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Investorensuche: Drei Jahre ohne Erfolg

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Bad Nauheim (bk). Ehemaliges Klinikgebäude zu verkaufen: Mit diesem Angebot geht die Helios-Klinik-Gruppe seit drei Jahren bei potenziellen Investoren hausieren - bislang ohne Erfolg. Es handelt sich um den früheren Standort der William-Harvey-Klinik, die im Juli 2007 auf den Kerckhoff-Campus im Stadtzentrum umgesiedelt war.

Bad Nauheim (bk). Ehemaliges Klinikgebäude zu verkaufen: Mit diesem Angebot geht die Helios-Klinik-Gruppe seit drei Jahren bei potenziellen Investoren hausieren - bislang ohne Erfolg. Es handelt sich um den früheren Standort der William-Harvey-Klinik, die im Juli 2007 auf den Kerckhoff-Campus im Stadtzentrum umgesiedelt war. Seitdem steht das Haus Am Kaiserberg leer, und trotz der idyllischen Lage des Grundstücks ist eine Verwertung nicht in Sicht, wie Helios-Pressesprecher Dr. Johann Peter Prinz gestern auf Anfrage einräumte: »Wir konnten bislang keine Ergebnisse in der Nachnutzung des Gebäudes erzielen, konkrete Interessenten gibt es nicht.« Auf Nachrichten aus der Konzernzentrale wartet auch Bürgermeister Bernd Witzel. Der Magistrat hatte im Herbst 2009 die Zustimmung zu Helios-Plänen, das Gebäude abzureißen und stattdessen etwa 20 Baugrundstücke auszuweisen, zunächst zurückgestellt und die nochmalige intensive Prüfung anderer Möglichkeiten angeregt.

Diese Prüfung ist Prinz zufolge inzwischen erfolgt, ohne brauchbares Resultat. Bereits im letzten Jahr hatte Helios einen Experten für Standort- und Projektentwicklung mit der Ausarbeitung eines Verwertungskonzepts für das Areal beauftragt. Drei mögliche Varianten wurden geprüft: Hotel, betreutes Wohnen oder Bebauung mit Einfamilienhäusern. Letztlich, so der Helios-Sprecher Ende Oktober, komme nur ein Abriss der früheren Klinik und ein Verkauf von 20 Bauparzellen in Frage. Ein Erhalt des Gebäudes mache wenig Sinn, weil dessen Zustand problematisch sei und die krankenhausspezifische Gestaltung andere Nutzungen fast ausschließe.

Um einen Abriss wird man wohl nicht herumkommen - davon ist auch Bürgermeister Witzel überzeugt, wie er dieser Tage gegenüber der WZ erklärte. Von einer Wohnbebauung war der Magistrat im Herbst 2009 allerdings nicht zu überzeugen. Ein Grund sei die unmittelbare Nachbarschaft des Riesengrundstücks zu der Park- und der Kaiserberg-Klinik. Weil der Magistrat seine Beschlussvorlage zurückgezogen hatte, kam es im Parlament auch nicht zu einer geplanten Debatte über die Aufnahme von Wohnungsbau an dieser Stelle in den neuen regionalen Flächennutzungsplan.

Von der Lage her würde der Bürgermeister den Bau eine Hotels mit etwa 120 Betten favorisieren, wäre da nicht die problematische Verkehrserschließung, die über die Park- und Terrassenstraße erfolgen müsste. Diese Straßen sind ohnehin bereits stark belastet, weil sie von allen Fahrern benutzt werden, die beispielsweise das Hotel Dolce, die zwei genannten Kliniken, den Golfplatz oder das Teichhaus ansteuern.

Wie Witzel durchblicken ließ, könnten unterschiedliche finanzielle Vorstellungen der Grund für die äußerst langwierige Suche nach einem Investor sein. Wie sich gezeigt habe, sei das Haus sehr massiv gebaut, die Abrisskosten würden entsprechend hoch ausfallen. Witzel: »Der Verkaufspreis dürfte inzwischen ganz unten sein, ich hoffe, dass sich bald etwas tut.« Dieser Wunsch wird sich wohl nicht erfüllen, wenn man die Äußerungen von Prinz hört. Es sei eine erneute intensive Prüfung der drei Varianten erfolgt, ohne zu neuen Erkenntnissen zu gelangt zu sein. Nach wie vor werde ein Investor gesucht, was »bislang leider nicht gelungen ist«.

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