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Die bundesweit erste Kneipp-Ampel steht an der Kreuzung Eleonorenring/Zanderstraße.

200. Geburtstag

In Bad Nauheim gibt’s jetzt auch die Kneipp-Ampel

Zum 200. Geburtstag bekam »Wasserdoktor« Pfarrer Sebastian Kneipp in Bad Nauheim seine erste Fußgängerampel geschenkt. Das Ampelmännchen mit Gießkanne lenkte schon im Vorfeld Aufmerksamkeit auf den festlichen Kneipp-Gesundheitstag.

Bad Nauheim – Lange rang der Kneipp-Verein Bad Nauheim-Friedberg-Bad Salzhausen unter Pandemiebedingungen um das Programm für das Geburtstagsfest zu Ehren von »Wasserdoktor« Pfarrer Sebastian Kneipp. Dass es am Ende eine herrlich durchsonnte »Hybridveranstaltung« mit 100 Gästen im Saal und Livestream in die ganze Welt werden würde, hatte kaum jemand zu hoffen gewagt. Die Dankbarkeit war groß, der Zuspruch auch.

Er sei fast etwas neidisch, hatte Bürgermeister Klaus Kreß während des Festaktes am Samstag in der Trinkkuranlage eingeräumt: Das Fernsehen hatte nicht wegen des Spatenstichs für die Therme angefragt, sondern wegen der neuen Ampelmännchen. Tatsächlich entpuppte sich die Einweihung der Kneipp-Fußgängerampel an der Kreuzung Eleonorenring/Zanderstraße als Höhepunkt des 14. Kneipp-Gesundheitstages.

Strahlend schritt Kneipp »höchstpersönlich« in Soutane mit der obligatorischen Gießkanne vom Festsaal zur nahen Straßenkreuzung - unter strahlend blauem Himmel und begleitet von den Geburtstagsgästen um den Kneipp-Landesverbands- und Ortsvereinsvorsitzenden Dr. Lutz Ehnert und Moderator Martin Guth.

In die Rolle des Sebastian Kneipp war der stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Peter Wolff aus Fulda geschlüpft. »Wolff hatte auch die Idee zum Ampelmännchen«, erzählte Ehnert. Grafisch umgesetzt wurde das Projekt von Oliver Latta in dessen Bad Nauheimer Designagentur Explomedia. Die Stadt unterstütze Verein und Verband, die sich die Kosten teilten. Von nun an wird der »Wasserdoktor« täglich Tausende Schüler, Kirch- und Spaziergänger über die Straßen lotsen, demnächst auch in anderen Orten Schule machen und bald nicht mehr mit Bonifatius oder Luther verwechselt werden. Dafür soll eine Infotafel sorgen.

Nächstes Ziel: Kneipp-Heilbad in der Wetterau

Mit einer ökumenischen Andacht hatte das Geburtstagsfest im Saal begonnen. Pfarrer Rainer Böhm und Diakon Dr. Bernhard Dörr würdigten das Wirken ihres Amtsbruders Kneipp, Mitglieder des St.-Gottfried-Singkreises Butzbach sangen von Hoffnung und Freude. Die übertrug auch Ehnert in seiner Wegbeschreibung hin zum Ziel, Kneipp-Heilbad zu werden. Mit dem Spatenstich zur Therme sei man einen großen Schritt weiter, bestätigte Bürgermeister Kreß. Kneipp sei ein wichtiger Baustein des Heilbades und alles andere als verstaubt.

Kneipps Lehren von der Stärkung des Immunsystems passten in diese Zeit, unterstrich Landrat Jan Weckler. Seit Jahren bereite man im Wetteraukreis das »Kneipp-Bäder-3Eck« mit seinen Leuchttürmen Bad Nauheim, Bad Salzhausen und Bad Vilbel sowie aktuell 37 Kneippstationen in elf Kommunen vor. Details zur Wassertherapie nach Kneipp erläuterte Prof. Uwe Lange, Oberarzt für Rheumatologie und klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik - und ergänzte, dass sein Haus demnächst ein Forschungsprojekt zur Wirkung von Nauheimer Sole starten werde. Kneippvereins-Übungsleiterin Meagan Schuetze brachte mit Fitness- und Entspannungsübungen Bewegung in den Saal, Fitnesstrainer Bernd Lachmann empfahl die tägliche Bewegungsroutine und Tanzlehrer Gregor Skrock von der Tanzschule Wehrheim-Gierok übte mit den Gästen einen Line-Dance.

Kurzweilige Zwiegespräche über Kräuter, Heilpflanzen und gesunde Ernährung führte Moderator Guth mit Dr. Heidi Braunewell, Dozentin für Naturheilkunde, und mit Cornelia Dörr, Geschäftsführerin Tourismusregion Wetterau. Deren Empfehlung: Man möge die Menschen gerade zu Pandemiezeiten mit ihrem neu geschärften Gesundheits-Bewusstsein mitnehmen in den Alltag.

Eindrucksvoll geriet das ganzheitliche Konzept der Kneippschen Säulen im Gesundheitsgarten am Gradierwerk II, wohin die Geburtstagsgesellschaft schließlich wechselte. Hier wurde sie begrüßt von Kerstin Schneekloth (Stadtmarketing), von Almut Boller (Hessischer Heilbäderverein) und von der bunten »Bella Heilbad«-Skulptur. Die mit Tipps gespickte Erlebniseise durch den Gesundheitsgarten begleiteten Lachmann im Bewegungsparcours, Eckhard Lieberich vom Kneipp-Verein am Bienenhotel, Badeärztin Dr. Beate Vogtherr durch den Sinnesgarten und die Hüttenberger Kräuterfrau Barbara Skarupke im Kräutergarten.

Natürlich durften auch Wassertreten und kalte Armbäder in strahlend sauberen Becken nicht fehlen - ganz nach Kneipps Motto zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte: »Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für seine Krankheit opfern.«

Der Livestream des Geburtstagsfestes mit Einweihung der Ampelmännchen steht auf www.kneipp-bn.de.

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