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Aus einer emotionalen Stimmung heraus fließen die Worte, wenn Klaus Harald Zöltzer seine Gedichte schreibt.

In Liebe berührt

  • vonHanna von Prosch
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Bad Nauheim (hms). »Etwas in der Hand zu halten, das jenseits unserer Sorgen Bestand hat und uns Trost gibt - was eignet sich dazu besser als ein Buch?«, sagt Verlegerin Frauke Ahlers. Die Antwort gibt ein neu in ihrem Lotte Verlag erschienener Foto-Gedichtband von Klaus Harald Zöltzer: »In Liebe berührt«.

Schon seit der Antike schreiben Männer Gedichte, weiten den Blick auf die Welt, auf Menschen und Dinge, und offenbaren auch ihre innersten Empfindungen. Im Bad Nauheimer Lotte Verlag ist Klaus Harald Zöltzer der erste Mann, der dort zu Wort kommt.

Nach der Philosophie des Verlags sollen es »Bücher für Körper, Geist und Seele sein, wahre Lebensbegleiter, die man immer um sich haben möchte«.

Berührung ist etwas Entscheidendes

Zöltzer thematisiert in seinem Bild-Gedicht-Band die zeitlosen, jeden betreffenden und gerade jetzt den Menschen ergreifenden Themen Liebe und Berührung. So auch der Titel: »In Liebe berührt«. »In heutiger Zeit müssen diese Dinge leider in den Hintergrund treten«, sagt er, »aber Berührung ist etwas ganz Entscheidendes. Sie spielt für die Gesundheit eine wichtige Rolle. Jetzt gerade fehlt sie uns merkbar.«

Dabei ist ihm wichtig, wie es in vielen Gedichten zum Ausdruck kommt, dass die Worte sowohl die Seele berühren als auch die Nähe des Körpers meinen. Hände, die ineinandergreifen, Augen, die den anderen anschauen, Geborgenheit, Vertrauen, Sehnsucht, süßer Schmerz - Worte, die jeder kennt, Empfindungen, die jeder nachvollziehen kann, bekommen eine weitere Dimension, wenn man sie in Lyrik fasst. Zöltzer folgt bei der Entstehung eines Gedichts einem emotionalen Drang. Er selbst ist dabei durch eine Situation, ein tiefes Gefühl, eine Erzählung berührt. Auf die Frage, was für ihn das Wort Liebe bedeute, lächelt er und antwortet zögernd: »Eine große Frage. Es ist das, was Menschen seelisch verbindet. Es hat nichts mit Sexualität zu tun, ist nichts Oberflächliches.« Angst sei der Gegenspieler zur Liebe und im Augenblick seien die Menschen verängstigt.

Beeindruckend ist die Gestaltung des Büchleins, bei der Zöltzer jeweils auf einer Doppelseite Wort und Fotomotiv in fein angestimmten Farben kombiniert. »Auch Farbe kann Emotionen transportieren, man denke nur an Rot oder Gold«, sagt er. Sowohl die Auswahl als auch die Komposition stammen von ihm selbst. Von Jugend an fotografiert er, hat schon mehrere Fotobände herausgebracht. Seine Blumen- und Naturfotografien ergeben so mit den Gedichten ein harmonisches Ganzes. Wie der Mammutbaum. Es gibt ihn unterhalb der Skiwiese in Bad Nauheim und er wartet, in freie Verse gefasst, Jahr für Jahr auf ein liebendes Paar. »Der Baum ist ein Symbol für Gesundheit, er hat alles, was wir brauchen: Wachstum und Wurzeln, festen Stand aber auch Biegsamkeit, Verästelungen und verschiedene Energien«, erklärt er.

Tag der Musik und Literatur am 30. Mai

Mal bestehen die Fotografien aus singulären Blumen und Blüten, mal sind sie kunstvoll gebunden. Die weite Natur schließt ein Gedicht ein oder stellt es einem bildhaften Statement gegenüber.

Seine Erfahrungen mit dem ersten Versuch dieses Gedichtbands bezieht Zöltzer vorzugsweise auf das Technische: »Ich habe viel gelernt und weiß jetzt, wie man manches besser machen kann. Aber ich fand es schön, etwas in die Welt zu setzen, das Bestand hat.«

Im Rahmen des Tages der Musik und Literatur am 30. Mai will Frauke Ahlers einen lyrisch-musikalischen Spaziergang anbieten mit dem Titel »Unter dem Mammutbaum«. Erhältlich ist der Gedichtband beim Lotte Verlag (www.lotte-verlag.de).

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