelt den »Mobilen Kleiderschrank« der Kultur Region Frankfurt Rhein-Main in eine Kunstinstallation. Im Juli wird das Ganze zu sehen sein. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Pünktlich zum Start der Frankfurter Fashion Week.

Dabei geht es auch um Nachhaltigkeit in Sachen Mode.

Mit ihrer Kunstinstallation möchte Patrizia Zewe die Betrachter zur Wertschätzung von Kleidung animieren. »Mode sollte kein Fast Food sein, - sondern - wie es die gute alte, nahezu unverwüstliche Jeans nahelegt, lange im Gebrauch sein. Jeans ermöglichen im besten Sinne Nachhaltigkeit; sie bleiben für immer jung und werden ewig leben«, sagt Zewe.

Der Stoff Denim hält vieles aus und hält lange durch. Er existiert bereits seit Jahrhunderten und ist in allen Ländern der Erde bekannt. Denim wird aus gefärbten und weißen Fäden vor allem aus Baumwolle gewebt. Die neueren, modernen Beimischungen von elastischen Fasern schränken allerdings seine ursprüngliche lange Lebensdauer etwas ein. Die Geschichte von Baumwolle reicht sogar bis 6000 vor Christus zurück.

Symbol für Freiheit und Rebellion

Es gilt als wahrscheinlich, dass der Webstoff im französischen Nîmes entstand. In den USA wurde aus ihm zunächst robuste Kleidung für Arbeiter und Goldschürfer hergestellt. Erst etwa 100 Jahre später, meldete Levi & Strauss Co. 1872 Jeans zum Patent an. In den 1940er Jahren brachten die amerikanischen GIs die Jeans mit nach Übersee und die Wahrnehmung für das Kleidungsstück veränderte sich. Jeans wurden eher mit Freizeitaktivitäten assoziiert. Ab den 50er Jahren wurden Jeans in Europa Symbol von Freiheit und Rebellion. Frauen wie Brigitte Bardot und Marylin Monroe erregten damit großes Aufsehen. Durch Filmstars wie James Dean und Marlon Brando verbreiteten sich weniger konservative Lebensauffassungen. Gegensätzliche Lebensentwürfe sind noch heute spürbar. Jeans gelten vielerorts als nicht bürotauglich und zu festlichen Anlässen als unpassend.

Zewe ist zeitlebens künstlerisch tätig. Kleidung ist dabei eines ihrer Ausdrucksmittel. Ihre »Farb Malerei« ist meist großformatig. Impulsiv reflektiert sie dabei kritisch die aktuelle gesellschaftliche Stimmung oder schafft dekorative Farbbilder zum »Kraftholen«. Ihr Elternhaus mit Mode und Kunst, die 68er-Revolution, die Szene der Düsseldorfer Kunstakademie, Gerhard Richter und Joseph Beuys prägten sie.

Nach unzähligen künstlerischen Aktivitäten als Cross-over-Künstlerin, Galeristin, Salonière, Netzwerkerin und erste Vorsitzende des Kunstvereins Tölzerland, zog sie nach 50 Jahren zurück in ihre Heimat Bad Nauheim. Mit der Kunstinstallation möchte Zewe ihre zentralen Themen Mode, Kunst und Nachhaltigkeit zum Ausdruck bringen.

Die Ausstellung soll eine Kommunikationsplattform für Bürger und Besucher Bad Nauheims werden, um dort verschiedentlich Tuchfühlung aufzunehmen. Wer möchte, kann seine Meinung und Eindrücke zur Ausstellung und seine persönliche Geschichten zum Thema Jeans dokumentieren und veröffentlichen lassen. Vor Ort finden etliche Gespräche und Interviews mit Experten auch aus der Mode- und der Kunstszene statt und es sollen fotografische Momentaufnahmen entstehen.

Bis die Hose wieder passt

Wechselnde Mitaussteller unterstützen die Betreuung der Ausstellung. Die Veranstalter stellen sich vor und sind erreichbar. Die Ausstellung soll der lebendige Beweis dafür werden, wie wertvoll Kunst, Kultur und die Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit und die Aufmerksamkeit füreinander ist.

Eingeladen ist der mit Zewe befreundete, und an der Jugendstilstadt interessierte bekannteste deutsche Modejournalist Peter Bäldle. Die zeitweisen Mitaussteller sind Verlage, wie der Lotte Verlag, aber auch die Adipositas Stiftung Deutschland - die den Weg zum Idealgewicht kennt, damit die Lieblingsjeans wieder passt. Beatrix van Ooyen

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