ZIel der Arbeiten an der Stadtbücherei ist es gewesen, das Gebäude nicht nur in frischem Glanz erscheinen zu lassen, sondern sich auch am ursprünglichen Aussehen zu orientieren.	FOTO: PM
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ZIel der Arbeiten an der Stadtbücherei ist es gewesen, das Gebäude nicht nur in frischem Glanz erscheinen zu lassen, sondern sich auch am ursprünglichen Aussehen zu orientieren. FOTO: PM

Immer am Ur-Zustand orientiert

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Bad Nauheim (pm). Das letzte Gerüst ist vor wenigen Tagen abgebaut, das überschüssige Baumaterial abgeholt worden. Die umfangreiche Restaurierung der Stadtbücherei in der Zanderstraße ist abgeschlossen. Erster Stadtrat Peter Krank dazu: »Die komplette Außenfassade, die historischen Fenster und das Dach wurden instand gesetzt. Teile des 1901 erbauten Gebäudes, welches zu Staatsbadzeiten ausgebessert und renoviert wurde, waren stark verwittert - morsche Holzeinfassungen, Farbabblätterungen, Risse im Putz, aufgeschwemmte Holzverzierungen oder lose Ausfachungen waren sichtbare Zeugen.«

Die Maßnahme wurde wegen des Sanierungsumfangs, der Abhängigkeit vom Wetter und weil die Arbeiten im laufenden Betrieb stattfanden, in zwei Abschnitte unterteilt. Zuvor waren der Kanal instand gesetzt und beschädigte Regenrinnen und Fallrohre erneuert worden, um weitere Schäden an der denkmalgeschützten Fassade zu vermeiden. Auch wurde vor der eigentlichen Sanierung im Frühjahr 2018 zunächst die Fassade auf Zustand und Standfestigkeit hin untersucht.

Techniken und Material wie früher

»Aufgrund der besonders eindrucksvollen Jugendstilarchitektur wurde in Abstimmung mit der Denkmalpflege ein Gutachten zur Sanierung erstellt. Dieses hatte die Erhaltung des Urzustandes des Jugendstilgebäudes zum Ziel. Die Arbeiten wurden immer unter der Prämisse ausgeführt, dem historischen Erscheinungsbild möglichst nahe zu kommen und dabei die seinerzeit verwendeten Arbeitstechniken und Materialien zu verwenden. Dazu wurden umfangreiche Farb- und Putzuntersuchungen an der Fassade vorgenommen und eine exemplarische Musterrestauration eines Fensters durchgeführt«, erklärt Klaus Schmidt von der städtischen Immobilienverwaltung. Von August bis Dezember 2018 wurde die hintere Außenfassade in Richtung Goethestraße erneuert. Die Vorderseite der Bibliothek in der Zanderstraße folgte ab Mai 2019. Dabei wurden die Fachwerkelemente mit den prächtigen Schmuckverzierungen sowie die Putzflächen aufgearbeitet.

Wegen des desolaten Zustandes mussten einige Schmuckelemente, wie die Eule auf dem First oder die Eckpfosten mit dem für diese Epoche typischen Zopfmuster, vollständig erneuert werden. Diese wurden unter strenger Beachtung des Originals von einem Holzbildhauer angefertigt. Parallel wurden die Fenster mit ihren prunkvollen Bleiverglasungen instand gesetzt.

Auch die komplette Dacheindeckung wurde mittels Hubsteiger und einer Drohne begutachtet.

Kosten liegen bei 805 000 Euro

Hier mussten Teilflächen der Schiefereindeckung überarbeitet werden. In die Sanierung, die von zahlreichen Fachfirmen ausgeführt und vom Bad Nauheimer Architekturbüro A5 koordiniert wurde, flossen insgesamt 805 000 Euro.

Die Maßnahme wurde dabei mit 100 000 Euro aus Mitteln der Landesdenkmalpflege für die Fensterbearbeitung bezuschusst. Zudem wurde die Dämmung der obersten Geschossdecke mit 15 000 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Landes Hessen gefördert.

Bürgermeister Klaus Kreß: »Ich freue mich, dass das Gebäude, das auch als ›Haus des Gastes‹ genutzt wird, wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlt.«

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