Auch auf dem Burgpforten-Parkplatz sollen erst ab Mitte kommenden Jahres höhere Gebühren verlangt werden.	FOTO: NIC
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Auch auf dem Burgpforten-Parkplatz sollen erst ab Mitte kommenden Jahres höhere Gebühren verlangt werden. FOTO: NIC

Rückzieher der Politik

Bad Nauheim macht Rückzieher bei Parkgebühren in der Innenstadt

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Die Parkgebühren in der Bad Nauheimer City sollten am 1. Januar von 35 auf 50 Cent pro Viertelstunde steigen. Doch die Politik macht einen Rückzieher, um gebeutelte Geschäftsleute zu schonen.

Im Juni hatte das Bad Nauheimer Stadtparlament beschlossen, die Parkgebühren in der Innenstadt um 43 Prozent zu erhöhen. Mit Beginn des neuen Jahres sollen bei einer Höchstparkdauer von zwei Stunden pro Viertelstunde 50 Cent fällig werden. Bisher werden 35 Cent verlangt. Hintergrund: Die City soll von motorisiertem Verkehr entlastet, Pendler und Kunden sollen auf die großen Parkplätze am Rand der Innenstadt umgeleitet werden. Ein Beispiel ist der Platz am großen Teich (Frankfurter Straße), wo das Tagesticket künftig nur noch 3 (bisher 4) Euro kostet. Bezüglich der Innenstadt macht die Politik jetzt allerdings einen (Teil-)Rückzieher.

Die deutliche Anhebung der Gebühren war vom Verein »Erlebnis Bad Nauheim«, der in erster Linie die Interessen der Einzelhändler vertritt, von Anfang an abgelehnt worden. Höhere Parkgebühren gleich weniger Kunden - so die Überlegung. Da Ladenbesitzer und Gastronomen, Restaurantbetreiber und andere Geschäftsleute in der City derzeit ohnehin unter den Corona-Folgen leiden, hat Bürgermeister Klaus Kreß eine Initiative gestartet. Die neue Parkgebühren-Satzung tritt zwar in Kraft, die Regelung für die Zone 1 wird aber vorerst ausgesetzt.

Rest der Satzung tritt in Kraft

Bis zum 30. Juni 2021 soll es beim alten Tarif (35 Cent pro 15 Minuten) bleiben. Das gilt für folgende Straßen und Plätze: Parkstraße, Burgpforte, Burgplatz, Hauptstraße, Karlsbrunnen sowie Karl- und Kurstraße (jeweils zwischen Park- und Lutherstraße). Der Haupt- und Finanzausschuss hat den Vorschlag des Bürgermeisters einstimmig gebilligt.

»Den besonderen Belastungen der Pandemie für den Einzelhandel und die Gastronomie ist Sorge zu tragen. Eine Erhöhung der Parkgebühren könnte die ohnehin reduzierte Kundenfrequenz weiter negativ beeinflussen«, begründet Kreß seinen Vorstoß. Aufgrund der Krise sei wirtschaftlichen Interessen der Geschäftsleute temporär Vorrang vor langfristigen verkehrspolitischen Zielen der Stadt einzuräumen. Die übrigen Bausteine der Parkgebühren-Satzung träten zum 1. Januar in Kraft.

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