Helga Fink  Diabetologin
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Helga Fink Diabetologin

Impfungen bei Diabetes dringend empfohlen

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Bad Nauheim (pm). Eigentlich wollte das Team der Diabetes-Klinik anlässlich des diesjährigen Diabetologischen Abends auch ein wenig feiern: zehn Jahre Diabetologischer Abend, zehn Jahre ambulanter diabetologischer Schwerpunkt sowie standortübergreifende diabetologische Grundversorgung am Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) und das zehnte Jahr von Dr. Michael Eckhard als Chefarzt. Unter Corona-Bedingungen fielen die Feiern nun ins Wasser, doch zumindest konnten sich Dr. Eckhard und sein Team über eine sehr große Beteiligung an der virtuellen Veranstaltung freuen.

Infektionskrankheiten bei Diabetes mellitus waren das Thema des unter dem Namen »Flussarzt« bekannten Gießener Mediziners Witold Rak. Kurzweilig präsentierte er eine Reihe von aktuellen Infektionskrankheiten, mit denen die Ärzteschaft in Praxen und Notaufnahmen immer wieder konfrontiert ist und die man bei Diagnosestellung ebenso wie ihren Bezug zur Diabeteserkrankung stets im Kopf haben sollte. Wesentlich sei, den Patienten bei der Erhebung der Krankengeschichte die richtigen Fragen zu stellen.

Dr. Eckhard befasste sich danach unter dem Titel »Offene Beine - Differenzialdiagnose Läsionen am Unterschenkel« mit den Grundprinzipien einer professionellen und multidisziplinären Versorgung von Menschen mit diabetischem Fußsyndrom. Die Diabetes-Klinik ist dafür sowohl seitens der Deutschen Diabetes Gesellschaft zertifiziert als auch wiederholt in den »Focus«-Listen für Ärzte und Kliniken vertreten. Eine chronische Wunde am Unterschenkel, das so genannte Ulkus Cruris, landläufig als »offenes Bein« bezeichnet, könne jedoch unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb müsse vor der Therapie zunächst eine saubere Diagnose gestellt werden, forderte Eckhard und stellte der Zuhörerschaft die differenzialdiagnostischen Überlegungen anhand von bebilderten Fallbeschreibungen vor.

Dr. Isabel Martin, Diabetologin, Ernährungsmedizinerin und Hypertensiologin, erläuterte die aktuellen Leitlinien und Therapieziele in der Betreuung des Schwangerschaftsdiabetes sowie bei Schwangeren mit vorbestehendem Diabetes. Im Diabeteszentrum Mittelhessen am Hochwaldkrankenhaus kooperiert sie dafür mit den Frauenärztinnen und -ärzten der Region. Die Zuhörer staunten nicht schlecht über den Bericht von einer Schwangeren, die vor der Geburt mehr als 400 Einheiten Insulin täglich benötigte - und danach gar kein Insulin mehr.

Dr. Helga Fink, Oberärztin in der Diabetesklinik sowie als Diabetologin mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und psychosomatische Grundversorgung in der diabetologischen Schwerpunktpraxis, zeigte eindrucksvoll die Auswirkungen von Stressbelastungen auf die Güte einer Blutzuckereinstellung auf. Abhängig vom persönlichen Stresslevel der einzelnen Patienten führe die Pandemie sowohl zu schlechteren als auch zu deutlich besseren Glukoseverläufen. Menschen mit einer Diabeteserkrankung hätten nicht grundsätzlich ein erhöhtes Risiko, sich mit Covid-19 zu infizieren und daran zu erkranken. Hier spielten Alter, Begleiterkrankungen oder Komplikationen und die Güte der Stoffwechseleinstellung eine wichtige Rolle. So sollten eine bestmögliche Einstellung angestrebt und die regelmäßigen Kontroll- und Vorsorgetermine sowie die seit Jahren bestehenden Empfehlungen für Impfungen (Grippe, Pneumokokken und gegebenenfalls Herpes Zoster) wahrgenommen werden.

Lebenslange Nachsorge

Christina Neuhaus, Oberärztin der Diabetes-Klinik, Fachärztin für Innere und Gefäßmedizin und Diabetologin, erklärte, wann eine OP zur Behandlung der krankhaften Fettsucht (Adipositas) anzuraten sei und welche Voraussetzungen und Voruntersuchungen erfüllt sein müssten. Für viele stark Übergewichtige sei die metabolische Chirurgie, die auch am GZW angeboten werde, oft die einzige Option zur nachhaltigen Therapie. In jedem Fall sei für den langfristigen Erfolg eine gründliche Vorbereitung der Patienten auf die Operation und ihre Folgen sowie eine lebenslange Nachsorge (etwa durch Kontrolle und Zuführung von Vitaminen, Eiweißen und Mineralien) unerlässlich.

In seinen abschließenden Dank sprach Dr. Eckhard die Hoffnung aus, dass sich auf Basis dieses Vertrauens und eines hohen Maßes an Flexibilität und Adaptationsfähigkeit die neuen Herausforderungen meistern ließen. FOTOS: PM

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